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Ganz oder gar nicht, gehen oder bleiben
Ganz oder gar nicht, Du musst dich entscheiden.
Dieses Lied von Wolfgang Petry haben wir wahrscheinlich beim Schützenfest zu späterer Stunde im Festzelt gehört und vielleicht sogar mitgesungen.
Bei Wolfgang Petry geht es um die Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich lieben.
Im Evangelium dieses Sonntags geht es auch um ganz oder gar nicht, allerdings in Bezug auf unsere Beziehung zu Jesus.
Wenn Jesus sagt, die Toten sollen ihre Toten begraben oder wer die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmal zurückblickt, taugt nicht, so fordert er uns auf, eine Entscheidung zu fällen. Man kann Jesus nicht halbherzig folgen, genauso, wie man die Entscheidung zu einem anderen Menschen nicht halbherzig fällen kann.

Diakon Klaus Pöppel
Diakon Klaus Pöppel

Jesus nachzufolgen bedeutet mehr, als sonntags in die Kirche zu gehen. Es bedeutet mehr, als Kirchensteuer zu zahlen. Jesus nachzufolgen ist eine Entscheidung, die alle Aspekte meines Lebens beeinflusst. Christ und Christin ist man nicht sonntags, sondern immer.
Genau das will Jesus uns im heutigen Evangelium sagen.

Vielleicht hören Sie beim nächsten Schützenfest das Lied von Wolfgang Petry mit etwas anderen Gedanken. Ganz oder gar nicht.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gute Zeit in unruhigen Zeiten.
Ihr Diakon
Klaus Pöppel

Die Sommerferien beginnen am nächsten Wochenende – so viele freuen sich nicht nur auf arbeitsfreie Wochen, sondern auf ein „Runterfahren“, ein „zu-sich-Kommen“, auf mehr Ruhe in unruhiger Zeit.
Wohin wir auch sehen – Umwälzungen im Großen wie im Kleinen. Stichworte sind international Corona und Ukraine, auf kirchlicher Ebene die Erschütterungen durch den Missbrauchsskandal, im Privaten die Inflation. Auf Ebene der Erzdiözese für viele auch das Rücktrittsgesuch unseres Erzbischofs.
Bei vielen Mensch spüre ich eine Sehnsucht danach, dass endlich einmal Ruhe einkehrt.
Auch von Jesus wird berichtet, dass er sich zurückgezogen hat.
Das Evangelium des 12. Sonntags beginnt mit den Worten: In jener Zeit
betete Jesus für sich allein. (Lk 9,18)
Das Markusevangelium erzählt davon, wie Jesus zu seinen Jüngern sagt: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ (Mk 6,31)
Er weiß darum, dass Rückzug und Ruhe wichtig sind, um neue Kräfte zu sammeln, zu sich selbst zu finden und vielleicht auch neu zu Gott zu kommen.

Das kann für uns der Urlaub sein, aber Urlaub ist – wenn überhaupt – nur einmal im Jahr.
Das kann im Kleinen auch der Sonntag sein, der übers Jahr Ruhe bieten kann
Für den Urlaub wie den Sonntag wünsche ich Ihnen und Euch, dass nicht all das erledigt und nachgearbeitet werden muss, was liegen geblieben ist.
Dass Ruhe einkehrt, die Kraft schöpfen lässt, wie Jesus es uns vorgelebt hat.
Dass Zeit bleibt, um in Ruhe Gott und den Mitmenschen zu begegnen.

DIakon Andreas Kirchner
Diakon Andreas Kirchner

Ihr/Euer Diakon Andreas Kirchner

„Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. So hat unser Glaubensweg begonnen. Und das erste religiöse Zeichen, das wir gelernt haben, war wohl das Kreuzzeichen, mit den gerade schon erinnerten Worten. Unzählige Male kamen die Worte vom dreifaltigen Gott seitdem über unsere Lippen. Aber ist es uns Menschen überhaupt möglich dieses Geheimnis, das darin verborgen liegt, einmal ganz zu verstehen: dreifaltig einer – Vater, Sohn und Heiliger Geist? Ein Gott in drei Personen?

Wie oft übersteigt Gott die Möglichkeiten unserer Worte, unserer Bilder und Denkstrukturen. Unser Sprechen wird zum Stammeln, unsere Bilder werden undeutlich, unser Denken kann das Eigentliche nicht erfassen. Immer bleiben wir hinter einer letztgültigen Erklärung zurück. Und dennoch: Wollen wir diese Worte nicht nur „daherplappern“, wollen wir Fragenden gegenüber nicht einfach sprachlos werden, wollen wir skeptisch Suchenden nicht einfach achselzuckend begegnen, dann dürfen wir nicht aufhören, darüber nachzudenken. Was bedeutet dieses Geheimnis der Dreifaltigkeit für uns?

Das Halteseil, an dem entlang wir das können, ist die Geschichte Gottes mit uns Menschen. Hier können wir ihn kennenlernen. Sicherlich nicht so, dass wir Gott analytisch begreifen und hinter sein Geheimnis schauen könnten. Aber seine Begegnungen mit Menschen lassen Wesentliches deutlich werden, zeigen die „Gesichtszüge“ unseres Dreifaltigen Gottes. Gott wendet sich immer wieder den Menschen zu. Er kommt ihnen nah im brennenden Dornbusch und nennt seinen Namen: „Ich bin der ‚Ich-bin-da‘!“ Als diese Botschaft nicht mehr ausreicht, wurde Gott Mensch, um mitten unter den Menschen und für alle Menschen berührbar da sein zu können. Gott ist immer bereit sein Engagement für uns zu steigern. Er zeigt sein menschenzugewandtes, menschenfreundliches, menschenwürdigendes Gesicht: es ist unverwechselbar – Liebe! Und diese zu uns drängende Liebe, die nennt die Bibel den „Heiligen Geist“ oder so, wie wir ihn erfahren: Tröster, Beistand, Ratgeber, Weisheit, Stärke, Frömmigkeit, also Gottverbundenheit im konkreten Alltag.

Wir spüren: Gott wird im letzten ein Geheimnis sein und bleiben. Aber immer dann, wenn wir schlicht und einfach das Kreuzzeichen beten, dürfen wir auf Gottes Liebe vertrauen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er mit uns ist vom ersten Atemzug bis zum letzten und darüber hinaus. Wir können unser Leben und unsere Zukunft in seine Hand legen, mit all unserer Hoffnung, all unserem Glauben und all unserer Liebe. Der dreifaltige Gott lässt sich nicht begreifen. Aber sein innerstes Geheimnis, seine Liebe, die Liebe vom einen zum anderen, will unser Leben prägen.

Ihr Pastor Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pastor
Tobias Dirksmeier, Pastor

Vom Kopf ins Herz
„Dann werde ich den Vater bitten, dass er euch an meiner Stelle einen anderen Helfer gibt, der für immer bei euch bleibt… Denn die Geistkraft wird in euch leben.“ Nach Johannes 14,16-17
Wenn ich Erstkommunionkinder die Frage stelle, wie oder wer oder was der Heilige Geist ist, bekomme ich die unterschiedlichsten Antworten: etwas Unsichtbares, etwas, was man in sich spürt….
Selbst die Bibel bietet uns verschiedene Bilder: die Taube, die vom Himmel herabfliegt, das Brausen des Windes, die Feuerzungen. Allen gemeinsam ist eine Dynamik. Die Geistkraft will nicht begriffen werden, sie will wirken, mit uns leben und uns inspirieren.

Sie will uns Leben einhauchen,
uns aufblühen lassen und
helfen ein Segen zu sein
für diese Erde und für die Menschen auf ihr.

Die Geistkraft, wenn wir uns ihr öffnen, schafft es, dass das Wissen vom Kopf in unser Herz gelangt, dass der Glaube seine lebensverändernde Kraft entfaltet und selber Visionen schenkt und Träume in uns aufsteigen lässt von einer besseren Welt, die gut ist, weil Gerechtigkeit sich durchsetzt und weil Leidende erhört werden…

Petra Scharfen, Gemeindereferentin
Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Dass das nicht immer leicht ist, dass spüren wir jeden Tag. Nicht immer haben wir die Kraft dazu, nach allen Seiten hin gut und kraftvoll zu handeln. Das folgende Gebet von einem Kollegen finde ich so gut, dass ich es unbedingt mit Ihnen teilen möchte. Es entlastet mit einer Prise Humor:
„Manchmal, wenn die Bemühungen zur Nächstenliebe so gar nicht klappen wollen, reicht es vielleicht auch aus, einander nichts Böses zu tun und den Rest Gott zu überlassen: Herr, lieb du ihn, ich bin gerade verhindert. Amen“ Sebastian Krines

Ich wünsche uns allen, dass wir diese lebensveränderte Kraft in uns spüren können und nicht aufgeben an eine bessere Welt zu glauben.
Ihre Gemeindereferentin Petra Scharfen

Himmel auf Erden
Eigentlich möchten wir es schon etwas genauer wissen, wo der Himmel ist. Und
die Hölle, wo mag sie sein? Himmel und Hölle sind die gewaltigen Gegensätze,
offenbar immer noch weit genug entfernt von dieser Erde und auch von uns.
Stimmt das wirklich? Zumindest von der Hölle haben wir doch sehr genaue Erfah-
rungen. Wir machen jemandem das Leben zur Hölle und müssen manchmal
selbst durch die Hölle gehen. Keiner kann sagen, das seien weit entfernte Mög-
lichkeiten. Die vielen Menschen in der Ukraine, direkt vor unserer europäischen
Haustür, und in allen anderen Kriegs- und Krisengebieten erleben die Hölle regel-
recht am eigenen Leib. Die Hölle ereignet sich mitten unter uns, und wir Men-
schen sind nur allzu oft selbst dafür verantwortlich.
Und was ist dann mit dem Himmel? Ab und zu fühlt sich jemand wie im Himmel,
obwohl er auf der Erde bleibt. Ab und zu gibt es für uns Menschen Augenblicke
des wirklichen Friedens, des gegenseitigen Verstehens, des tiefen Glücks. Seltene
Erfahrungen vielleicht, die sie aber hoffentlich selbst ab und an erfahren dürfen
und anderen geben können – und diese Erfahrungen sind ein deutlicher Hinweis
darauf, dass auch der Himmel nicht weit entfernt sein muss.

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
Benedikt Fritz, Gemeindereferent

„Vater unser im Himmel“, so beten wir und denken dabei nicht an einen Gott jenseits aller Wolken. Der Himmel ist der Ort Gottes; und dieser Ort ist überall dort, wo Menschen sich um die Voraussetzungen mühen, die bei Gott gelten. Wo Liebe nicht nur ein leeres Wort bleibt, da ist Himmel. Die Himmelfahrt Jesu hat nichts zu tun mit einer Bewegung weg von dieser Welt. Himmel, so will uns das Fest Christi Himmelfahrt sagen, kann überall sein, wo Menschen sich der Wirk-
lichkeit Gottes öffnen. Erinnern wir uns doch daran, nicht nur an diesem Festtag, sondern bei jedem Vater Unser!
Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

Liebe Schwestern und Brüder!

Das Ostereignis ist die wertvollste Perle in der Krone der Christen. Gleich einem hochkarätigen Diamanten, der ebenso kunstvoll wie aufwendig geschliffen ist, zeigt der „Osterdiamant“ der Christen immer wieder eine neue Seite, ein neues Gesicht, neue Facetten, wenn man ihn ins Licht hält, ins Licht des Heiligen Geistes, versteht sich.
Da ist z. B. der erste Satz des Auferstandenen an seine Jünger am Abend des Ostertages. „Der Friede sei mit euch.“ Das war wie eine Erlösung. Da fielen Zentnerlasten von der Seele der Apostel. Sie hatten ihn verlassen, waren in seiner schwersten Stunde nicht bei ihm geblieben. Petrus hatte ihn verleugnet: „Ich kenne diesen Menschen nicht.“ Unter normalen Umständen wäre jede Freundschaft an ihr Ende gekommen. „Der Friede sei mit euch.“, das bedeutet: „Ihr braucht euch keine Sorgen mehr zu machen. – Es ist alles gut, wieder gut.“ Der erste Satz des Auferstandenen ist ein Versöhnungswort, ein Wort, das in die Zukunft weist, eine gute Zukunft, weil Gott sie mit uns lebt.

Peter Scheiwe, Pfarrer
Peter Scheiwe, Pfarrer

Oder nehmen Sie diese Facette aus dem Osterdiamanten in der Glaubenskrone der Christen: die Verbreitung der Botschaft vom leeren Grab innerhalb von nur einer Generation und das von Jerusalem bis an die Grenze der damals bekannten Welt, d. h. bis nach Rom. Abgesehen davon, dass die Weitergabe der Osterbotschaft mündlich und zu Fuß bzw. per Schiffspassage – und die war lebensgefährlich – erfolgt ist, verwundert mich jedes Jahr wieder von Neuen, dass und wie die Nachricht vom leeren Grab bei den Menschen angekommen ist. Götter in Menschengestalt, die mal hier, mal dort erscheinen, die sich immer wieder einmal ein anderes Aussehen geben, waren bei den Menschen im Umfeld der griechischen Antike sozusagen an der Tagesordnung. – Wundergeschichten, Nachrichten über Heilungen, Brotvermehrungen oder Spaziergänge übers Wasser hatten bestenfalls die Bedeutung einer Sensation, die heute die Gemüter erregt, und morgen schon wieder vergessen ist, weil die nächste Meldung die Runde macht.
Ich kann mir die ungewöhnlich schnelle Verbreitung der Osterbotschaft nur damit erklären, dass die Menschen damals und zwar sowohl die Missionare als auch ihre Zuhörer gespürt haben müssen: das betrifft mich ja ganz persönlich. Wenn da ein Mensch tot war und danach wieder lebt, dann hat das etwas mit mir und meinem Leben zu tun, denn auch ich werde ja eines Tages sterben und auch ich möchte eigentlich lieber leben. So ist unsere, die christliche Taufe entstanden. „Ihr seid gestorben, und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.“, so liest sich das in biblischen Worten.

Ostern, das hat etwas mit mir zu tun; das betrifft mich ganz persönlich. Nichts ist danach mehr so wie vorher. Kein Wunder (!), dass die Apostel sich auf den Weg machten „bis an die Grenzen der Erde“. Die Freude der Erlösten trieb sie dazu, und die wurde so stark, dass auch Verfolgung und Martyrium nicht dagegen ankamen. „Die Freude an Gott ist unsere Kraft.“, sagt der Prophet Nehemia. Die Freude an Gott ist durch nichts auf der Welt zu besiegen. Sie trägt auch, oder besser gesagt, gerade dann, wenn es schwer wird im Leben – so wie im Hinblick auf die Weltgeschichte gerade einmal wieder.
Bleiben Sie behütet, Ihr Peter Scheiwe.

Tag der Familie

An diesem Sonntag feiern wir den internationalen Tag der Familie. Die Vereinten Nationen haben diesen Tag ausgerufen, um die Bedeutung von Familien zu bekräftigen. Gerade heute hat dieser Tag eine brennende Aktualität. Durch den Krieg in der Ukraine werden viele Familien auseinandergerissen. Die Frauen und die Kinder können den Gräueln entfliehen, die Männer kämpfen für ihre Freiheit. So kommt für die ukrainischen Frauen bei uns zu der persönlichen Not durch die Flucht und behelfsmäßige Unterbringung die Angst um die zurückgebliebenen Männer hinzu. Es gibt nur wenige Dinge, die einer Familie passieren kann, die so schlimm sind. Da kommt dieser Gedenktag und die damit verbundene Mahnung, die Bedeutung von Familie verstärkt in den Blick zu nehmen, leider genau passend. Viele Menschen in unserer Gemeinde haben Geflüchtete aufgenommen und bieten ihnen eine Unterkunft und darüber hinaus eine Familie auf Zeit. Hierfür kann und muss man Danke sagen. Vielleicht ist dies genau die Umsetzung davon, was Jesus uns im heutigen Evangelium sagt: liebet einander.

Diakon Klaus Pöppel
Diakon Klaus Pöppel

Ihnen und ganz besonders Ihren Familien wünsche ich alles Gute!
Ihr Diakon
Klaus Pöppel

Die frühen Christen stellten Jesus (schon in den Katakomben) meist als den Guten Hirten dar, der ein Schaf behutsam auf seinen Schultern trägt. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf ist im Gedächtnis der Jünger und der frühen Christen geblieben. Jesus wird jedem nachgehen, der sich verirrt hat, der sich im Gestrüpp verfangen hat, in Ängsten und Trauer. Jeder gute verantwortungsbewusste Hirt wird so handeln. Die Schafe werden das wissen, haben daher Vertrauen, folgen deswegen seiner Stimme. Was zeichnet diesen guten Hirten aus?

Seine Treue und seine Bereitschaft, sich einzusetzen – und seine Verlässlichkeit. Das Bild vom guten Hirten drückt eine tiefe Sehnsucht aus, die Sehnsucht nach einem Gegenüber, zu dem ein Mensch absolutes Vertrauen haben kann.

Der vierte Sonntag der Osterzeit ist seit langer Zeit der sogenannte „GuteHirte-Sonntag“. An diesem Sonntag wird jeweils ein Abschnitt aus dem Johannesevangelium verkündet von Jesus, dem guten Hirten (im Jahr 2022 Joh 10, 27-30). Das lateinische Wort für ‚Hirte‘ ist ‚Pastor‘. So steht an diesem Tag auch das Gebet um geistliche Berufungen im Blickpunkt. Viele denken dabei vor allem an Priester- und Ordensberufe. Ich möchte hier jedoch den Blick weiten: Jeder getaufte Christ kann ein Hirte für andere sein, ein Mensch, in dem Gottes Geist wirkt – und er oder sie kann zu einem „Seelsorger“ bzw. einer „Seelsorgerin“ für andere Menschen werden, indem er sich einsetzt für das Leben der Menschen. So hat sie oder er teil an der „Pastoral Jesu“, der gekommen ist, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben.

Wir alle stehen in der Nachfolge Jesu, auch als Hirten. Und jetzt lesen Sie diesen kurzen Text doch bitte nochmals von Anfang an.

Ihr/Euer Diakon Andreas Kirchner

DIakon Andreas Kirchner
Diakon Andreas Kirchner

„Werft das Netz aus!“

„In dieser Nacht fingen sie nichts.“ Ein kurzer und doch folgenschwerer Satz für die müden Jünger. Letztlich aber eben nicht nur für die Jünger damals! Uns selbst und so manchem Mitmenschen, mag das Erlebnis der Jünger sogar aus der Seele sprechen. Tag für Tag nehmen wir von neuem den Anspruch eines jeden Tages an. Wir versuchen jeden Tag nach Kräften zu gestalten oder manches Mal auch einfach zu bewältigen. Dann wird es Abend und es wird Nacht und der vergangene Tag, mit seinen Erlebnissen und Eindrücken arbeitet in uns weiter. Alles Erlebte lässt uns nicht so einfach zur Ruhe kommen. Dann fischen auch wir mitten in der Nacht. Wir hoffen ebenso auf den reichen Fang: Lösungen für manche Fragen und Sorgen. Das zerrt an den Kräften und der Geduld. Welche Enttäuschung kann sich in Menschen ausbreiten, wenn dann der anbrechende Morgen nur ans Licht bringt, dass alle Mühe umsonst war. Die Netze sind leer, die Vergeblichkeit ist sichtbar.
Und dann steht da auch noch einer am Ufer und bittet genau um das, was ich gerade nicht geben kann.

Doch der Weg, den die Jünger mit Jesus gegangen sind, hat sie gelehrt, in einer solche Krisensituation nicht zu erstarren, sondern im biblischen Sinne einen neuen Versuch zu wagen. Darum lassen sich die müden und übernächtigten Jünger auf die Forderung ein. Sie lassen sich aufmuntern und ermutigen. Sie beginnen von vorn und werfen das Netz aus. Der Erfolg ist überwältigend.

Tobias Dirksmeier, Pastor
Tobias Dirksmeier, Pastor

Für unser Leben kann das bedeuten, dass wir mitten in den Krisensituationen unseres Lebens auf das Wort des Evangeliums vertrauen dürfen. Auch auf die Nähe Jesu, der am Ufer unseres Lebens steht, auch wenn wir ihn gerade gar nicht erkennen können. Er spricht uns an und ermutigt uns unser Lebensnetz noch einmal auszuwerfen. Der Auferstandene fordert uns immer neu heraus, dass wir nicht wie gelähmt auf das leere Netz starren, sondern es einfach an anderer Stelle neu auszuwerfen. Auf sein Wort hin werden wir mit reichem Fang belohnt werden, dass ist seine österliche Verheißung.

Ich wünsche Ihnen den Mut das Netz immer neu auszuwerfen, damit Sie mit reichem Fang belohnt werden. Den können wir miteinander teilen, um Gemeinschaft und Solidarität unter uns zu stärken. Der Auferstandene geht an unserer Seite!
Ihr Pastor Tobias Dirksmeier

An die Auferstehung zu Glauben ist schwierig. Ich persönlich kenne niemanden, der gestorben und auferstanden ist. Ich habe noch niemanden getroffen, mit ihm gesprochen oder ihn gar berührt. Glauben ist schwierig. Wir brauchen Zugänge, Geschichten, Erlebnisse, Vorbilder. Das alles macht das Glauben einfacher.

Seit 2006 habe ich in der Gemeinde als Seelsorgerin mitgearbeitet. Meine Aufgaben waren bei einer Viertelstelle überschaubar: Sakramenten-Unterricht in der Hermann Schmidt Schule, Demenzgottesdienst in St. Bruno, der Beerdigungsdienst und – fast schon ein Hobby – seit 2020 die musikalischen Impulse auf Facebook. Meine Haupttätigkeit war die Arbeit als Seelsorgerin in den Caritas Wohnhäusern und Werkstätten.
Seit dem 01.04.2022 hat sich mein Aufgabenfeld verändert. Meine Arbeitskraft habe ich halbiert: Die eine Hälfte in der Caritas, wie gehabt. Die andere Hälfte als Diözesanbeauftragte für Seelsorge für und mit Menschen mit Behinderung im Erzbistum Paderborn. Das heißt, Abschied zu nehmen von der Gemeinde, von meinem Aufgaben dort und dem Team. Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Ich bin traurig, weil mir die Aufgaben in der Gemeinde viel Spaß gemacht haben. Ich freue mich, meine Kompetenzen und Erfahrungen nun an anderer Stelle zur Verfügung
zu stellen.

Unser Glaube braucht alle Sinne, das ist meine feste Überzeugung. Das erlebte und erlebe ich immer wieder im Kontakt mit Menschen mit Behinderungen. Das spüre ich aber auch bei allen Gläubigen. Wir wollen uns gerne festhalten an etwas Konkreten. Wir brauchen als Menschen die ganzheitliche Ansprache und Erleben. Das möchte ich nun an anderer Stelle weitergeben. Aber, wie erzählt das Evangelium heute (und wie sang Trude Herr): Niemals geht man so ganz. Ich bleibe Ihnen zumindest mit den musikalischen Impulsen erhalten. Ist ja auch ein Hobby. Und vielleicht die Möglichkeit, meinen Glauben mit allen Sinnen zu teilen.

Fühlen Sie sich gesegnet und behütet,

Anja Fecke

Anja Fecke, Gemeindereferentin / Behindertenseelsorgerin a.fecke@cww-paderborn.de 0160 897 22 37
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