Überspringen zu Hauptinhalt
Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Schalten Sie das nächste Mal wieder ein, um Gott sagen zu hören……

Immer wenn, etwas passiert, was besonders beeindruckt, einen besonders anrührt, dann will man eigentlich nicht, dass dieser Moment vorbei geht. Der medienaffine Mensch zückt heute sein Handy und nimmt alles auf, was ihm vor die Linse kommt. Vielleicht wird es wichtig und man kann es posten.

Hätten Petrus, Jakobus und Johannes bereits ein Handy besessen, sie wären aus der Videoschleife wahrscheinlich gar nicht rausgekommen.

Aber sie hatten keins. Und um diesem großartigen Moment zu würdigen, wollen sie drei Hütten bauen:

Eine für Elias, eine für Moses und – natürlich – eine für Jesus. Als Denkmal.

Aber dazu kommt es nicht, denn noch bevor sie anfangen können, wird das gleißende Licht dunkel und die Stimme Gottes erschallt.

Mehr Dramatik geht nicht. Jeder Regisseur würde sich nach einer solchen Einstellung die Finger lecken. Licht und Dunkel, leicht überbelichtet, dann die mächtige Stimme aus dem Off.

Und wofür der ganze „Zauber“? Um deutlich zu machen, wer Jesus ist. Kein Prophet wie Elias, kein Führer ins gelobte Land wie Moses, sondern das menschgewordene Wort Gottes, sein Sohn.

Das Jesus ihnen verbietet, ein Wort über diese Szene zu verlieren bis zur Auferstehung, überhöht das Ganze noch mehr. Ein Cliffhanger besonderer Güte. Dieser Cliffhanger zieht sich nicht nur durch die Fastenzeit. Das Stichwort Auferstehung ist der Cliffhanger eines jeden Christen.

Ganz ehrlich: viel besser als jedes Selfie, Video oder Hollywoodschmonzette.

Ein gutes Wochenende wünscht Ihnen

 

Anja Fecke, Gemeindereferentin/ Behindertenseelsorgerin

 

Die Wüste wird zum Ort des Lebens

Auch wenn die Fastenzeit sicherlich selten „passend“ auf den eigenen Lebensalltag trifft, so kann man in diesem Jahr doch durchaus klagen und – vorsichtig gesagt – seufzen: „Ach, dass also jetzt auch noch!?“ Zurecht könnte der eine oder die andere weiter anführen: Sind wir nicht schon gefühlt ein ganzes Jahr in so etwas wie einer andauernden Fastenzeit? Keine Feste im Großen und Kleinen, jetzt schon über viele Wochen und Monate hinweg. Kontakte sollen immer noch auf ein Minimum reduziert werden. Die Hand haben wir doch bestimmt seit einem Jahr schon niemandem mehr zum Gruß gereicht. Wie es mit persönlichen Umarmungen aussieht, jeder kann die Frage für sich selbst beantworten.

Da könnten wir fast schon schmunzeln über die bloß 40 Tage, die Jesus in die Einsamkeit der Wüste geführt und vor manche Versuchung gestellt wird. Wir sind schließlich schon fast ein ganzes Jahr in der Wüste. Wir sind und bleiben herausgefordert vom Versucher, der uns in unserem Fall in Form eines winzigen Virus begegnet, das jetzt auch noch wandlungsfähig und unglaublich hartnäckig an unseren Nerven und oft noch viel schlimmer, an unserer Gesundheit zerrt. Was wollen wir da also dieser Fastenzeit noch abgewinnen? Haben wir diese Buß-Zeit überhaupt nötig, nach den zahlreichen persönlichen Erfahrungen und vor allem Entbehrungen in der Pandemie? Brauchen wir nicht eher das Gegenteil: viel Süßes für unsere zum Teil zum Zerreißen angespannten Nerven?

Tobias Dirksmeier, Pastor
Tobias Dirksmeier, Pastor

Diese Fragen kann nur jeder für sich selbst beantworten. Ich möchte zu Beginn dieser Fastenzeit einfach dazu anregen, dass wir uns nicht so sehr über das „was“ Gedanken machen, also worauf wir verzichten wollen. Meine Anregung lautet: Achten wir in den kommenden 40 Tagen vor allem auf das „wie“! Wie gehen wir in Begegnungen, wie

gestalten wir gerade unsere Beziehungen? Wie können wir uns selbst etwas Gutes tun? Wie können wir Kritik üben ohne zu verletzen? Wie können Wunden in uns wieder heilen? Wie können wir denen etwas Gutes tun, die wir selbst verletzt haben? Wie können wir viel öfter Danke sagen? Wie kann es uns gelingen weniger zu klagen, um vielmehr unsere positive Energie zu wecken, damit diese Zeit nicht eine Zeit in der Trockenheit der Wüste ist und bleibt, sondern zu einem Ort wird, der er für Jesus geworden ist: ein Ort des Lebens, der Lebendigkeit. Zum Ort einer Dynamik, die auf die Zukunft hin ausgerichtet ist und sich nicht mehr von der Vergangenheit, von dem, was wir nicht mehr ändern können, lähmen lässt? Wie können die nächsten 40 Tage also für mich persönlich zu einem Ort des Lebens werden?

Da, wo wir Hoffnung leben, können andere durch uns Gottes heil- und liebevolle Zuwendung spüren.

Ihr Pastor Tobias Dirksmeier

 

Segen ist ein besonderes Geschenk.

Wenn jemand für mich betet und mir dann den Segen zuspricht, ist das für mich ein heiliger Moment. Ich brauche nur da zu sein und zu empfangen: Ich höre vielleicht meinen Namen, ich höre, wie Menschen für mich beten. Wie sie sich mir zuwenden. Die Hand auflegen. Und dann der Zuspruch: „Gott sei dir gnädig und segne dich!“ (Einzelsegnungen erleben wir in unserer Pfarrei leider (noch) nicht so häufig.)

Wie wertvoll vielen Menschen der Segen ist, den die Sternsinger zu Beginn des Jahres zu den Häusern, Wohnungen und zu den Bewohnern bringen, haben unsere Sternsingerteams in diesem Jahr ganz deutlich bemerkt. Viele Menschen haben sich gemeldet, nachgefragt und haben manchmal auch geduldig auf das Segenspaket gewartet. Oft haben wir gehört: „Ohne Segen für unser Haus und für die Menschen, die hier leben, fehlt uns das ganz Jahr etwas.“ und  „Wo oder wie kann ich meine Spende für die Kinder weltweit abgeben?“

Vielen Dank an alle, die diese Aktion mit unermüdlichem Einsatz vorbereitet, durchgeführt und unterstützt haben – mit Taten, guten Worten, Geduld und Verständnis und Spenden. Sie alle sind selbst zum Segen geworden.

Das Spendenergebnis ist sogar noch höher als wir erwartet haben. Es sind in diesem Jahr rund 21.000 Euro in unserer Pfarrei zusammengekommen. Dazu kommen die Spenden, die direkt an das Kindermissionswerk von Ihnen überwiesen worden sind, über die wir keinen Einblick haben. Vielen herzlichen Dank an die Spender – auch Sie sind zum Segen für viele Kinder in Not geworden.

Leider konnten keine Aussendungsgottesdienste stattfinden. Daher kam die Frage auf: „Wer darf denn alles segnen? Gibt es gültige und ungültige Segen?“ Um diese Frage zu beantworten, zitiere ich ein Interview mit  Robert Kleine (Kölner Stadt- und Domdechant): Segnen darf jeder. Also jeder, der darauf vertraut, dass Gott segnet und begleitet kann und darf das. Dabei soll nur auch immer Gott selbst als der benannt werden, der segnet. Es gibt Mütter, die ihre Kinder segnen oder Priester, die am Ende eines Gottesdienstes die Gläubigen segnen – wer aber im Grunde wirklich segnet, ist Gott.

Bei uns in der katholischen Kirche ist der Prozess des Segnens etwas mehr gewachsen. Wir haben mit dem Weihwasser ja auch eine äußere, sichtbare Form der Segnung. Dadurch segnen wir auch Gegenstände. Wir segnen Autos, Rosenkränze, Orgeln oder Heiligenbilder. Dann meint das natürlich nicht, dass die Gegenstände an sich gesegnet werden, sondern der Segen bezieht sich auf den Menschen, der dieses Auto fährt, den Rosenkrank nutzt oder an der Orgel spielt oder die Menschen, die dem Orgelspiel folgen und mitsingen. Der Segen gilt immer Menschen.“

Ich möchte Sie ermuntern, selbst Ihre Lieben zu segnen. Denn „Wenn du einen Menschen segnest, fließt Gottes Liebe durch dich hindurch zu dem anderen Menschen.“

„Gott sei dir gnädig und segne dich!“

Ihre Gemeindereferentin Petra Scharfen

 

Heil-berufe(n)

Unter den vielen Berufen die es gibt, denen man nachgehen kann, gibt es viele die im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Heil der Menschen zu tun haben. So haben wir z.b. den Arzt oder die Ärztin, den Krankenpfleger oder die Krankenpflegerin, da sind doch so viele Dienste an den bedrohten und gefährdeten Menschen, an den Kindern, den Alten und auch der Schöpfung im allgemeinen. Gibt es aber auch „Unheilberufe“?

Es ist doch auch das Maß entscheidend, mit dem ein Beruf zum Heil oder zum Unheil eines anderen Menschen oder der Schöpfung ausgeübt wird, mit wieviel persönlichem Einsatz und mit welcher Überzeugung und Ausstrahlung (ja, auch Charisma) dieses geschieht.

Immer wieder hören wir davon, dass die Zahl derer, die in diesen Heilberufen tätig sein wollen – und da sind eben nicht nur die klassischen Heilberufe, ich zähle da auch den Beruf des Seelsorgers/der Seelsorgerin dazu –  rückläufig sind, bzw. für das Heil noch lange nicht ausreichen. Ja, auch die Zahl der Menschen, die sich für kirchliche Berufe entscheiden nimmt ab, leider!

Ich glaube, dass jegliche Heilberufe es grundsätzlich schwer haben in einer Welt, in der das Unheil und das Grauen, das Leid und die Ungerechtigkeit in so vielfältiger Form nach den Menschen greifen, so scheinbar manchmal übermächtig, dass demgegenüber das Heil oft nur ohnmächtig erscheint. Aber der Schein trügt!

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Nur wenn alle Christen, alle Menschen guten Willens begreifen, dass ihr Christsein, ihr Menschsein immer auch ein Heilberuf wie kein anderer ist, wenn also wir, die wir uns Christen nennen, entschlossener und bewusster zu einem umfassenden Heil beitragen, wo immer das nur möglich ist, nur dann wird diese gemeinsam Haltung auch wieder mehr Berufe der Heils, vielleicht ja auch geistliche Berufe hervorbringen.

So wünsche ich Ihnen, in welchem Beruf auch immer sie tätig sind, als EDV-ler, BänkerIn, Pädagog(e)In, SekretärIn, ErzieherIn, als VerkäuferIn oder PflegerIn, egal wo, niemals vergessen: Sie sind zum Heil berufen, in allem was sie tun.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

 

Liebe Schwestern und Brüder,

„Hauptsache gesund!“ – so lautet eine Redewendung, die wir in unserem Alltag oft gebrauchen. In Pandemiezeiten wohl noch häufiger. Dahinter steckt eine alte menschliche Erfahrung: Wir sind schlicht und ergreifend auf unseren Körper angewiesen. Krankheit und Gebrechen stellen für uns eine Bedrohung dar, die im Tod ihren Höhepunkt erreicht. Eine gute Sorge für unser physisches Wohl ist daher unerlässlich. Dieses Wissen überliefern uns schon die Väter des Mönchtums mit ihren Ratschlägen zu einer maßvollen Ernährung und genügend Schlaf. Gleichzeitig können wir aber feststellen, dass der Körper auch zum Kultobjekt gemacht werden kann: wirklichkeitsfremde Schönheitsideale und die neuesten Diäten werden allerorten beworben und lassen bei entsprechenden Anbietern die Kassen klingeln. Wie also umgehen mit dem eigenen Körper, den der heilige Franziskus mal seinen „Bruder Esel“ nannte?

Unser christlicher Glaube bietet für mich ein Menschenbild an, das eine wirklich tragfähige Lebensweise ermöglicht. Gott ist selbst ein sterblicher Mensch geworden in Jesus Christus. In ihm wird sichtbar: Der Mensch ist weder reiner Geist noch reine Natur. Vielmehr gehören beide unersetzbar zu unserem Leben und beide verlangen danach, von Gott erlöst zu werden. So sprechen wir ganz bewusst nicht nur von unserem natürlichen Körper, sondern vom „Leib“, der nach dem Apostel Paulus ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Das Gerücht, wonach das Christentum und vor allem die katholische Kirche „leibfeindlich“ seien, beruht ja eher auf Halbwissen und auf Verzerrungen unseres Glaubens. Vielmehr sollten wir auf das Zeugnis von Frauen und Männern schauen, die in ihrem Leben verkörpert haben, dass Gott die Erlösung des ganzen Menschen als Einheit von Leib und Seele möchte. Ein wichtiger Zeuge dafür ist der heilige Bischof Blasius, den wir in dieser Woche feiern. Durch die Heilungen, die von ihm berichtet werden, ließ er die Menschenliebe Gottes leiblich erfahrbar werden. Wenn wir in dieser Woche nun den Blasius-Segen empfangen – sofern es die Pandemie zulässt – können wir diese Handlung als eine Einladung verstehen, dankbar zu sein für das Geschenk unseres Leibes und ihn in Gesundheit und Krankheit und in all unserer Verletzbarkeit zu einem Ort echter Gotteserfahrung zu machen – im Sinne einer „Theologie des Leibes“, die uns zum Beispiel der heilige Johannes Paul II. geschenkt hat.

Dass der heilige Blasius seinen Leib hingab um als Märtyrer Zeugnis für Christus zu geben, spricht in diesem Sinne für sich. Kann es ein größeres Zeichen der Liebe geben?

Ihnen eine gute Woche und Gottes Segen!

Bleiben Sie gesund an Seele und Leib,

Ihr

Jakob Ohm

Priesteramtskandidat

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder,

Die Zeit ist reif. So sagen wir, wenn etwas geschieht oder geschehen muss. Wir tun dann nicht mehr so, als ob nichts wäre.

Einer geht zum Arzt und wartet nicht länger. Ein anderer sagt, was schon lange gesagt gehört und schaut nicht länger einfach nur zu. Wieder ein anderer macht einen Vorschlag, den die anderen verstehen können und lässt nicht alles einfach so laufen.

Die Zeit ist reif. Biblisch gesprochen: Die Zeit ist erfüllt. Es geht nicht einfach alles so weiter, wie bisher.

Und was ist jetzt dran bei uns?  Wofür ist es jetzt an der Zeit? Welcher Schritte stehen uns bevor?

Peter Scheiwe, Pfarrer
Peter Scheiwe, Pfarrer

Bei mir vergeht eigentlich kein Tag mehr, ohne dass mich die Pandemie beschäftigt. Einerseits kann auch ich nicht in die berühmte Glaskugel gucken, andererseits müssen jetzt Entscheidungen gefällt werden, z. B. was besondere Gottesdienste betrifft. In welchem Rahmen werden 130 Erstkommunionkinder und deren Familien das Fest feiern können? Was sagen wir den Brautleuten, die sich bei uns in diesem Jahr zur Hochzeit angemeldet haben? Sind Schulgottesdienste mit Abstand und ohne zu singen sinnvoll? Wie werden wir Ostern feiern, wenn auch dann noch keine Lockerungen der Corona-Regeln möglich sind? Sollen wir nach den guten Erfahrungen von Heiligabend auch in der Karwoche an vielen Stellen Freiluftgottesdienste feiern? Besser am Abend des Karsamstages oder Ostersonntag ganz früh? Viele offene Fragen.

Die Zeit ist reif. Die Zeit ist erfüllt. In dieser für manchen von uns belastenten Zeit setzt auf ihr flankierendes Gebet – und ihr Wohlwollen

Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

 

Liebe Leser und Leserinnen,

während das Fest „Taufe des Herrn“ am ersten Sonntag im Jahreskreis noch von der weihnachtlichen Stimmung getragen ist, beginnen nach unserem Gefühl spätestens heute die „Alltags-Sonntage“. Eine  Lesereihe zu den Korintherbriefen und das Markus Evangelium begleitet uns nun in der nächsten Zeit, zwischendurch auch mit Einschüben aus dem Johannesevangelium. Immer gehört auch eine alttestamentliche Lesung dazu. An diesem Sonntag ist dies ein Text aus dem ersten Buch Samuel. Im Moment denke ich oft an die Kommunionkinder aus meiner Weggottesdienstgruppe, denn die Vorbereitung auf ihre Erste Hl. Kommunion ist so ganz anders in diesem Jahr.  Aber sie kennen diese Bibelstelle bereits. Der junge Samuel lebte unter der Aufsicht des Priesters Eli im Tempel. Er war damals etwa so alt wie unsere Kommunionkinder es jetzt sind. Ich erzähle diese spannende Berufungsgeschichte sehr gerne. Sie soll den Kindern vermitteln, wie wertvoll Momente der Stille für unser Beten sind. Samuel wird in der Nacht vom Herrn gerufen, er hört in der Stille Gottes Stimme.  Auch wir haben oft den Wunsch die Stimme Gottes zu hören. Wir beten und haben doch das Gefühl, dass nichts zurückkommt, oder etwa doch?

Gott lässt sich  nicht einengen. Er ist weder zeitlich noch räumlich begrenzt. Eigentlich können wir gar nicht zu Gott sprechen, denn unsere Sprache, unser Denken und Handeln ist begrenzt auf die Dinge, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Vielleicht hilft uns da ein Gebet des Schweigens. Ein Gebet bei dem man keine Wörter formuliert, bei dem man keine Begriffe bildet oder sich keine Bilder macht.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin
Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Wie soll das funktionieren, sind wir doch darauf programmiert zu planen, zu kommunizieren, Probleme und Ergebnisse zu formulieren, Kontakte zu knüpfen? Haben wir verlernt zu schweigen? Sören Kierkegaard sagte über das Beten: „Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich lernte aber, dass beten nicht nur Schweigen ist, sondern Hören.“

Auch unsere Welt ist im Moment stiller geworden, so scheint es mir. Das hat niemand gewollt. Uns fehlen die Kontakte, die Ablenkungen des Alltags, die Freizeitvergnügungen. Und doch, vielleicht ist dies auch ein Chance, sich von Gott neu rufen zu lassen, auf seine Stimme zu lauschen, ihn zu hören.

Ihre Gemeindereferentin Angelika Schulte

 

Zeit für Neues

An diesem Wochenende feiern wir das Fest „Taufe des Herrn“. Mit der Taufe endet etwas und etwas Neues entsteht, beginnt. Im Jahreskreis endet die Weihnachtszeit. Für uns beginnt gerade ein neues Jahr.

In jedem neuen Jahr überlegen wir, was wir besser machen können, fassen Vorsätze, können sie meistens nicht lange durchhalten und hoffen, dass das neue Jahr besser wird.

In diesem Jahr wünschen viele Menschen eher, dass es wieder wie früher wird. Natürlich hoffen wir alle, dass die gesundheitlichen Gefahren der Pandemie überwunden werden, doch ein Zurück zur Zeit vor Covid-19 wird es nicht geben. Nicht in der Gesellschaft und nicht in unserer Kirche.

Wir lernen gerade, dass Spiritualität nicht an die traditionellen Gottesdienstangebote gebunden sein muss. Ganz eindrucksvoll haben dies unsere Freiluftgottesdienste am Heiligen Abend gezeigt. Und von vielen Seiten kam nicht: Wenigstens ein kleiner Ersatz, nächstes Mal aber bitte wieder in der Kirche, sondern eher: Ein tolles Angebot, bitte mehr davon.

Genau wie unser Kaufverhalten sich ändert, genauso wie plötzlich im Home-office Dinge gehen, die vorher kaum jemand für möglich hielt, genauso wie plötzlich Studierende Vorlesungen und Prüfungen eines Semesters durchlaufen, ohne einmal in der Uni gewesen zu sein, genauso wird sich unser Gemeindeleben verändern.

Ich weiß nicht wie, aber ich werde mich überraschen lassen und werde versuchen, offen zu sein für die Veränderungen.

Diakon Klaus Pöppel
Diakon Klaus Pöppel

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien auf der einen Seite viel Kraft und Stärke in dieser schwierigen Zeit, auf der anderen Seite aber auch den Mut, Veränderungen mitzugehen. Ihr Diakon Klaus Pöppel

 

 

Fürchte dich nicht!

So hört es Maria vom Engel Gabriel bei der Verkündigung.
Fürchtet euch nicht, so hören es die Hirten auf den Feldern von Bethlehem .
Fürchtet euch nicht, so steht es angeblich 365 mal in der Bibel, für jeden Tag und jeden Tag aufs Neue sagt uns die Heilige Schrift zu: „Fürchtet euch nicht!“
Dieser Zuruf gilt uns Menschen, trotz Corona, trotz Terror , trotz Naturkatastrophen auf allen Kontinenten, trotz weltpolitisch aufgeheizter Situation, trotz Klimawandel, trotz kleiner werdender Kirchen…
Wir warten, dass Gutes in diese unsere Welt kommt.
In diese Welt, in unser Leben hinein spricht Gott seine zentrale Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“. Er will damit nicht unsere realen Ängste überspringen.
Aber er verspricht uns: Mitten in eurer Furcht bin ich da. Auch für diese Zusage gilt:

Das Wort ist Fleisch geworden.
Gott ist Mensch geworden. Das feiern wir an Weihnachten. Er ist jedem von uns nahe, er steht bereit, uns hineinzunehmen in seine Wirklichkeit, in der wir aufatmen und ausruhen dürfen von Angst und Sorge.
„Fürchtet euch nicht!“ Dieser Zuruf möge uns gerade an diesem Weihnachten und immer wieder neu im Jahr 2021 Aufforderung und Ermutigung sein, entschlossen und vertrauensvoll in die Zukunft zu gehen.
Ihr/Euer Diakon Andreas Kirchner

DIakon Andreas Kirchner
Diakon Andreas Kirchner

Für diesen Sonntag hat die UNO den Internationalen Tag der menschlichen Solidarität ausgerufen. So kurz vor Weihnachten passt dieser Tag gut, denn die Spendenaufrufe landen vermehrt in den Briefkästen, Hilfspakete wurden oder werden noch verschickt…. „Menschen haben wieder füreinander Zeit“, singen wir in einem modernen Adventslied.

Dazu passt gut das Evangelium des Sonntags. Menschliche Solidarität. Darin übt sich Maria. Nicht nur, dass ein Engel als Besucher etwas ungewöhnlich ist. Nicht nur, dass seine Botschaft eher beängstigend für die junge Frau gewesen sein muss. Nein, es wird schier unmögliches von ihr erwartet. Ein Kind von Gott. Aber dieses Kind wird der Retter sein, der Messias. Maria ist nicht begeistert. Sie fragt nach, braucht mehr Infos, mehr Gewissheit. Viel kommt da nicht mehr vom Engel. Dass sie schließlich zustimmt, ist kaum eine rationale Entscheidung. Sie speist sich aus Gottvertrauen und Tradition, aus Glaube und Solidarität für das Volk. Sie sagt ja.

Solidarität mit dem unterdrückten Volk. Vielleicht ein Beweggrund für Maria. Aus Solidarität läßt sie sich auf ein Abenteuer ein, dass sie nicht absehen kann. Weihnachten.

Wir sind auf der Zielgraden, nur noch wenige Tage. Aber genug, um auch solidarisch zu handeln. Mit Menschen, Tieren und der gesamten Schöpfung. Auf Weihnachten hin.

Ich wünsche Ihnen einen guten 4. Advent. Bleiben Sie gesund!

 

Anja Fecke, Gemeindereferentin und Behindertenseelsorgerin

 

An den Anfang scrollen