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Natürlich
brauchen wir Urlaub.

Foto: Kerstin malterre
Pfarrbriefservice.de

Nach diesen
anstrengenden
Monaten.

Natürlich
wollen wir
einfach mal
hin und weg sein.

Doch wie sieht
„natürlicher“ Urlaub aus?
Campingtouristik …
Auslandsflugreisen …
Mittelmeerkreuzfahrten …
Tagesausflüge zuhause …

Was können wir
uns alles erlauben,

ohne die Virengefahr
wieder zu vergrößern?

Mit Verlaub, der Urlaub
wäre doppelt schön,
könnten wir das Virus
einfach beurlauben
und nach dem Urlaub
in Rente schicken –
ohne Rückkehr-Erlaubnis.

Text: Peter Schott
In: Pfarrbriefservice.de

 

„Liebe Schwestern und Brüder,

Anspruch und Wirklichkeit gehen im Leben oft weit auseinander. Und doch brauchen wir Ideale, zu denen wir uns ausstrecken können und an denen wir wachsen dürfen. Ähnlich ist es in der Kirche. Christus gibt den Aposteln einen klaren Auftrag. Besitzlos und arm sollen sie sein, nichts im Gepäck außer die erlösende Botschaft vom Reich Gottes. Angesichts einer übersättigten und reichen Kirche in Deutschland erscheinen diese Worte fast ironisch. Wie kann man eine Brücke schlagen von den Worten des Herrn in unserer krisenhafte Kirchen- und Weltsituation? Mir helfen da die Worte unseres Heiligen Vaters: „Die Kirche soll ein Feldlazarett sein für die Verwundeten“. Vergessen wir nicht: Auch wenn das Ideal der Kirche der Apostel nur allzu oft korrumpiert wird, ist die Kirche immer noch der Ort, an dem unsere Beziehung zu Gott wachsen darf, wo Schuld vergeben wird und wo wir die dunklen Kräfte in unserem Leben vom Licht Gottes bescheinen lassen dürfen. Trauen wir uns und bringen wir die Momente, in denen wir unserer Berufung nicht gerecht geworden sind vor den Herrn. Dann entsteht ein Raum für echte Heilung, so wie sie der Kirche im Evangelium aufgetragen ist.

Eine gute Woche wünscht,
Jakob Ohm

 

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder,

seit etlichen Jahren stellt mir der Gemeindeverband einen so genannten Außendienstmitarbeiter zur Seite, der mich bei der Verwaltung der Pfarrei unterstützt. Zuerst hatte der „ADM“ einen Stellenumfang von 25%, d. h. neben unserer Pfarrei musste er sich um drei weitere Pastorale Räume kümmern. Zwischenzeitlich wurde das Kontingent auf 50% aufgestockt.

Unser „ADM“ Lennart Höschen, ändert zum 1. Juli noch einmal seinen Status. Aus dem Außendienstmitarbeiter des Gemeindeverbandes wird der Verwaltungsleiter der Pfarrei. Das ist eine Vollzeitstelle. Herr Höschen hat sein Dienstzimmer im Zentralen Pfarrbüro in Sande. Er ist über die Telefonnummer 93 27 55 für Sie erreichbar.

Ich bin sehr froh, dass ich ab dem kommenden Monat von der Sorge um unsere 14 Gebäude – die Kindergärten nicht eingerechnet – entlastet werde. Das erste große Aufgabenfeld in diesem Segment wird die Wiedereröffnung unserer Pfarrheime sein, wenn das die Corona-Schutzverordnung wieder erlaubt. Natürlich halten wir Sie über die Pfarrnachrichten diesbezüglich auf dem Laufenden. Ich bin guter Dinge, dass wir spätestens nach der Sommerpause wieder zu „normalen“ Verhältnissen zurückkehren dürfen.

Peter Scheiwe, Pfarrer
Peter Scheiwe, Pfarrer

Unsere Mitarbeiter/Innen habe ich bereits informiert, dass sie in Herrn Höschen ab dem 1. Juli einen neuen Dienstvorgesetzen bekommen. Schlussendlich hat der Kirchenvorstand Herrn Höschen Kontovollmacht über alle Konten der Pfarrei eingeräumt und ihm damit auch die Verantwortung für die Finanzen der Pfarrei übertragen.

Ich wünsche Herrn Höschen in seinem neuen Verantwortungsbereich „alles Gute“, was ja bekanntlich eine Umschreibung für „Gottes Segen“ ist. Sie alle bitte ich herzlich mit Herrn Höschen in Sachen Gebäude-, Personal und Finanzmanagement vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.

Ihr Pastor Peter Scheiwe.

 

Liebe Leser und liebe Leserinnen,

heute schreibe ich Ihnen ein letztes Mal in dieser Form eines Vorwortes zum Pfarrbrief. Vor zwei Jahren fasste ich den Entschluss, zum 1. August 2021 in den Ruhestand zu gehen. Es ist noch lang hin, so dachte ich damals, du kannst noch vieles bewegen in der Pfarrei und den Gemeinden.  Tatsächlich aber verfliegt die Zeit nur so im Flug. Alle, die älter  als sechzig Jahre sind, kennen dieses Gefühl, denke ich, nur zu gut. Einige gesundheitliche „Wehwehchen“ kommen dazu und schon spürt man deutlicher seine eigenen Grenzen. Vieles wäre noch zu tun: Es kam die Pandemie und plötzlich wurde eine persönliche Begegnung mit den Menschen, die mir immer am Herzen lag,  schwieriger, zeitweise war sie gar nicht mehr möglich.

Gerade im Bereich der Tauf- und Familienpastoral konnten in dieser Zeit nur noch wenige Projekte umgesetzt werden, umso mehr bin ich den ehrenamtlichen Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnen dankbar für ihr Engagement und ihre frischen Ideen. Die Kinderkirche in St. Michael Sennelager ist eingerichtet und wartet nur noch darauf, dass Kinder und Familien sie wieder beleben und fröhliche Kindergottesdienste live und nicht nur per Video stattfinden.

Das Glaubenshaus in der Schloßstraße 4a ist inzwischen geschlossen, aber im Pfarrheim St. Joseph wurde ein Raum umgestaltet für seelsorgliche und persönliche Gespräche. Es ist ein schöner Ort für kleinere Gruppen und Gemeinschaften in unserer Pfarrei geworden.  Der Beerdigungsdienst und die Begleitung Trauernder haben sich verändert in den letzten Monaten. Wir Seelsorger, die in diesem Dienst tätig sind, sind ständig auf der Suche nach guten Worten, Ritualen und Gesten, die den Menschen  in dieser schweren Zeit helfen.

Die ehrenamtliche Arbeit der Caritaskonferenzen und Besuchsdienste in unseren Gemeinden durfte ich begleiten in den letzten Jahren. Auch hier hat ein Umbruch stattgefunden, ein neuer Aufbruch im sozial-caritativen Bereich der Pfarrei ist sicherlich wünschenswert.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin
Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Aber all dies sind nur meine wenigen Aufgabengebiete gewesen, vieles andere macht ein buntes Gemeindeleben im Sinne des Evangeliums aus. Neue Ideen und Kreativität sind gefragt, wahrscheinlich werden sogar grundlegende Reformen  notwendig sein um unsere Kirche in eine gute Zukunft zu führen. Ich habe da durchaus  viel Hoffnung und Zuversicht,  denn ich erlebe immer noch bei vielen ehrenamtlich Engagierten eine große Leidenschaft  für das Christentum und die Botschaft Jesu.

Danke möchte ich Ihnen und Euch sagen für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde. Danke für das Mittragen von Entscheidungen, Danke für das Umsetzen von Projekten, Danke für alles Mitdenken und Mittun. Ich war sehr gerne in Ihrer und Eurer Pfarrei tätig!

Ich wünsche Allen von Herzen Mut und Entschiedenheit, Klarheit und  Kraft für die weitere Zukunft der Pfarrei, vor allem aber  Gottes Segen.

Angelika Schulte

 

Liebe Leser und Leserinnen,

Bild: A. Schulte

Am Sonntag nach Pfingsten beginnt mit dem Dreifaltigkeitssonntag die Reihe der Sonntage, die weder zur Oster- noch zur Weihnachtszeit gehören. Das Fest des Dreifaltigkeitssonntages entstand in Frankreich vor der ersten Jahrtausendwende, wurde aber erst 1334 für die gesamte Kirche eingeführt, weil es nicht an ein Ereignis aus dem Leben Jesu erinnert. Das Thema der Dreifaltigkeit ist hochtheologisch: Wir glauben an einen Gott in drei Personen. Gott wirkt durch seinen Geist in uns und in seiner Schöpfung. Der Geist ist die Liebe zwischen Vater und Sohn. Die Vorstellung von der Göttlichkeit Jesu entwickelte sich in den ersten Jahrhunderten nach dem Tod Jesu.

Das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes ist für uns Menschen nicht zu begreifen. Aber Bilder und Symbole helfen uns ein wenig weiter. Vertraut ist Ihnen sicher das Drei-Hasen-Fenster im Kreuzgang des Paderborner Doms. Eine Hilfe kann auch dieses Herz sein, das ich vor einigen Jahren in der Kirchenzeitung Der Dom fand. Seitdem liegt dieses Bild auf meinem Schreibtisch. Es zeigt ein Herz, das aus drei Herzen gebildet wird. Die zwei kleinen Herzen drücken aus: Gott verschenkt seine Liebe, er empfängt aber auch die Liebe seines Sohnes Jesus. In seiner unendlichen Größe vereint Gott  diese beiden Beziehungen. Das  große, beide Herzen umfassende Herz steht dabei für den Heiligen Geist. Gott ist in sich selbst Beziehung: Vater – Sohn und Geist.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin
Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Er möchte, dass wir Menschen die Beziehung zu ihm suchen und pflegen. Mit jedem Kreuzzeichen, das wir über unseren Körper zeichnen, denken wir daran, dass wir auf den dreifaltigen Gott getauft sind.  Es ist nur ein kleines, relativ schlichtes Zeichen, aber wie  viel sagt es doch aus über unseren Glauben, unsere Beziehung zu Gott und zu unseren Mitmenschen. Wir müssen nicht alles mit unserem Verstand erfassen, ein offenes Herz im Glauben zu haben ist schon genug.                                                                                   Angelika Schulte               

 

Unser religiöses Leben hat sich grundlegend geändert. Von lieb gewordenen, über Jahrhunderte geübten Formen des Glaubenslebens mussten wir uns verabschieden.
Eine Fronleichnams-Prozession wird es dieses Jahr nicht geben. Die Kirchen in und um Schloss Neuhaus sind auch zu den Sonntagsmessen bei weitem nicht gefüllt, nicht einmal in der Osternacht. Gesungen wird (noch) nicht.
Manch einer von Ihnen mag Messen übers Internet bzw. am Fernseher mitgefeiert haben. Andere sind vielleicht auf neue Formate gestoßen, die in dieser Zeit entstanden sind: kurze Videobotschaften, Weggottesdienste, Open-air-Gottesdienste am Brunnentheater.
Es war (und ist noch) eine von Veränderungen geprägte Situation!
Das passt zur momentanen Zeit im Kirchenjahr: Auch die Jünger Jesu mussten sich auf neue Gegebenheiten einstellen.
Drei Jahre lang war Jesus an ihrer Seite gewesen.
Dann der Karfreitag – und noch bevor sie den Tod Jesu wirklich realisiert und verarbeitet hatten, wurden die Jünger schon mit seiner Auferstehung konfrontiert.
Jesus war wieder bei ihnen, allerdings ganz anders als bisher.
Nach vierzig Tagen dann die erneute Veränderung: der Tag seiner Himmelfahrt. Von da an sahen die Jünger ihn nicht mehr.
Nur 10 Tage später empfangen sie den Heiligen Geist am Pfingsttag.
Jedes Mal mussten sie umdenken, mussten neue Gegebenheiten akzeptieren und umsetzen.
Immer hieß es, nicht stehen zu bleiben beim Altbekannten, sondern aufzubrechen zu neuen Ufern. Wenn wir in der Corona-Pandemie jetzt Licht am Ende des Tunnels sehen und mutmaßlich wieder vorsichtig anfangen, „normale“ Gottesdienste zu feiern, haben uns die vergangenen Monate doch geprägt – und wir haben unterschiedliche Erfahrungen hinsichtlich unseres Glaubenslebens gemacht.

DIakon Andreas Kirchner
Diakon Andreas Kirchner

Lassen wir uns – der Gegenwart Gottes gewiss – auf diese Veränderungen ein und machen wir sie fruchtbar für unsere Zukunft.
Wir sollten das Gute bewahren, das wir in den letzten Monaten erfahren haben. Ich denke z.B. an Gottesdienste in kleinen Gruppen, nicht zwangsläufig in der Kirche, auch nicht immer mit einem Hauptamtlichen als Leiter.
Ich denke an digitale Vernetzung , an der auch Menschen teilnehmen können, die ihr Heim nur schlecht oder gar nicht verlassen können – z.B. zur Teilnahme am Ökumenischen Kirchentag.
Wie auch immer wir unseren Glauben in den nächsten Monaten und Jahren leben, auf zwei Gewissheiten können wir bauen:
Die Zusage zu Pfingsten, dass Gott in vielerlei Sprachen sprechen kann.
Und die Zusage Jesu „Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt“
(Mt 28,20).
Ihr/Euer Diakon Andreas Kirchner

Gläubige aller Religionen beten gemeinsam für ein Ende der Pandemie

Auszug aus der Predigt von Papst Franziskus aus dem vergangenen Jahr (14. Mai 2020)

„Wir hatten diese Pandemie nicht erwartet. Sie ist gekommen, ohne dass wir sie erwartet hätten, aber jetzt ist sie da. Und viele Menschen sterben. Viele Menschen sterben allein, und viele Menschen sterben, ohne dass man etwas tun kann. Oft kann der Gedanke kommen: ‚Mich trifft es nicht, gottlob bin ich verschont geblieben.‘ Aber denk an die anderen! Denk an die Tragödie und auch an die wirtschaftlichen Folgen, die Folgen für die Bildung, die Folgen… an das, was danach kommen wird. Und darum beten wir heute alle, als Brüder und Schwestern jeder Religionszugehörigkeit zu Gott. Vielleicht wird es einige geben, die sagen: ‚Das ist doch religiöser Relativismus, und das kann man nicht tun.« Wieso kann man das nicht tun, zum Vater aller Menschen beten? Jeder betet so, wie er es vermag, wie er es von der eigenen Kultur empfangen hat. Wir beten nicht gegeneinander, diese religiöse Tradition gegen jene, nein! Wir sind alle vereint als Menschen, als Brüder und Schwestern. Wir beten zu Gott wie es der eigenen Kultur, der eigenen Tradition, dem eigenen Glauben entspricht, aber als Brüder und Schwestern, die zu Gott beten. Das ist wichtig! …

Es gibt jedoch noch viele andere Pandemien, an denen Menschen sterben, und wir merken es nicht, wenden unseren Blick ab. Wir sind etwas verantwortungslos angesichts der Tragödien, die in diesem Augenblick in der Welt geschehen. … Das heutige Gebet, in dem wir den Herrn bitten, dieser Pandemie Einhalt zu gebieten, muss uns an die anderen Pandemien in der Welt denken lassen. Es gibt viele davon! Die Pandemie der Kriege, des Hungers und viele andere. … Möge Gott dieser Tragödie Einhalt gebieten, möge er dieser Tragödie Einhalt gebieten. Möge Gott uns gnädig sein und auch den anderen schlimmen Pandemien Einhalt gebieten: der Pandemie des Hungers, des Krieges, der Kinder ohne Bildung. Und darum bitten wir als Brüder und Schwestern, alle gemeinsam. Gott segne uns alle und sei uns gnädig.“

Tobias Dirksmeier, Pastor
Tobias Dirksmeier, Pastor

Nach diesem besonderen „Gebets-Tag“ im vergangenen Jahr, will Papst Franziskus auch in diesem Jahr durch eine starke Gebetsaktion der Corona-Pandemie entgegentreten. Der „Gebets-Marathon“ soll den gesamten Mai über andauern. Vor allem Wallfahrtsorte weltweit sind aufgerufen Rosenkranzgebete in diesem Anliegen anzubieten. Täglich soll einer von 30 dieser Orte das Gebet der gesamten Kirche anleiten; die Andacht soll jeweils über Vatikan-Medien übertragen werden. Papst Franziskus selbst will am 1. Mai den Gebetsmarathon eröffnen und ihn am 31. Mai beschließen. Das Motto der Initiative, „Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott“, ist dem der Apostelgeschichte entnommen. Reihen auch wir uns – jeder auf seine ganz eigene Weise, mit seinen ganz eigenen Worten und Gesten – in dieses Gebet der ganzen Welt ein! Seien wir in dieser Zeit auch weiterhin in besonderer Weise im Gebet verbunden!

Ihr Pastor Tobias Dirksmeier

 

Hör auf die Stimme!

Um mich, herum sind viele Stimmen – Stimmen, die mir Ratschläge geben, mir ihre Meinung sagen bzw. sagen wollen, wo es lang gehen soll. Es gibt auch Stimmen, die mich motivieren oder mich wachsen lassen wollen.

Natürlich brauchen wir manchmal jemanden, der uns sagt, wo es lang geht. Es genügt nicht, nur auf seine eigene Stimme zu hören. Wir brauchen auch die Stimmen anderer. Gut, wenn wir Menschen haben, die uns dann und wann erfahren lassen, welchen Eindruck sie von uns haben.

Auf wen oder was höre ich und weiß, dass ich mich darauf verlassen kann, dass es da jemand gut mit mir meint?

Jesus sagt nicht, er sei ein guter Hirt. Vielmehr sagt er: „Ich bin der gute Hirt.“ Es gibt also keinen, der unser Leben besser führt und behütet als er. „Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.“ Sie erkennen ihn an der Unverwechselbarkeit seiner Stimme.

Wie aber können wir seine Stimme kennenlernen?

Durch das Hören auf sein Wort. Wer auf sein Wort hört, lernt seine Stimme kennen. Aus diesem Grund schlug der französische Schriftsteller François Mauriac regelmäßig das Neue Testament auf „Um das zu erreichen, verlasse ich mich jetzt weniger auf professionelle Exegeten als auf mein inneres Ohr. Es gibt einen Ton, den ich erkenne, eine Sprache, von der ich gewiss bin, dass sie mich nicht täuscht. Welcher Mensch hat jemals gesprochen wie Jesus Christus?“

Durch das Hören auf sein Wort, gelingt es, seine Stimme immer besser zu erkennen. Es kann unser Innerstes verwandeln. Wir hören auf, uns gegenseitig zu verletzen und im besten Falle fangen wir an, selbst wie „gute Hirtinnen und Hirten“ für die Menschen zu sein, die um uns herum leben.

Bleiben Sie zuversichtlich,

Ihre Gemeindereferentin Petra Scharfen

 

Schwerkraft

Heute ist es mir passiert… eine schöne Vase fiel mir aus der Hand und zersprang in viele Teile auf dem Boden. Tja, gelebte und erlebbare Physik, das Gesetz der Schwerkraft, eine wesentliche Voraussetzung des Lebens hier auf Erden. Aber dieser scheinbar nur äußerliche Vorgang lässt sich auch auf unser Inneres übertragen. Eine „Schwerkraft des Denkens“ tragen wir, fast schon wie ein Naturgesetz, doch alle selbst auch in uns, diese bezieht sich doch vor allem immer wieder auf das, was wir sehen, das Sichtbare. Nur was wir sehen, ja, begreifen können, das ist uns bewusster und näher als irgendwelche rein „geistigen“ Vorgänge.

Daher sind wir alle doch auch begrenzt, allzu oft sehen wir nur das Oberflächliche, das Vordergründige in Dingen und auch oft in unseren Mitmenschen. Daher sind doch auch so manche Einsichten, von denen wir annehmen, sie seien gültig, richtig, im Grunde doch falsch, unvollständig, weil wir ja nicht das Ganze sehen, sondern nur einen kleinen Teil. „Schwerfällig“ nennen wir dann so ein Denken zu Recht.

So spielt seit Ostern, seit der Auferstehung Jesu das Wort „drüben“ eine besondere Rolle. Es zeigt nämlich in eine Richtung, in die unser Denken aufgrund unserer inneren Schwerkraft, unser „Schwerfälligkeit“ nicht von selbst kommt. Wie heißt es so schön im Schott: „Sich bekehren heißt sich Gott zuwenden, und seit Ostern: an Christus glauben. Diese Bekehrung, so meinen wir oft, liegt hinter uns. Wir haben gesagt: Ich glaube. Wir haben es in der Osternacht neu gesagt. Aber das Taufbekenntnis ist auch ein Taufversprechen, und wir haben Mühe, das Versprechen in unserem täglichen Handeln umzusetzen. Bekehrung bedeutet tägliche Veränderung.“ Es bedarf immer wieder unserer bewussten Entscheidung das Unsichtbare zu erkennen, die Entscheidung aufzuschauen und Gott eben nicht nur unter den Voraussetzungen der Schwerkraft zu suchen.

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Wer einmal darüber nachgedacht hat, der merkt, wie „schwer“ es „fällt“, den Urheber des Lebens eben nicht als „Geist“ zu erkennen, es fällt schwer, den Reichtum unseres Denkens, unseres Glaubens und Daseins ansatzweise zu erfahren, ja es ist schwer zu glauben, dass sein Leben unser Leben sein wird. Aber dass uns dies immer wieder gelingt, wünsche ich Ihnen, wünsche ich mir.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

 

Liebe Schwestern und Brüder,

der Jubelruf „Halleluja“ begleitet uns durch die Osterzeit, Pandemie hin – Corona her. „Halleluja“ ist hebräisch und bedeutet „Lobt Gott“. Man kann es ganz unterschiedlich betonen. Heißt es „Halleluja“? Oder wie im Messias von Händel: „Halleluja“? Oder „Halleluja“, wie sie es in Taizé so gerne singen? Es gibt kein richtig oder falsch. Die Betonungen können „ver-rückt“ werden. So wie am Ostermorgen der Stein vor Jesu Grab – auch er ist weggerückt.

Seht der Stein ist weggerückt.

nicht mehr, wo er war;

nichts ist mehr am alten Ort,

nichts ist, wo es war.

Lothar Zenetti, der Frankfurter Dichter-Pfarrer hat das so verfasst. Ostern heißt also, dass alles, was vertraut ist, ins Wanken gerät. Ostern verändert nicht nur dies oder jenes, sondern schlichtweg alles.

Seht das Grab ist nicht mehr Grab

tot ist nicht mehr tot

Ende ist nicht Ende mehr

nichts ist wie es war.

Auch wenn wir unsere schönen Osterlieder in diesem Jahr nicht singen dürfen, jedenfalls nicht zusammen: Ostern ist wie eine neue Melodie, und dabei ist es ganz egal, wohin der einzelne seinen Akzent setzt, wo jede/r seine/ihre Vorlieben hat.

Seht der Herr erstand vom Tod

sucht ihn nicht mehr hier

geht mit ihm in alle Welt

er geht euch voraus.

Jesus geht mit mir und Dir, auch auf schwierigen, steinigen, mühsamen Wegen. Und was das Schönste ist: Er geht uns voraus, durch den Tod ins Leben. Grund genug, (corona-bedingt ganz leise) ins Halleluja einzustimmen, egal, wo der Akzent liegt.

Peter Scheiwe, Pfarrer
Peter Scheiwe, Pfarrer

 

Frohe Feiertage, auch im Namen meiner MitarbeiterInnen aus dem

Pastoralteam, Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

Quelle: pixabay

Liebe Leser und Leserinnen,

als Kind habe ich mir immer einen Esel gewünscht. Wir hatten viele Tiere, aber ein Esel war nicht darunter. Ich weiß gar nicht mehr genau wie es zu meinem Wunsch kam, aber Hausesel sind gutmütig, verspielt und lieben es, wenn man sie streichelt. Kulturhistorisch gilt der Esel als „Tier des Volkes“, im Gegensatz zum Pferd, das für Krieg und Luxus steht. Ein Pferd zu besitzen, diesen Wunsch würden meine Eltern mir nicht erfüllen können, das war mir damals klar. Vielleicht kam ich daher auf den Esel.

Alle Evangelien berichten vom Einzug Jesu in Jerusalem. Er ritt auf einem Esel in die Stadt ein. Nur das Matthäusevangelium und das Johannesevangelium beziehen sich  ausdrücklich auf den Propheten Sacharja. In seiner bekannten Rede vom kommenden Friedenskönig heißt es: Juble laut, Tochter Zion! Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin. Ich vernichte die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, vernichtet wird der Kriegsbogen. Er verkündet für die Völker den Frieden; seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Eufrat bis an die Enden der Erde. (Sacharja 9,9-10)

Als Jesus  nach Jerusalem kam, erinnerten sich die Menschen an diese Worte des Propheten. Sie waren glücklich

und froh, denn jetzt würde für alle Menschen der Friede kommen. Der Esel war ihnen das Zeichen dafür, der Reiter auf dem Esel war der Bote des Friedens.  Jesus  bringt den Frieden, weil er selbst friedfertig in  Zeichen der Gewaltlosigkeit den Menschen begegnet.

Dieses Bild des Einzugs lässt fragen, was unsere Erwartungen an Personen sind, die uns prägen und unser Handeln bestimmen. Suchen wir eher eindrucksvolle Bilder der Macht bei ihnen, suchen wir den Sieg über Menschen und Ideen oder lassen wir uns von Bildern der Gewaltlosigkeit und der Ohnmacht ansprechen – so wie Jesus am Kreuz siegen wird, nicht als der triumphierende Held, sondern als der auf seinen Vater hörende Sohn?

Vielleicht kann dieser Gedanke uns in den kommenden Tagen der Karwoche begleiten!

Angelika Schulte, Gemeindereferentin
Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Gemeindereferentin Angelika Schulte

 

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