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„Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht“

An diesem Sonntag beginnt der Höhepunkt des Kirchenjahres. Der feierliche Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag und natürlich der eine große Gottesdienst, der in drei Etappen gefeiert wird:
Gründonnerstag mit der Fußwaschung und dem Abendmahl, Karfreitag mit dem Leiden und der Kreuzigung Christi, anschließend die Grabesruhe und schlussendlich die Osternacht mit der Auferstehung.
Normalerweise wird das alles begleitet von großen Einkäufen für die Feierlichkeiten, der alljährlichen Diskussion um das Tanzverbot am Karfreitag, den Osterfeuern und vielen anderen Gewohnheiten. In diesem Jahr wird es wohl etwas anders laufen. Die Einkäufe sind zurzeit auch etwas Besonderes, allerdings auf eine andere Art und Weise. Die Diskussion um das Tanzverbot wird sich wohl erübrigen und die Feierlichkeiten werden auch anders sein.
Aber fällt Ostern dieses Jahr aus? Nein, auf keinen Fall, aber es wird ungewohnt ablaufen! Mir kommt dabei der Wahlspruch der Kartäuser Mönche in den Sinn: Stat crux dum volvitur orbis – Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht. Die Erlösungstat Christi und damit Ostern kann nicht ausfallen. Was in der Welt passiert kann nicht Gottes Tat an uns rückgängig machen. Das Kreuz steht und hat seine Wirkung, egal was in der Welt los ist. Deshalb findet Ostern auch statt. Der Pfarrer wird ohne Gemeindebeteiligung das Triduum sacrum für die Gemeinde privat feiern. Am Gründonnerstag um 19 Uhr, am Karfreitag um 15 Uhr und die Osternacht am Karsamstag um 21 Uhr. Für alle eine sehr ungewohnte Situation. Die sonst vollbesetzten Kirchenbänke bleiben leer, aber am Karfreitag wird dennoch das Kreuz aufgestellt. „Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht.“
Und wir alle können Ostern mitfeiern. Wir alle sind dazu eingeladen im Gebet die Gottesdienste zuhause mitzufeiern. Z. B. eignen sich die Kreuzwegandachten im Gotteslob unter den Nummern 683 und 903 dazu, den Karfreitag zuhause zu feiern. Im Gebet sind wir alle verbunden! Gott wird uns auch bei den Gottesdiensten zuhause begegnen!

Das gesellschaftliche Leben kommt für gewöhnlich der Stimmung der Auferstehungsfreude am nächsten. In diesem Jahr wird sie wohl eher der Grabesruhe Christi gleichen. Und Ostern wird im privaten Kreis gefeiert – so wie es auch die Jünger taten. Zurückgezogen aus der Gesellschaft im privaten Raum. Bis sie angefangen haben ihn zu verkünden und gemeinsam zu feiern. Das werden wir als Gemeinde auch wieder tun, denn das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht. Und es steht auch dann noch, wenn die Welt sich weitergedreht hat und wir uns wieder treffen können.

Ihr Sebastian Vieth

Das alles-beherrschende Thema dieser Tage ist der Covid-19-Virus, der Leid und Tod über die ganze Menschheit bringt. Wir alle sind aufgerufen, das uns mögliche zu tun – und wissen doch, dass letztlich alles in Gottes Hand liegt. Auch das Sonntagsevangelium erzählt von Marta und Maria, die das ihnen mögliche für den verstorbenen Lazarus tun, und letztlich doch auf Jesu Eingreifen vertrauen.
Es geht damals wie heute um menschliches Handeln trotz oder gerade wegen des Vertrauens auf Gott. Im Internet habe ich das Gebet des evangelischen Pfarrers von Gunzenhausen gefunden. Ein Gebet, das menschliches Tun wie menschliches Gottvertrauen umfasst:

Tage wie ein Alptraum und doch wissen wir: Es ist die Wirklichkeit.

Wir klagen Dir diese spürbare Schwere durch die Pandemie,
die Angst vor dem Virus, den Verlust an Normalität und Leichtigkeit.
Wir klagen Dir die Unvernunft so mancher Zeitgenossen.
Wir klagen Dir, dass unsere Bewegungsradien immer kleiner werden.
Wir klagen dir, dass Außenkontakte mehr und mehr gekappt werden:
Ältere Menschen warten vergeblich auf Besuche, Freunde können sich nicht treffen,
Großeltern können ihre Enkelkinder nicht sehen,
Gemeindeglieder nicht mehr zu Gottesdiensten zusammenkommen.

Herr, wir bitten dich:
Schenke Besonnenheit allen, die politisch Verantwortung tragen.
Schenke Weisheit, dass den Wissenschaftlern der Durchbruch gelingt
und der ersehnte Impfstoff entwickelt wird.
Sei bei den Kranken, Schwerkranken und Sterbenden und ihren Angehörigen.
Schenke allen die in Praxen, Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen Dienst tun
und den Kassiererinnen in den Supermärkten Gesundheit und Kraft.
Schenke das Bewusstsein: Allen hilft jetzt Rücksicht, statt Egoismus.

Bewahre und behüte uns und lass uns daran festhalten:
Egal, was kommen mag: Wir sind und bleiben in deiner Hand.
Durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, unseren Bruder und Herrn.

Amen

Von Pfarrer Dietmar F. Schuh, Glaubensworte im Dekanatsbezirk Gunzenhausen

DIakon Andreas Kirchner

Diakon Andreas Kirchner

Andreas Kirchner, Diakon

Fasten, Beten und Almosen geben – unter dieser Generalüberschrift steht jede Fastenzeit. Wenn wir es richtig angehen, kann am Ende Ostern gefeiert werden.

Für das Fasten bedeutet das, dass am Ende die Lebensfreude deutlich zugenommen haben muss. Ich mache mir das immer wieder an der Schokolade klar, die ich normalerweise gerne nasche. Darauf einmal über einen längeren Zeitraum verzichten bewirkt bei mir, dass das erste Stück nach der Auszeit das leckerste im ganzen Jahr ist.

Wie es momentan aussieht, wird von uns ein Verzicht ganz besonderer Art verlangt, nämlich der auf Gottesdienste und Sakramente, insbesondere auf die Eucharistie. Ich weiß jetzt schon, dass mir das in ein paar Tagen richtig schwerfallen wird. Vielleicht steht am Ende aber auch, dass wir die heilige Messe wieder mehr wertschätzen. Vielleicht steht am Ende ein kleines Glücksgefühl, wenn die Glocken wieder läuten, die Orgel spielt, wir in Gemeinschaft singen und beten. In der Zwischenzeit bleibe ich und meine Mitarbeiter natürlich für Sie da. Wir begleiten weiter – wenn auch in eingeschränktem Maß – die Verstorbenen zu Grabe. Wir spenden gegebenenfalls das Sakrament der Krankensalbung. Auf ausdrücklichen Wunsch bringen wir Ihnen im Ausnahmefall auch die hl. Kommunion ins Haus. Dabei sind allerdings die verschärften Hygienevorschriften und das Verbot der Mundkommunion zu beachten. Wir sind erreichbar am Telefon und unter unserer Email-Adresse. Sie finden die Erreichbarkeitsdaten auf dieser Seite unter Info – Personen.

Beten ist in diesen Tagen besonders gefordert. Dabei geht es um echten Dialog mit Gott. Vielleicht nutzen Sie die erzwungene Auszeit und nehmen sich mal wieder die Bibel zur Hand. Jeden Tag ein Kapitel aus einem Evangelium lesen, sich davon ansprechen lassen, wäre mein Vorschlag. Die Zielperspektive in diesem Segment – nämlich eine größere Lebens- und Glaubensfreude – lässt sich beim Propheten Nehemia nachlesen: „Die Freude an Gott ist unsere Kraft.“ (Neh 8,10)

Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

Ein Blick in die weite Welt – dafür haben wir ja jetzt Zeit – zeigt uns, dass es den meisten Menschen auf diesem Planeten deutlich schlechter geht, als uns. Einmal nicht ins Stadion fahren können oder den Kurzurlaub auf den Nordseeinseln stornieren müssen – von solchen Zuständen träumen die allermeisten Zeitgenossen auf unserem Planeten. Als Christen nehmen wir das wahr und steuern mit unseren (bescheidenen) Mitteln dagegen. „Wenn viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“, formuliert ein bekanntes afrikanisches Sprichwort. Bitte nehmen Sie darum Kontakt mit uns auf, wenn es bei den ganz normalen Alltagsvollzügen, z. B. beim Einkaufen irgendwo Probleme gibt. Wir versuchen dann mit unseren Mitteln entgegenzusteuern.

Und das Wichtigste: bleiben Sie gesund! Ihr Pastor Peter Scheiwe

Die Frauen sind am Ziel. Es ist ein Brunnen außerhalb des Dorfes. An ihm können sie ihre Gefäße mit Wasser füllen. Stunden waren sie unterwegs. Sie brauchen das Wasser zum Leben, oft auch zum Überleben. Hier am Brunnen finden sie das Wasser. Es kommt aus der Tiefe, aus dem Dunkel der Erde. Es ist kühl und erfrischend. Sie schöpfen das Wasser empor aus der Dunkelheit zum Licht. Der Brunnen wird für sie ein Schöpfungsort, ein Leben spendender Ort. Sie sammeln das Wasser, das ihnen Leben verheißt.

Sie behalten das Wasser nicht für sich, sondern sie kehren mit gefüllten Krügen und Gefäßen in ihre Orte und Hütten zurück. Sie sind nicht nur Wasserträgerinnen, die ihre Arbeit verrichten, sondern auch Lebensspenderinnen für die anderen Menschen. Sie teilen das Wasser, damit alle leben und überleben können.

Auch die samaritanische Frau geht zum Brunnen, auch sie weiß um die lebensspendende Kraft des Wassers. An diesem Tag erfährt sie weitaus mehr. Sie blickt tief in den Brunnen, es ist ihr Lebensbrunnen. In der Tiefe ihrer Begegnung mit Jesus, im Schatten des Brunnens erkennbar wächst in ihr eine unzerstörbare Verbindung zu Gott.

Sie behält die Erkenntnis, dass Jesus der Messias ist, nicht für sich, sondern eilt in ihr Dorf, um anderen diese Frohe Botschaft zu verkünden.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Wie ein Brunnen, der immerfort fließt, soll uns unsere Beziehung zu Gott dazu führen, anderen dieses Geschenk des Glaubens und der Liebe anzubieten. Dazu lädt Jesus uns ein.

Einen guten Weg durch die Fastenzeit

wünscht Ihnen Angelika Schulte

 

Dafür brauche ich manchmal mehr Zeit als gedacht.  – Ankündigung in eigener Sache.
Am zweiten Fastensonntag geht Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg und dort offenbart sich ihnen Gott. Ihnen erscheinen die alten Propheten und sofort haben die Jünger vermeintlich erkannt was sie tun sollen: Hütten des Gedächtnisses für die Propheten und Jesus bauen. Gott allerdings bremst sie aus. Sie sollen nicht ihrem ersten Impuls folgen, sondern auf seinen geliebten Sohn hören, auf Jesus. Er selbst wird ihnen zeigen, was sie tun sollen. Wenn wir auf die Person Petrus schauen, dann muss er ziemlich lange warten. Immer wieder hat er vermeintlich erkannt, was er tun soll. Doch jedes Mal sagt ihm Jesus, dass er unrecht hat mahnt ihn zur Geduld. Im Johannesevangelium erfährt Petrus erst im letzten Kapitel was er tun soll. Er musste sich gedulden und er brauchte Zeit, um Gottes Auftrag zu folgen und auf Jesus zu hören. Er brauchte Zeit, um seine Berufung zu hören.

Ich persönlich kann mich sehr gut in diesem Evangelium wiedererkennen. Darüber hinaus besonders gut in der Person Petrus. Genau wie Petrus brauche auch ich Geduld, um meine Berufung zu erkennen. Ich habe in der vergangenen Zeit festgestellt, dass ich noch Zeit brauche, um zu prüfen, ob ich zum Priestertum berufen bin. Ob mein Weg, der Weg als Priester ist. Daher möchte die Gelegenheit dieses Evangeliums nutzen, um Ihnen allen in unserer Pfarrei mitzuteilen, dass ich mich in diesem Jahr nicht – wie geplant – zum Diakon weihen lassen werde. Ich habe unseren Erzbischof gebeten, mir noch ein Jahr Zeit zur Prüfung zu geben und ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir diese Zeit gibt.
Somit werde nicht im Mai zum Diakon geweiht und das kommende Jahr weiterhin in unserer Gemeinde leben und arbeiten, wobei sich der Schwerpunkt meiner Arbeit in einen Bereich der Kategorialseelsorge verlagern wird. In diesem Jahr werde ich mich auf die Aufforderung Gottes aus dem Evangelium konzentrieren: „Dies ist mein geliebter Sohn, auf IHN sollt ihr hören.“
Ich freue mich auf ein weiteres Jahr in unserer Pfarrei Heiliger Martin, denn bisher kann ich Gott nur dankbar sein für meine Zeit hier.

Ihr Sebastian Vieth
Sebastian Vieth (Praktikant aus dem Priesterseminar)
Sebastian Vieth (Praktikant aus dem Priesterseminar)

Die vor uns liegende österliche Bußzeit ist ein neues Angebot, eine neue Chance. Wir haben bis Ostern Zeit manche Gewohnheit zu hinterfragen. Auf ganz unterschiedliche Weise wird uns Jesus in den kommenden Wochen ermutigen, herausfordern, besänftigen und ausrichten, mit dem Ziel uns immer neu zu heilen und zu befreien. Zum Neuanfang werden uns drei ganz besondere Möglichkeiten angeboten.

  1. fasten: fasten im Essen und Trinken, fasten auch in unseren (vom Wesentlichen ablenkenden) Aktivitäten, Gedanken und Worten. So entdecken wir im Fasten unsere Widerstandskräfte im Leib und in der Seele und wir merken, dass in uns Stärken und Kräfte verborgen sind, die wir in der Routine des Alltags oder im Dahinleben haben brachliegen lassen.
  2. beten: Beim Beten, im ganz persönlichen Gespräch mit Gott, können wir uns zeigen, so wie wir sind. Vor Gott können wir Leben aussprechen. Beten ist Selbstausdruck, vielleicht der ehrlichste, zu dem wir fähig sind. Aber das Beten-können ist keine Selbstverständlichkeit. Ausprobieren und am Ende nicht mehr sprechen, sondern hören – eine lohnenswerte Übung.
  3. Almosen geben: Wenn wir teilen, lösen wir uns aus einer angestrengten Konzentration auf uns selbst. Teilen können wir materielle Güter, aber eben vor allem auch Zeit und Aufmerksamkeit. Ja, wir müssen etwas von uns investieren, hineingeben, dazugeben – damit das Leben aller gelingt.

Ziel unseres Weges ist Ostern. Auf dem Weg dorthin sind wir herausgefordert uns selbst zu investieren. Wir werden auf diesem Weg spüren, dass wir der Einsatz Gottes in dieser Welt sind. Ohne uns und unsere Investitionen wird nichts Neues entstehen in dieser Welt – da bleibt am Ende das leere Grab. Aber wir sind doch auf der Suche nach dem Auferstandenen mitten unter uns!

Im Namen aller Seelsorger/-innen wünsche ich Ihnen eine gesegnete und ertragreiche Fastenzeit!

Ihr Pastor Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pastor
Tobias Dirksmeier, Pastor

Was wir von einem Clown lernen können:

Erstens: Dem Clown passt nichts und trotzdem ist er in der Regel froh und heiter. – Auch uns passt manches nicht, dann werden wir in der Regel traurig oder auch wütend.

Zweitens: Der Clown fällt immer wieder hin, aber er steht auch immer wieder auf.

Auch wir fallen immer wieder hin, doch nicht selten denken wir darüber nach, einfach liegen zu bleiben.

Drittens: Der Clown kennt in seinem „echten“ Leben, auch Traurigkeit, doch er lässt sich nicht von ihr verschlucken.

Für uns kann die Traurigkeit schnell zu einer Grube werden.

Ein Clown ist ein Mensch, der im „Trotzdem“ lebt.

Es ist das Trotzdem des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.

Diese Drei Tugenden sind das Geschenk Gottes an jeden Menschen:

So steckt in uns allen wohl ein Clown – und wo wir seine Botschaft leben, da wird auch Gott in anderen lebendig. (Vgl. „Gottes Wort auf Spur“, Stertenbring)

Ich wünsche uns allen einen „inneren Clown“ und aufmunternde Begegnungen mit Menschen, die in dieser Zeit sich so viel Mühe geben, Menschen zum Lachen zu bringen.

Ihre Gemeindereferentin

Petra Scharfen

 

Rundum abgesichert?

Da steht einer zufrieden auf der Bühne seines Lebens, rundum abgesichert gegen Schäden aller Arten: Einbruch, Diebstahl, Feuer, Wasser, Hagel, Sturm und Blitz. Da sortiert einer zufrieden alle seine Policen: Auto-, Glasbruch- und Haftpflichtversicherung, Hausrat-, Kranken- und  Lebensversicherung, Pflege-, Reise- und Rechtsschutzversicherung, Renten-, Unfall- und vielleicht ja auch die Hundekrankenversicherung. „Jetzt kann ich sorglos leben!“ denkt er zufrieden – und stirbt.

Dieser schöne Text von Gisela Baltes passt doch wunderbar in unsere Zeit. Erst der Sturm in Thüringen, der nun auch die Bundespolitik im Griff hat, dann der Orkan „Sabine“. Und am Sonntag hören wir die Worte Jesu: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen… Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich…“ Wie passt das zusammen? Wir suchen doch alle immer irgendwie Sicherheit, Halt, eine Art von Absicherung, auch vor dem Tod. Apropos Sicherheit:

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Leitplanken – z.B. an der Autobahn – geben uns Orientierung. Aber keiner, der wirklich schnell fahren will, interessiert sich für die Leitplanken. Keiner würde sich fragen: „Wie weit kann ich gehen, bevor ich die Leitplanke streife?“ Der Sinn ist, dass man in der Mitte der Spur fährt, dann kann man Tempo machen. Jesus will, dass wir in der Mitte der Straße fahren, bzw. zumindest seiner Spur folgen. Deshalb sagt er, unsere Gerechtigkeit solle noch viel größer sein als die der Pharisäer. Es kann nicht sein, dass ein Christ fragt: „Wie weit darf ich gehen? Was ist so gerade noch erlaubt?“

Die Erfahrung lehrt, dass der Weg so auch viel leichter zu gehen ist. Wenn ich schon nicht mehr in der Spur bin, und dann noch knapp vor der Leitplanke meine Richtung korrigieren muss, dann ist das viel schwerer, als wenn ich von Anfang an in der Mitte fahre.

Deswegen sollen wir auch schon die kleinsten „bösen Gedanken“ korrigieren. „Währet den Anfängen!“, sagt das Sprichwort. Wenn man schon ganz am Anfang korrigiert, ist es leichter, als wenn man sich erst Minuten oder sogar Stunden in einen bösen Gedanken hineingesteigert hat.

Nehmen wir uns das doch alle mal wirklich zu Herzen.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

 

Salz und Licht

Ihr seid das Salz der Erde und ihr seid das Licht der Welt. Das Evangelium dieses Sonntags hängt die Messlatte schon recht hoch. Salz verhindert das Verderben der Nahrung und Licht vertreibt die Finsternis, beides Bilder dafür, Schlechtes zu verhindern. Als Christen haben wir einen klaren Auftrag, nämlich aufzustehen und unsere Stimme zu erheben, wenn Unrecht geschieht. Aber schaffen wir das wirklich? Wie schwer fällt es uns doch im Gegenteil, tatsächlich zu reagieren, auch wenn ganz offenkundig böse Dinge getan oder gesagt werden? Der Ausdruck Zivilcourage

Diakon Klaus Pöppel

Diakon Klaus Pöppel

beschreibt die von uns geforderte Haltung sehr genau. Es gibt viele Beispiele, auch heute, wo Christinnen und Christen mutig ihre Stimme erheben. Dies finde ich ermutigend und bestärkend. Und dies gerade dann, wenn man selber den Eindruck hat, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen. Als Zeichen, dass wir das Licht der Welt sind, haben wir bei unserer Taufe das Licht in der Form der Taufkerze empfangen. Wenn es uns gelingt, dieses Licht öfter mal auf den Leuchter zu stellen, können wir ganz viel Finsternis in unserer Gesellschaft vertreiben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche voller „lichter“ Momente!

Ihr Diakon Klaus Pöppel

 

Geduldig Warten An diesem Sonntag feiern wir das Fest der Darstellung des Herrn. Maria und Josef bringen Jesus gesetztes treu in den Tempel. Sie waren aktiv und haben getan, was nach dem Gesetz Gottes Wille ist. Für mich ist dieser Teil des Evangeliums nicht das Faszinierende, sondern ich bin von Hanna und Simeon beeindruckt. Sie erinnern mich daran, dass ich nichts tun kann außer Warten. Ich stelle mir vor, wie die beiden glücklich und geduldig jahrelang auf das warten, was ihnen versprochen wurde. Sie werden den Retter sehen. Mit Sicherheit haben sie dafür gebetet, aber sie mussten warten. Vermutlich kennt das jeder: Ich sehne mich nach etwas, ich bete dafür und was erhalte ich? Nichts. Hat Gott mich nicht gehört? Simeon wurde versprochen, dass er den Retter sehen wird. Er ist alt und vielleicht wird er auch ungeduldig und fragt sich, ob er nicht doch vorher stirbt. Aber Gott hat ihn nicht vergessen. Es war noch nicht an der Zeit. Es dauert manchmal bis alles soweit ist. Maria musste Jesus erst zur Welt bringen. Dann mussten sie gesetztes treu die 40 Tage abwarten. Und das sind nur zwei Kleinigkeiten, die das Evangelium uns nennt. Mir kommt dann
immer der Gedanke: Warum bist du so ungeduldig mit Gott? Auch wir müssen warten. Am besten so wie Hanna und Simeon. Mit Geduld und Vertrauen auf Gott. Wir beten für etwas, wir sehnen uns nach etwas. All das weiß Gott. Aber vielleicht ist es noch nicht an der Zeit, dass wir es bekommen? Josef und Maria mussten erst die Gesetze erfüllen bis die Gebete der Greise in Erfüllung gegangen sind. Vielleicht bereitet Gott gerade den Schauplatz für das vor, worum wir ihn bitten. Er hat unsere Bitten gehört, aber es braucht noch Zeit. Vielleicht bin ich selbst noch nicht bereit dafür oder meine Umwelt? Hanna und Simeon sind sehr geduldig und vertrauen auf Gott. Diese Einstellung fasziniert mich. Sie erinnern mich daran, dass ich in Geduld aus dem Vertrauen auf Gott leben muss. Er wird mir geben, was das Richtige für mich ist. Nein, er wird nicht jeden Wunsch und jedes Gebet erfüllen. Und nein, es geschieht auch nicht sofort. Aber das heißt nicht, dass Gott nicht da ist, oder mich verworfen hat. Später erschließt sich oft der Sinn. Gott liebt jeden von uns. Das hat er bis zum Kreuz bewiesen.

Er will uns aus Liebe beschenken, auch wenn ich darauf warten muss. Wir dürfen das Vertrauen auf die Liebe Gottes nicht verlieren – auch wenn es manchmal etwas dauert. Manchmal auch lange. Denn was geschieht nach dem Teil des Evangeliums? Jesus tritt erstmal nicht mehr in Erscheinung. 30 Jahre lang. Wieder warten. Aber darauf folgt das größte Geschenk Gottes: Unsere Erlösung
Sebastian Vieth

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