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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen in unserer Pfarrei Heiliger Martin,

Ihnen allen sage ich einen herzlichen Gruß! Gerne nutze ich diese Zeilen für eine kurze Vorstellung: Mein Name ist Simon Rüffin, ich bin 39 Jahre alt und arbeite als Theologe im Generalvikariat in Paderborn. Gemeinsam mit meiner Frau Johanna und unseren Kindern Jakob und Thea lebe ich seit 2019 im schönen Sande, wo ich mich als Lektor und im Taufkreis engagiere. Zuvor haben meine Familie und ich längere Zeit im Rhein-Main-Gebiet gelebt, gebürtig stamme ich aus Dortmund. Seit August 2023 befinde ich mich in der Ausbildung zum Ständigen Diakon. Dieses Amt in der Kirche ist Ihnen über unsere Diakone Andreas Kirchner, Klaus Pöppel und Theo Breul sicherlich gut bekannt.

Bereits seit vielen Jahren fasziniert mich der Dienst des Diakons. In den ersten christlichen Jahrhunderten wurde er oft als „Auge der Kirche“ bezeichnet, der wach ist für die sozialen Nöte und Probleme seiner Umwelt und die Gemeinde durch Wort und Tat daran erinnert, dass Jesus selbst sich in besonderer Weise den Armen, Kranken, Einsamen und Ausgestoßenen zugewandt hat. Auf dem Weg der Ausbildung möchte ich mich nun noch stärker in die Nachfolge Jesu begeben. Ich möchte noch stärker als bisher einen Dienst tun für und mit allen Menschen, die mir begegnen, ganz besonders denen, die der Hilfe und Unterstützung bedürfen.

Aus meinen bisherigen beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten in Kirche und Caritas weiß ich, wie nötig es ist, dass Christinnen und Christen sich aktiv in unsere Gesellschaft einbringen und sie mitgestalten, gerade durch den Einsatz für andere. Ich gehe den Weg der Ausbildung zum Ständigen Diakon in der Hoffnung, dass dies der Weg ist, auf den Gott mich ruft. Was auf diesem Weg noch vor mir liegt, welche Kurven, Sackgassen und Zielgeraden er noch beinhalten wird, weiß ich nicht. Aber ich vertraue darauf, dass dieser Weg ein Ziel hat. Wenn ich auf die frohe Botschaft des heutigen Sonntags schaue, finde ich Ermutigung in den Gleichnissen, die Jesus dort seinen Jüngern erzählt. Wie die Saat des Sämanns ohne sein Zutun Frucht bringt und aus dem kleinen Senfkorn ein großer Baum wächst, so können unsere Lebenswege fruchtbare und gute Wendungen nehmen, Denn Gott tut das Seine dazu, oft ohne, dass wir es bemerken. Er überrascht uns jeden Tag neu mit seiner Liebe und Treue.

Für die kommende Zeit wünsche ich uns, dass wir offen sind für die großen und kleinen Überraschungen Gottes. Und dass wir darauf hoffen, dass Gott bei denen, die auf ihn vertrauen, letztlich alles zum Guten führt.

Ich freue mich auf den weiteren Weg meiner Ausbildung und viele Begegnungen mit Ihnen in unserer Pfarrei. Für die Wegbegleitung in Gespräch und Gebet sage ich ein herzliches Dankeschön!

Ihr Simon Rüffin

Simon Rüffin
Simon Rüffin

An diesem Sonntag sind die Wahlberechtigten aufgerufen, ein neues Europaparlament zu bestimmen, zu wählen. Es handelt sich hierbei um einen Akt der Meinungsbildung, der Entscheidung, die eine ursprünglich staatlich-demokratische Aufgabe ist. Da sollte sich die Kirche doch besser raushalten. Dazu darf sie sich nicht äußern. Darf sie das wirklich nicht? Im Gegenteil, sie muss sogar. Als Christinnen und Christen sind wir berufen, uns zum Wohl unserer Nächsten einzusetzen. Dies bedeutet natürlich, dass wir uns sozial engagieren, dies bedeutet auch noch etwas Anderes, nämlich die Stimme zu erheben gegen Unrecht, gegen Ungerechtigkeit und gegen Hass und Hetze.

Wir erleben in den letzten Jahren eine radikale Veränderung unserer politischen Landschaft. Immer schon haben die Parteien um Wählerstimmen gekämpft, manchmal auch früher mit fragwürdigen Argumenten, aber die Parteien und die Wählerinnen und Wähler standen in gegenseitigem Respekt fest auf dem Boden unseres Grundgesetzes. Das ist heute nicht mehr so. Wo Respekt durch Hass und Argumente durch Hetze ersetzt werden, fehlt der gesunde Nährboden für ein friedliches Zusammenleben auf der Grundlage eines umfassenden Verständnisses der Menschenwürde. Und genau diese allen Menschen innenwohnende Menschenwürde ist der Glutkern unseres Glaubens und der Anker unserer Verfassungsordnung.

Ich bitte Sie: wählen Sie und unterstützen Sie diejenigen, die nicht die Grundlagen und Werte unseres Glaubens verachten und bekämpfen.

Ihr Diakon Klaus Pöppel

Klaus Pöppel, Diakon
Klaus Pöppel, Diakon

Im Sonntagsevangelium begegnet uns eine scheinbar beiläufige Episode aus dem Leben Jesu und seiner Jünger, die uns aber wie unter einem Brennglas deutlich macht, was den Kern von Geboten ausmacht.
An einem Sabbat sind Jesus und die Jünger unterwegs. Der Hunger treibt die Jünger dazu, dass sie Ähren rupfen, während sie durch die Kornfelder gehen. Ährenrupfen galt damals allerdings als Erntearbeit und war folglich am Sabbat untersagt. Das ruft in dieser Perikope des Markusevangeliums die Pharisäer auf den Plan, die heftig dagegen protestieren, waren sie doch diejenigen aus der jüdischen Glaubensgemeinschaft, die eben genau darauf achten mussten: auf das Einhalten der Gebote. Ihr Anliegen ist nachvollziehbar: Sie wussten wie leicht es Menschen fällt, kurzsichtig Gebote über Bord zu werfen für einen kurzen, scheinbaren Vorteil. Bei dieser Perspektive kann man schnell das Größere verspielen, um dessentwegen es das Gebot gibt. Und doch ging der Protest der Pharisäer letztlich ins Leere. Jesus verteidigt das Ährenrupfen am Sabbat unter Hinweis auf das Alte Testament. König David und seine Begleiter waren auf einem Feldzug völlig erschöpft und ausgehungert zum Heiligtum gekommen und aßen Brote, die nur von Priestern gegessen werden durften. Trotzdem nimmt David davon und gibt sie an seine Weggefährten. Warum er das tut? Weil David weiß: Gott ist für uns. Gott geht es nicht um die formelle Einhaltung von Geboten, es geht ihm immer und mit allem um uns. Dann kann es kein Gebot der Welt geben, das etwas anderes verdeutlichen will als dieses für-uns-Sein Gottes.

Karin Lücke, Pastoralreferentin
Karin Lücke, Pastoralreferentin

Was Jesus hier angreift ist einzig und allein das Verständnis dieses Gebotes, also die Interpretation und Umsetzung. Und dann ist das Ährenrupfen, was äußerlich gesehen ein Verstoß gegen das Gebot ist, in Wirklichkeit die Erfüllung dessen, was das Gebot eigentlich will: uns Menschen Gottes gütige und freimachende Nähe vergegenwärtigen. In diesem Sinn spricht Jesus dann den Satz: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Und das bedeutet nichts Geringeres als: Gott ist für dich da, damit du sein kannst. Wer dieser Zusage Gottes vertraut, der wird den Sabbat, der wird jedes Gebot, gerne halten, weil er weiß, dass Gott damit Leben und nicht Last schenkt.
Geboten zu folgen bedeutet also kein blindes Befolgen von Regeln, wir sind selber gefragt nachzudenken. Wer Jesus folgen will, wird immer wieder selbst entscheiden müssen, was richtig ist. Dabei sind wir nicht alleine. Jesus hat uns ein Werkzeug gesandt, das uns dabei hilft, uns immer wieder neu Gottes Willen zu suchen. Der Heilige Geist kann uns genau diesen Mut schenken, die richtigen Entscheidungen in unserem Leben zu treffen.
Ihre Karin Lücke

Einigkeit in Dreifaltigkeit: Gott ist viel mehr, als wir uns vorstellen.
Es stellt sich oft die Frage, ob Gott denn einer oder drei ist. Immer wenn wir das Kreuzeichen machen, bekennen wir Christen unseren Gott als Vater, Sohn und Heiligen Geist.

Der christliche Glaube unterscheidet sich von den beiden anderen sog. abrahamitischen monotheistischen Religionen (die beiden anderen sind die jüdische Religion sowie der Islam) durch sein Verständnis von Gott, dem einzigen als dreifaltiger Gott. Das Dreifaltigkeitsfest lädt uns ein, Gott nicht nur mit einem Begriff zu identifizieren oder nur aus einer einzigen Perspektive auf Gott zu schauen. Die Formulierung von der „Dreifaltigkeit“ wehrt sich gegen jede „Einfältigkeit“ im Sprechen zu Gott und über Gott, sondern erkennt ihn als einen, der Beziehung ist und so die Vielfältigkeit der ganzen Schöpfung umarmt, die aus ihm hervorgeht. Deswegen öffnet sich uns Gott in Dreifaltigkeit: der Vater als der Ursprung der Welt, der Sohn als der Retter der Welt und der Heilige Geist als der Erhalter der Welt. Gott hat das alles aus grenzenloser Liebe für die Welt getan. Gottes Dreifaltigkeit ist darum auch Ausdruck von Gottes Barmherzigkeit. Der Schöpfer sah die Schöpfung voll Liebe an: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: und siehe, es war sehr gut“ (Gen 1,31) heißt es auf den ersten Seiten der Bibel. „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh 3,16). Jesus sagt: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Dann hauchte er die Jünger an und sprach: „Empfangt den Heiligen Geist!“ (Joh 20,21.22).

Der Dreifaltigkeitssonntag bietet uns eine große Einladung ins Leben an, wie es am dreifaltigen Gott deutlich wird: nicht in uns selbst zu bleiben, sondern aus uns herauszugehen und uns für die Welt zu öffnen!

Pastor Dr. Yesudasan Remias
Pastor Dr. Yesudasan Remias

Als Christen kämpfen wir darum gegen Spaltungen, Hass und Egoismus. Gottes Liebe erhalte uns in seiner Eintracht; denn wir alle gehören zu dem einen Gott, und dieser Gott ist mehr, als wir uns von Gott vorstellen.

Man erzählt vom Kirchenvater Augustinus, dass er zu der Zeit, als ein Buch über die Dreifaltigkeit vorbereitete, am Strand spazieren ging. Da erblickte er einen Knaben, der eine kleine Grube in den Sand gegraben hatte und nun mit einem Löffel Wasser aus dem Meer schöpfte und in die Grube goss. Augustinus fragte ihn, was er da mache. Da antwortete der Knabe, er wolle mit dem Löffel das Meer trockenlegen und in diese Grube füllen. Augustinus erklärte, das sei unmöglich und lächelte über die Einfalt des Knaben. Der aber erwiderte ihm, eher sei es für ihn möglich, das Meer in diese Grube zu füllen, als für Augustinus, in seinem Buch auch nur den kleinsten Teil der Geheimnisse der Dreifaltigkeit zu erklären. Und er verglich die Grube mit dem Buch, das Meer mit der Dreifaltigkeit und den Löffel mit dem Verstand des Augustinus. Danach verschwand der Knabe. Augustinus ging in sich, betete und verfasste danach, so gut er konnte, das Buch über die Dreifaltigkeit.

Ich wünsche Ihnen und Euch einen gesegneten Dreifaltigkeitssonntag!
Ihr \ Euer Pastor Remias

Der Heilige Geist – der Türöffner

Wer die Lateranbasilika in Rom betritt, wird an den Wänden der riesigen Halle von den Aposteln begrüßt. Überlebensgroß, voller Kraft und Energie wirken die Statuen. Von dieser Glaubenskraft und Lebendigkeit ist im Evangelium nichts zu spüren. Eingeschlossen haben sich die Apostel. Angst lähmt sie, so erzählt der Evangelist Johannes.
Aber vielleicht ist uns die geschilderte Wirklichkeit näher als die Erfahrung der Feuerzungen des Heiligen Geistes. Auch wir sind ratlos, wie der Weg der Kirche weitergehen kann. Es ist ja nicht nur noch die junge Generation, die sich mit unserer Kirche schwertut. Auch in der älteren Generation kommt der Glaube immer mehr abhanden. Wie immer kann daher ein Blick auf die Reaktion Jesu hilfreich sein. Es kann helfen seine Perspektive einzunehmen. Jesus wendet sich nicht enttäuscht von den Jüngern ab. Er gibt sie nicht resigniert auf. In ihrer aktuellen Verfassung sind seine Jünger für die Sendung in alle Welt allerdings nicht geeignet. Darum geht er auf sie zu. Er spricht sie an: Friede sei mit euch. Friede, diese besondere Gabe Gottes soll mit ihnen sein. Ein Friede, der genährt wird aus dem Vertrauen in die Nähe Gottes. Er will die aufgewühlten Jünger beruhigen, trösten. Er will ihnen verdeutlichen, dass es ein Leben nach dem Karfreitag gibt. Gott ist mit seinen Möglichkeiten noch lange nicht am Ende. Und als Ausdruck seines tiefen Vertrauens mutet er ihnen in dieser aufgewühlten Stimmung zu: Geht hinaus, erzählt von den Erfahrungen, die ihr in meiner Nähe gesammelt habt. Und er gibt ihnen ein Versprechen mit auf den Weg: Der Beistand, der Heilige Geist wird euch begleiten, stärken, schöpferisch werden lassen, in eurer Verkündigung des Glaubens. Es war ein weiter – innerlicher – Weg von der Situation der Jünger vor Pfingsten bis zu dem Bild, das sie nach Pfingsten abgeben, so, wie es sich in den lebendig und vital wirkenden Figuren in der Lateranbasilika in Rom widerspiegelt.

Tobias Dirksmeier, Pfarrer

Auch uns kann diese Erfahrung prägen: Der Heilige Geist wirkt in unserer Kirche. Er schafft kreative Ideen und verhindert Resignation. Der Heilige Geist will unseren persönlichen Glauben stärken, damit wir die Türen unserer Herzen offen halten für einen Gott, der wie ein guter Vater oder eine liebende Mutter zu uns steht und seinen Bund mit uns nicht bricht, auch wenn wir vielleicht keine perfekten Christinnen und Christen sind. Der Heilige Geist stärkt uns einen Gott zu verkünden, der Auferstehung ermöglicht, sogar dann, wenn alles persönliche Können, Wollen und Tun am Ende scheint. Der Heilige Geist stärkt uns Zeuginnen und Zeugen für diesen aufrichtenden Gott zu sein. Oder im Bild des Johannesevangeliums gesprochen: Wir sind die offene Tür zu diesem Glauben.

Im Namen des gesamten Pastoralteams wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest und den Mut sich in den Lebensstrom Gottes hineinzustellen, in die stärkende Kraft des Heiligen Geistes!

Ihr Pfarrer Tobias Dirksmeier

Näher als wir vermuten
Wie können wir uns das Ereignis der „Himmelfahrt Christi“ vorstellen? Ist Jesus, der Raumfahrt entlehnt, tatsächlich von der Erde weggegangen, nach oben in den Himmel, irgendwo hin in das unendliche Universum? Oder, wie ich es einmal in der „Volxbibel“ las: „er fuhr wie in einem Lift nach oben und verschwand in einer Wolke“. Aber dann ist die Frage doch unumgänglich, wie unter solcher Voraussetzung der Satz Jesu zu verstehen ist, dass „er alle Tage bei uns ist“.
Handelt es sich hierbei nur um ein Missverständnis?
Seit der Auferstehung sind vierzig Tage – in der biblischen Sprache ein längerer Zeitraum – vergangen, in denen Jesus seinen Freunden die Einsicht vermitteln wollte, dass mit der Auferstehung eine neue Form von Anwesenheit gegeben ist. Sie können den Auferstandenen erkennen, weil er sich ihnen zu erkennen gibt, aber jede dieser Begegnungen schließt damit ab, dass die bleibende Anwesenheit Jesu von einem bestimmten Augenblick an nicht mehr mit den leiblichen Augen, sondern mit den Augen des Herzens wahrgenommen werden kann.
Natürlich ist er weiter „da“, also genauso anwesend wie vorher, nur reichen die leiblichen Augen nicht mehr aus. Hier beginnt der Glaube, der auch wahrnimmt, was man nicht sehen kann. Diese Veränderung unserer Wahrnehmung, nicht aber seiner Anwesenheit, nennen wir „Himmelfahrt“. Wie hat es der kleine Prinz aus dem wunderschönen Buch von Antoine de Saint-Exupéry ausgedrückt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Die Nahtstellen, an denen wir Gott begegnen, sind immer schwer zu beschreiben. Das Fest Christi Himmelfahrt will eine wesentliche Einsicht vermitteln: Jesus ist viel mehr bei uns als wir ahnen, viel näher als wir vermuten. Denn „Himmel“ kann doch auch überall dort sein, wo Menschen sich der Wirklichkeit Gottes öffnen.

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Dies wünsche ich Ihnen zu jeder Zeit und immer wieder aufs Neue,
Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

Diakon Andreas Kirchner
Diakon Andreas Kirchner

Ihr seid meine Freunde ?/!
Wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch, so spricht Jesus im Evangelium vom Sonntag zu seinen Jüngern. Dazu passt, dass Jesus seinen Jüngern sagt, sie seien keine Knechte mehr, sie seien Freunde.
Mit Knechten kann man zusammenarbeiten, Knechte kann man – zumindest damals – für sich arbeiten lassen. Man kann sie mögen. Aber lieben, lieben wird man Freunde – und nicht Knechte.
„Ihr seid meine Freunde“. Dieses Jesuswort möchten wir wohl gerne auf uns selbst beziehen.
Es ist ein Wort, das uns anspricht, das uns gut tut.
Aber dann: Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben,
Das passt doch irgendwie nicht ins Bild. Das hakt doch.

Was ist das für ein Freund, der mir seine Liebe zusagt, solange ich seine Gebote halte, solange ich tue was er sagt, solange ich gehorche.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage?
Das klingt zunächst mal so ähnlich wie wenn Eltern ihren Kindern sagen: Wenn du dein Zimmer aufräumst, hab ich dich wieder lieb.
Wollen wir das hören in Jesu Abschiedsreden? Dann sind wir ja doch wieder Knechte, die Geboten gehorchen – und nicht Freunde, die geliebt werden.
Ich glaube, wir sollten uns diesem Zusammenhang von Liebe und Geboten und Knechtschaft ganz anders nähern.
Jesus nimmt bei seiner Rede den Ausgang von der Liebe zwischen ihm und dem Vater. Diese Liebe setzt sich fort in der Liebe Jesu zu den Jüngern, zu den Menschen.
Und eben diese Liebe soll auch zwischen den Menschen bestehen.
Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe.

Wenn wir Menschen das umsetzen, wenn wir dieses eine Gebot der Nächstenliebe wirklich beherzigen, dann werden wir einander nichts Schlechtes antun,
Dann werden wir nicht morden, verletzen, stehlen, lügen, betrügen, …
Dann brauchen wir kein Verbot des Stehlens, des Mordens, des Betrugs.
Und diese Nächstenliebe soll unser Handeln prägen, nicht Gebote und Verbote.
Dann sind wir keine Knechte sondern Freunde.
Dies ist mein Gebot, liebet einander wie ich euch geliebt habe.

Einen schöneren Gedanken hätte uns Jesus zum Abschied nicht hinterlassen können.
Ihr Diakon Andreas Kirchner

Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
   der bringt reiche Frucht; … Joh 15,1-8
Energienachschub – woher bekommst DU Nachschub?
Seit Ostern sprießt es in der Natur. Wenn ich aus dem Fenster schaue, leuchtet es saftig grün und die Blüten an unseren Obstbäumen verkünden köstliche Kirschen und Äpfel. Beim Spaziergang durch den Garten bewundere ich einen Baum übervoll mit Blüten. An einer Stelle jedoch ist ein Ast total kahl. Beim näheren Hinsehen fällt mir auf: Der Ast ist abgeknickt. Er kann vom Stamm und von der Wurzel nicht mehr versorgt werden. Es gibt keinen Energienachschub mehr.
Jesus hat das Bild vom Weinstock aufgegriffen, um seinen Landsleuten Wesentliches über das Leben mit Gott zu sagen. Leben und Überleben hängen ab vom Nachschub, von der Verbindung mit den Nahrungsquellen. Das gilt nicht nur für unser körperliches Wohlbefinden. Das trifft ebenso zu für unser geistiges und seelisches Wachstum.
Christus betont im heutigen Evangelium mehrmals: „Bleibt in mir“. Von einem Befehl Frucht zu bringen, ist nichts zu hören. Zum persönlichen Wachsen und Fruchtbringen braucht es die innige Verbundenheit mit Gott, von dem alles Leben kommt.
Am Weinstock bleiben heißt: sich an Gott halten und sich von ihm gehalten wissen; wissen, worin mein Leben wurzelt und woher ich letztlich meine Kräfte beziehe. – auf eine Lebensverbindung mit Jesus achten und weniger auf Leistung und Erfolg. Mit dem Wurzelstock verbunden bleiben heißt: sich immer wieder vergewissern, ob ich im Sinne Jesu handle.
Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Der Fruchtstand besteht aus vielen Trauben, heißt: sich untereinander vernetzen und bestärken und so Energienachschub geschenkt bekommen.
Christus spricht: „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht.“
Wir sind eingeladen, die Beziehung zu Jesus Christus tiefer zu verwurzeln und seinen Heiligen Geist mehr mitmischen zu lassen. Wir selber und unsere Mitmenschen werden davon profitieren – davon bin ich überzeugt.
Ihnen allen und besonders unseren Erstkommunionkindern und Firmbewerber*Innen mit ihren Familien wünsche ich, dass sie mit Christus und den christlichen Gemeinden in Verbindung bleiben, damit Ihr Energienachschub nicht abreißt.
Ihre Gemeindereferentin Petra Scharfen

Der gute Hirte
Der vierte Sonntag der Osterzeit wird auch, zumindest in Kirchenkreisen, der „Sonntag vom Guten Hirten“ genannt. Ein guter Hirte ist jemand, der/die nicht nur „seine“ Herde kennt, sondern um jedes einzelne Schaf weiß. Der gute Hirte, oder die gute Hirten ist jemand, der/die beschützt, der/die gut zu uns, der/die uns auf gute Weiden führt, an gute Orte, dahin, wo wir uns wohlfühlen können – der „gute Hirte“ ist aber auch ein Bild, das in unserer modernen westlichen Gesellschaft immer weniger Menschen noch etwas sagt.
Und doch gibt es die guten Hirten auch heute noch… und zwar mitten unter uns: Es sind die Menschen, die sich um andere sorgen: für ihre kleinen oder größeren Kinder, für ihre alt oder auch nur älter gewordenen Eltern, für die Kranken und Sterbenden, für die in Not. Es sind Menschen, die sich kümmern und die sich der anderen annehmen – wie die vielen, die sich ehrenamtlich engagieren. Es gibt also unzählige gute Hirten und gute Hirtinnen, auch heute, in unserer Welt.
Ganz offen gesprochen: Mich beeindrucken die guten Hirten und Hirtinnen unter uns. Und ich bin dankbar, dass es sie gibt, dass ich sie auch in meinem Leben immer wieder sehen kann…und ich weiß, dass ist nicht selbstverständlich. Diese Hirten und Hirtinnen sind ein Segen!
Passend dazu fand ich den folgenden, wunderbar passenden Text von Theresia Bongarth:

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Fängt mich auf, wenn ich strauchle.
Sucht mich, wenn ich verloren gehe.
Hält mich, wenn ich traurig bin.
Tröstet mich, wenn ich weine.
Umarmt mich, wenn ich leide.
Trägt mich, wenn ich müde bin.
Lässt mich, wenn ich mich irre. Ruft mich, wenn ich nicht höre.
Wärmt mich, wenn ich friere. Lacht mich an, wenn ich nichts erwarte.
Holt mich, wenn ich mich verlaufe.
Mein guter Hirte ist da.

Ich wünsche Ihnen allen, einen solchen guten Hirten auch in Ihrem Leben zu finden, ihn oder sie zu sehen… denn sie sind mitten unter uns.
Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

Unfassbar, Unbegreifbar!

Die Osterbotschaft, die Nachricht, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, kann man mit dem normalen Verstand eigentlich nicht verstehen. Die Jünger zweifeln, sie fürchten sich und erst als sie Jesus anfassen können, ihn sehen können, wie er etwas isst, schwindet der Zweifel und weicht die Angst. Weil sie Jesus anfassen konnten, konnten sie begreifen. Ein kleines Kind lernt seine Umwelt kennen, indem es alles anfasst, be-greift, in die Hand, in den Mund nimmt. Das Begreifen von komplexen Zusammenhängen und das Begreifen von Gegenständen hängt unmittelbar miteinander zusammen, nicht nur sprachlich. Und so wie Eltern ihren Kindern helfen, ihre Umwelt zu begreifen, so kann auch der Glaube nur angenommen werden, wenn er von Menschen begreifbar gemacht wird. Die Jünger haben durch ihr persönliches Vorbild die Osterbotschaft immer weitergetragen. Die Aufgabe der Kirche sollte genau dies sein. Aber tut sie das wirklich? Ist das Beispiel der Kirche geeignet, die Botschaft Jesu begreifbar, erlebbar zu machen? Wenn wir darauf warten, dass die Amtskirche es richtet, wird es wohl schwierig. Wenn wir begreifen, dass wir die Kirche sind, dass es unsere Aufgabe ist, die Botschaft von Ostern nahbar, fassbar, begreifbar zu machen, dann kann auch bei uns der Zweifel und die Angst vor der Zukunft der Kirche einer begründeten Hoffnung weichen.

Klaus Pöppel, Diakon
Klaus Pöppel, Diakon

Und genau dazu lädt uns das Beispiel des heutigen Evangeliums ein, sich einlassen darauf, dass der Herr wahrhaftig auferstanden ist.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien noch eine gesegnete Osterzeit.
Ihr Diakon
Klaus Pöppel

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