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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Liebe Leser und Leserinnen,

sicher haben Sie schon einmal ein Gedicht von Joachim Ringelnatz (1883-1934) gelesen. Sein eigentlicher Name lautete Hans Gustav Bötticher. 1919 verfasste er die ersten Gedichte unter dem Pseudonym Joachim Ringelnatz. Sein  Vorname Joachim wird übrigens mit seiner  lebenslangen Gläubigkeit in Verbindung gebracht (der Name bedeutet „Gott richtet auf“). Bekannt ist der Dichter  für seine humoristischen Verse, tatsächlich aber war sein künstlerisches Schaffen weitaus umfangreicher und sehr vielfältig.

In einem kleinen Gedichtband, der noch aus meiner Schulzeit stammt,  fand ich folgende Zeilen von ihm:

Ein Samenkorn lag auf dem Rücken,

die Amsel wollte es zerpicken.

Aus Mitleid hat sie es verschont

und wurde dafür reich belohnt.

Das Korn, das auf der Erde lag,

das wuchs und wuchs von Tag zu Tag.

Jetzt ist es schon ein hoher Baum

und trägt ein Nest aus weichem Flaum.

Die Amsel hat das Nest gebaut,

dort sitzt sie nun und zwitschert laut.

                                                                                             Joachim Ringelnatz

Vielleicht haben Sie  geschmunzelt, als Sie dieses Gedicht lasen. Die Amsel ist uns sympathisch und wir freuen uns mit ihr, dass sie dem kleinen Korn eine Chance gegeben hat. Wie dumm waren dagegen doch die Vögel in dem Gleichnis, das Jesus seinen Jüngern erzählte. Sie stürzten sich auf die Samenkörner und fraßen sie im Nu auf. Nun ja, sie lagen auf dem Weg und wären wahrscheinlich  nicht aufgegangen, so mag man einwenden. Vielleicht brauchten sie aber auch nur ein wenig mehr Zeit, Pflege und Aufmerksamkeit um wachsen zu können.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Der Samen steht im Gleichnis für das Wort Gottes, der Sämann ist Christus selbst. Er schenkt uns seine Worte, die nicht immer sofort  in unseren Herzen ankommen und Früchte tragen. Andere Dinge sind uns wichtiger und  es ist ja immer zu wenig Zeit.  Vielleicht  neigen wir auch dazu, Jesu  Worte zu „zerpicken“ und theologisieren, diskutieren und  interpretieren sie zu sehr ohne dass sie bei uns auf fruchtbaren Boden fallen.

Wie kann ich aber mein Herz öffnen für das Wort Gottes?  Nehmen wir uns  doch einmal am Tag ein paar Minuten Zeit und sprechen  ein Wort des Evangeliums, das uns anrührt und bewegt,  immer wieder leise vor uns hin. Nach einer Zeit  wird dieses  Wort verinnerlicht, es beginnt zu wirken und schenkt uns Kraft.  Diese Methode nennt sich Ruminatio und ist ein Element in der „Lectio divina“, einer Weise der Schriftbetrachtung, die dabei helfen kann, den Weg vom Wort zum Herzen zu finden. Die Sommerzeit schenkt uns sicher Augenblicke um dies einmal auszuprobieren.

 

Ihre Gemeindereferentin Angelika Schulte

 

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich … wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich … wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert! Dafür oder dagegen – richtig oder falsch – entweder oder – entscheide dich – jetzt!

Sind die Voraussetzungen für die Nachfolge Jesu wirklich so radikal oder sogar lieblos und hart? Wer kann das aushalten, wer will das aushalten? Noch dazu, wo es zurzeit doch ganz andere Probleme zu bewältigen und bestehen gilt! Herausgelöst aus dem Zusammenhang könnte man schnell zum Schluss kommen: Das geht nun wirklich zu weit! Wer soll sich unter diesen Bedingungen denn für ein Leben in der Nachfolge Jesu entscheiden?

Im Zusammenhang gesehen können wir aber durchaus etwas entdecken, das uns heute eine gute Hilfestellung in den Herausforderungen der Zeit geben kann. Wir hören den Abschluss der sogenannten Aussendungsrede Jesu. Jesus wendet sich an die, die schon in seiner Schule gewesen sind. Sie sind mit Jesus unterwegs gewesen, haben ihn beobachtet. Sie wurden von ihm herausgefordert und auf die Probe gestellt. Sie sind geblieben und seinen Weg mitgegangen. Und jetzt sollen sie auf eigenen Füßen stehen, sie sollen seine Botschaft selbstbewusst und eigenverantwortlich verkünden. Das Rüstzeug dazu hat er ihnen mit auf den Weg gegeben. Vor allem seine Liebe – mehr noch, seine verzeihende Liebe. Und genau das kann auch uns eine Hilfe sein. Die Jünger haben in der Nähe Jesu lernen können:

  • Geh meinen Weg mit. Mitten in den lauten Stimmen, die dich auf einen anderen Weg bringen wollen.
  • Erlebe meinen Alltag mit. Nimm meine Haltung den Menschen und auch unterschiedlichen Meinungen gegenüber wahr. Sammle Erfahrungen, probiere dich aus.
  • Und dann nimm das, was du erlebt, was du gehört, was du gesehen, was du in unterschiedlichen Situationen und Begegnungen gefühlt hast als Entscheidungsgrundlage, als Orientierungshilfe für deinen ganz persönlichen Weg.
  • Schau alles an – dazu hast du Zeit.
  • Nimm all die Möglichkeiten, die sich dir bieten wahr – in einer Haltung von Respekt und Wohlwollen.
  • In der Entscheidung mir nachzufolgen in der Haltung, wie du dein Leben gestaltest gibt es nicht nur ein schwarz oder weiß, ein richtig oder falsch, ein „entweder oder“, sondern immer ein „sowohl als auch“!
  • Aber dann triff eine Entscheidung. Ganz bewusst!
  • Und wenn du deine ganz persönliche Entscheidung getroffen hast, dann lebe sie mit Entschiedenheit und aus ganzem Herzen. Ich begleite deinen Weg, ich bin dabei!

Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir diese Herausforderung immer wieder an- und ernstnehmen: Jesus fordert von mir Liebe ein, eine Liebe, die sich immer an meiner Haltung zum Nächsten, an meinem Respekt und Wohlwollen ihm gegenüber orientiert.

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne eine gute Zeit der Entscheidung!

Ihr Pastor Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pastor
Tobias Dirksmeier, Pastor

Heute hört man diesen Satz nur noch selten, ein Satz, wie aus längst vergangenen Zeiten, wenn jemand einer Ankündigung für später den Satz hinzufügt: „So Gott will!“. Unsere Planungen für die Zukunft sind angeblich so sicher und zuverlässig, dass man einen solchen Satz kaum verstehen könnte. Nur wenn dann ab und zu ein Krankheit oder ein anderes Verhängnis dazwischen kommt, wird uns für einen kurzen Augenblick klar, wie brüchig und gefährdet alles menschliche Planen bleibt: Der Mensch denkt, Gott lenkt … ja, so Gott will! Eine Wahrheit, die nicht leicht zu ver- und zu ertragen ist.

Dabei ist dieser Satz „So Gott will“ im Ursprung wohl nicht in erster Linie die Betonung der Unsicherheit des menschlichen Vorausschauens, sondern viel tiefer die Aussage einer tiefen Geborgenheit: Wie das Leben auch verläuft in seinen geplanten und unerwarteten Zusammenhängen, es ist eben kein blinder Zufall, der unberechenbar zuschlägt, sondern hinter allem steht die Aufmerksamkeit Gottes, der das Leben der Menschen mit seiner Sorge begleitet und beschützt , der dann nicht nur vieles gelingen lässt sondern auch manch Schädliches fernhält: „Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ Welch ein großartiges Versprechen. Ihr seid unendlich kostbar vor Gott, kostbarer als jeder kleine Vogel, um den Gott weiß. Um wie viel mehr kennt er euch und sorgt sich um euch und liebt euch! Sogar alle Haare auf eurem Kopf sind gezählt! Ein Bild der unendlichen Fürsorge.

Jemand hat einmal gesagt: „Jeder Mensch, auch der geringste, ist so in Gottes Hand als wäre er Gottes einzige Sorge.“ Ja, wir sind in Gottes Hand, egal was geschieht. Was könnte da von uns abfallen an Angst und Sorge, an Menschenfurcht und Resignation, an Missmut und Traurigkeit. Und was könnte wachsen an Vertrauen und Zuversicht, an Mut und Hoffnung! Wer in diesem Gottvertrauen lebt, kann mit viel weniger Aufregung, Unsicherheit und Angst auskommen. Er weiß sein Leben und seine Pläne aufgehoben in einem größeren Zusammenhang und kann in Ruhe und Gelassenheit den kommenden Tagen und Ereignissen entgegengehen. Vertrauen wir dem Licht mehr als der Finsternis! Dem Ewigen mehr als dem Vergänglichen! Vertrauen wir dem Mächtigsten mehr als den Mächten dieser Welt und Zeit! Ja, vielleicht waren die Menschen früher doch besser dran, wenn sie sagten: „So Gott will….“.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Moses führt die Israeliten zum Sinai und Jesus sendet seine Jünger aus, um als Hirten zu wirken. Die Texte des heutigen Sonntags sprechen von Führung.

Je unsicherer die Zeiten sind, um so mehr sehnen sich die Menschen nach Antworten, nach Hilfe, nach Trost und Beistand, nach Führung. In der Coronakrise waren jeden Abend andere Experten aus Medizin oder Wirtschaft im Fernsehen. Die verantwortlichen Journalisten suchten bei ihnen um Antworten und die Zuschauerinnen und Zuschauer erhofften sich Lösungen. Noch nie in all den Jahren meiner beruflichen Tätigkeit bin ich so oft um Rat gefragt worden zu dem gleichen Thema wie jetzt. Menschen sind unsicher. Und ehrlicherweise: zurecht! Kein Experte kann derzeit sagen, was z.B. für wirtschaftliche Folgen auf uns zukommen werden.

Wenn in Krisensituationen Hilfe gesucht wird, so ist eigentlich unsere Kirche ein klassischer Ansprechpartner. Aber die Kirchen waren verschlossen. Unter medizinischen Gesichtspunkten ohne jeden Zweifel richtig, aber unter dem Aspekt der Seelsorge eine absolute Katastrophe.

Das ist sicher nicht der Grund, dass das überall präsente Internet benutzt wurde, um Hilfe zu finden, mag aber ein weiterer Aspekt sein. Und jetzt passiert genau das, was immer passiert, wenn in einer Krise die falschen Menschen führen. Übers Internet finden viele Menschen keine Führung, sondern werden genauso verführt wie Demagogen es immer schon getan haben. Verschwörungstheorien wird es immer geben, aber die Verbreitung in den Köpfen der Menschen ist schon erschreckend. Umso wichtiger ist es, dass wir Christen uns besinnen, auf das was unser Glaube als Trost in schweren Zeiten bereit hält.

Diakon Klaus Pöppel

Diakon Klaus Pöppel

Wir haben gerade Pfingsten gefeiert. Wir wissen uns geführt und getragen vom Heiligen Geist, also Gott ist immer bei uns. Ob wir dies immer spüren, ist eine andere Sache. Letztlich hängt es aber an uns, ob wir ihn an uns heran lassen. Er ist da. Und gerade wenn der Weg, der vor einem liegt unsicher ist, wir auf Sicht fahren müssen, ist es gut zu wissen, einen Steuermann an Bord zu haben, der uns hilft. Und es ist gut, dass unsere Kirchen wieder geöffnet sind. Gott sei Dank!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien gerade in dieser Zeit der Unsicherheit Kraft und Geborgenheit!

 

Ihr Diakon Klaus Pöppel

 

Liebe Schwestern und Brüder,

nach Pfingsten hat uns der Alltag wieder, aber ganz anders. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Es gibt darum in diesem Jahr weder eine Fronleichnamsprozession noch eine Liborikirmes. Und auch die Schützenfeste fallen dem Corona-Virus zum Opfer. Pfingsten wäre das erste Schützenfest der Pfarrei in Sennelager und an diesem Sonntag das Schützenfest in Schloß Neuhaus gewesen.

Ich staune manchmal, wie erfinderisch die Krise macht. Da hatten die Schützen die gute Idee, zum Osterfest die Häuser zu flaggen als Zeichen, dass das größte Fest der Christenheit trotz Virus nicht ausfällt. Diesen Faden nehmen jetzt wieder die einzelnen Ortschaften auf, und beflaggen die Häuser, auch wenn kein Schützenfest ist.

Auch liturgisch tut sich viel: Autogottesdienst am Flugplatz in Ahden, Maiandacht mit dem Papst via Leinwand in einer Kirche in Salzkotten, Livestream der Messen aus dem Hohen Dom, Videos auf unserer Homepage.

Besonders pfiffig fand ich die Idee eines Mitbruders aus der Holledau, der die dort übliche Speisensegnung an Ostern nicht ausfallen lassen wollte und den „Segen in Vorbeifahrt“ erfand. Es wurde ein Drive-Through eingerichtet und die Osterkörbe im Vorbeifahren gesegnet. Was er damit zeigen wollte: Der Segen will sinnlich erfahren werden, und sei es durch ein paar Wasserspritzer auf der Windschutzscheibe. Der Pastor versicherte jedenfalls im Interview: „Der Segen geht durch.“

Dass ich einmal „privat“ die hl. Messe feiern würde, hätte im Februar noch nicht für möglich gehalten. Heute bin ich schlauer. Das geht, Messe im allerkleinsten Kreis, manchmal zu Zweit. Und doch waren Sie dabei. Am Ende habe ich pointiert alle Menschen unserer Pfarrei gesegnet. „Der Segen geht durch.“

Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Ein Licht am Ende des Tunnels ist für mich noch nicht sichtbar. Umso dankbarer bin ich, dass wir – im Unterschied zu vielen Menschen auf dieser Erde – Licht im Tunnel haben. Wir leben in einer Gesellschaft, die sich – wieder im Vergleich mit dem Rest der Welt – sehr um die Menschen kümmert. In unserer Pfarrei gibt es – Stand heute – niemanden, den das Virus das Leben gekostet hat. Dafür bin ich dankbar.

Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

Danke an alle, die aufpassen und sich an die Regeln halten – mindestens 1 ½ Meter Abstand und im Zweifel Mund-Nasenschutz aufsetzen. Danke an alle, die die Gottesdienste in unseren Kirchen möglich machen. Das beginnt beim Umbau der Sitzmöglichkeiten über vermehrte Desinfektionsmaßnahmen bis hin zum unverzichtbaren Ordnungsdienst. Danke auch an alle, die ob der immer noch ungewohnten Rahmenbedingungen trotzdem zum Gottesdienst kommen, auch um fürbittend vor Gott zu treten für die Menschen, die erheblich mehr von der Pandemie betroffen sind, als wir. Danke schließlich für alles Verständnis, wenn aktuell etwas nicht geht, was wir gerne wieder anders sehen würden.

Von etlichen der neuen „Anstandsregeln“ könnte ich mir vorstellen, dass wir sie beibehalten, auch wenn der Impfstoff endlich da ist. Dazu gehört – jedenfalls für mich – der schöne Gruß: „Bleiben Sie gesund!“,

Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

 

 

Das Pfingstereignis gilt als Geburtstag der Kirche.

Und auch im Jahr 2020 feiern wir diesen Geburtstag – soweit Corona das zulässt.

Über 2000 Jahre alt wird die Kirche, und sie lebt.

 

Wenn man überlegt, was dieser Kirche alles von Menschen angetan wurde, muss man sich wundern, dass sie noch lebt.

 

Die Kirche wurde verfolgt, seit ihrem ersten Geburtstag bis in unsere Zeit.

Die Kirche wurde missbraucht, als vorgeschobener Grund für Kriege.

Die Kirche wurde sinnentstellend benutzt, um Menschen klein zu halten.

Die Kirche wurde zerfleddert von widerstrebenden theologischen Strömungen.

Die Kirche wurde geschmäht wegen scheinbarer oder tatsächlicher Skandale.

Die Kirche wurde missbraucht zur Vertuschung von Verbrechen.

 

Und den Geburtstag sollen wir feiern ?

Ja !

Die Kirche lebt bis heute.

Die Kirche ist bis heute Leib Christi.

Die Kirche ist bis heute wanderndes Volk Gottes.

Die Kirche bietet bis heute vielen Menschen Halt.

Die Kirche stiftet bis heute vielen Menschen Gemeinschaft.

Die Kirche gibt bis heute vielen Menschen Zuversicht.

 

Zu Pfingsten werden wir an den Beginn dieser Kirche erinnert.

DIakon Andreas Kirchner

Diakon Andreas Kirchner

Der Ursprung ist eben nicht von Menschen gemacht – am Anfang stand Be-Geist-erung der Menschen. Gottes Geist der sich wie Feuer in die Herzen der Menschen ergießt, lässt diese in den Sprachen aller Menschen sprechen, lässt sie zu Verkündern werden, weltweit.

Ich bin fest überzeugt, dass dieser Geist Gottes weiter wirkt in einer Kirche, die nie perfekt war und nie perfekt sein wird.

Und auch im Jahr 2020 feiern wir zu Pfingsten nicht nur das Ereignis vor fast 2000 Jahren, sondern auch und ganz besonders das Wirken des Geistes in der Kirche heute.

Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

 

Ihr/Euer Diakon Andreas Kirchner

 

Im Johannesevangelium ist ein Leitmotiv, dass der Glaube vom Hören kommt.

Das erleben wir in jedem Gottesdienst: wir hören das Wort Gottes, der in den biblischen Texten zu uns spricht. Wir hören und können es (hoffentlich) glauben.

In diesen Tagen hört man viel, was viele Menschen glauben sollen. Verschwörungstheorien verbreiten sich. Manchmal ziemlich krauses Zeug: Das Coronavirus gibt es gar nicht und wenn wurde es bewusst in die Welt gesetzt um z.B. eine Impflicht durchzusetzen, die Möglichkeit zu schaffen, dass alle Menschen gechipt, das Grundgesetz und die Menschenrechte außer Kraft gesetzt werden, das Bill Gates an die Weltmacht kommt… und viele andere Dinge mehr.

Ich höre es – und kann es nicht glauben, will es nicht glauben – und muss es auch nicht.

Die Argumente werden zumeist recht kämpferisch geäußert, es gibt nur ein entweder – oder, ein schwarz oder weiß, ein dafür oder dagegen.

Leider gibt es auch innerhalb der Kirche Anhänger solcher Theorien.

Wie entlastend und trostreich ist da das Gebet, dass Jesus als letztes für seine Freunde spricht. Es gibt nur ein Dafür. Die zentrale Aussage des Sonntagsevangeliums findet sich am Schluss: So wie Jesus und sein Vater in der Liebe eins sind, werden auch die Freunde und Jesus eins bleiben: „Ich werde meine Freunde immer lieb haben. Weil du mich auch immer lieb hast. Ich bleibe immer bei dir. Und ich bleibe immer bei meinen Freunden.“

Wo Liebe ist, braucht man nichts fürchten. Wo Liebe ist, vergeht die Angst.

Ich höre die Worte Jesu Christi und hoffe, dass wir uns alle in Jesu Liebe aufgehoben fühlen können. Gerade jetzt in dieser Zeit.

Ihre Gemeindereferentin Anja Fecke

 

 

Liebe Familien, liebe Kinder,

an diesem Sonntag hätten wir uns in „normalen Zeiten“ wieder  in der Seitenkapelle in St. Michael zur Kinderkirche getroffen. Jesus erzählt seinen Jüngern heute von einem Beistand, den sein Vater den Menschen schicken wird, vom  Heiligen Geist, so nennen wir ihn zumeist. Erwachsenen fällt es oft schwer, ihn näher zu beschreiben. Vielleicht können wir von unseren Kindern lernen. Dazu einige Gedanken, die dem Künstler Josef Beuys zugeschrieben werden.

Was wir vom Heiligen Geist in unseren Kindern lernen können:

 

 

Lasse dich fallen.

Lerne, Käfer zu beobachten.

Pflanze unmögliche Gärten.

Lade jemanden Gefährlichen zum Kaffee ein.

Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen, und verteile sie überall in deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.

Freue dich auf Träume.

Schaukel so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen.

Mache eine Menge Nickerchen.

Lache eine Menge.

Stell dir vor, du wärst verzaubert.

Kichere mit Kindern.

Höre alten Leuten zu. Öffne dich.

Tauche ein.

Preise dich selbst.

Lass die Angst fallen.

Spiele mit allem.

Baue eine Burg aus Decken.

Werde nass.

Umarme Bäume.

Schreibe Liebesbriefe.

… und ich sage: Tanze und singe so viel wie möglich.

 

Schauen Sie doch einfach mal auf die Facebook Seite, dort ist unsere Pfarrei jetzt auch unterwegs, oder auch auf unsere Homepage.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Die Kinder finden dort ein kleines Video der Kinderkirche zum heutigen Evangelium.

 

Für das  Kinderkirchenteam

Angelika Schulte

 

 

Liebe Schwestern und Brüder,

Nehmt und esst. Das ist mein Leib für euch. Nehmt und trinkt. Das ist mein Blut. Esst und trinkt und denkt dabei an mich. Dann bin ich bei euch. Egal, was passiert.

Vielen von uns, sind diese Worte des Herrn eine große Kostbarkeit. Wir erfahren ihn gegenwärtig in der Eucharistie. Für nicht wenige ist die Sonntagsmesse darum die Kraftquelle in der Woche. Es braucht keine große Phantasie sich vorzustellen, dass der eine oder die andere vor dem Fernseher oder dem Bildschirm gesessen hat und den Tag herbeisehnte, an dem es real und nicht nur virtuell wieder in die Kirche gehen kann.

Dieser Tag ist nun da, aber trotzdem ist nur wenig so, wie es vor Corona war. Wir müssen uns an ein neues Regelwerk gewöhnen, dass vor allem die Infektion von Mitchristen bestmöglich ausschließen soll. Die wichtigste Maßnahme ist der Abstand. 1,5 Meter sind mindestens einzuhalten. Bitte beachten Sie das beim Hinein- und Herausgehen. 1,5 Meter Abstand – folglich haben wir nur noch wenige Plätze in der Kirche, die ein Ordnungsdienst den Gottesdienstbesuchern zuweist. Bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die diesen (undankbaren) Dienst übernehmen, bedanke ich mich schon heute für die Bereitschaft. Der Ordnungsdienst hat in jedem Fall das Hausrecht in der Kirche und damit nicht nur das Recht sondern auch die Pflicht einzuschreiten, wenn jemand sich nicht an die Regeln hält.

Da sich das Virus über kleinste Tröpfchen verbreitet ist der Mund- und Nasenschutz zwingend erforderlich und leider, leider der Gesang sehr eingeschränkt.

Ein neuralgischer Punkt ist die Austeilung der heiligen Kommunion. Der Leib des Herrn wird Ihnen in drei von vier Kirchen an den Platz gebracht.  Der jeweilige Zelebrant erklärt, wie es geht.

Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

Liebe Schwestern und liebe Brüder, wir haben alle keinerlei Erfahrung mit dieser Form von Liturgie. Wird das gehen? Wo gibt es Probleme? Gelingt es vor allem, trotz dieses Rahmens, die Herzen zu erreichen? Weil wir alle noch lernen müssen: wenn Ihnen die ein oder andere Beobachtung wichtig ist, geben Sie gerne ein Feedback über die bekannten Kanäle.

Das Sander Patronatslied besingt natürlich die Gottesmutter. Am Ende jeder Strophe heißt es von ihr: „Wirst über die Zeiten siegen. Wir werden nicht unter gehen.“ Auch im Hinblick auf den Marienmonat scheint mir dieser Refrain im Jahr 2020 im höchsten Maß passend.

Bleiben Sie gesund, Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

Es geht nicht mehr!?

Solche Erfahrungen scheinen in diesen Tagen zuzunehmen: Was bis vor kurzem noch selbstverständlich war – Gesundheit, Arbeit, Zukunft –, das wird auf einmal zur Frage und zu einem scheinbar versperrten Weg. „Ich weiß nicht mehr weiter“ – solche Sätze sind immer häufiger zu hören. Es geht nicht mehr!? Nichts geht mehr?!
Es ist nicht einfach solche Bedrohungen zu überwinden. Im wirtschaftlichen Bereich sind nicht manche schnellen Lösungen bei weitem nicht ausreichend. Aber muss das auch auf den menschlichen Bereich insgesamt durchschlagen? Darf man daran erinnern, dass es Zeiten gab, in denen es Menschen in unserem Land erheblich schlechter ging als heute, dass es direkte Nachbarländer auch heute gibt, in denen das Leben in Fülle deutlich stärker eingeschränkt ist? Dass aber in solchen Zeiten und in vielen Ländern dennoch ein ungebrochener Lebensmut einen Weg nach vorn zeigt und auch gehen lässt?
Es käme gerade heute so viel darauf an, dass die menschlichen Möglichkeiten nicht in den allgemeinen Abwärtssog hineingeraten, sondern gerade im Gegenteil, umso stärker entfaltet werden, je schwieriger die äußeren Bedingungen sind. Eine solche Zeit ist definitiv eine Herausforderung.
Christen haben vor drei Wochen Ostern gefeiert, und wir sind noch mitten drin, in der Osterzeit, das Fest, das aus der tiefsten Niederlage

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

eines Menschen entstanden ist. Durch Ostern ist alles möglich. Es gibt keine verschlossenen Türen mehr, dafür aber einen Aufbruch ohne gleichen: „Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden!“ Ostern ist die Herausforderung, die uns heraus führen will aus jeder Abwärtsbewegung.
Wer Ostern richtig feiert, kann deshalb auch, im Besten Fall, immer wieder österlich leben – mit Hoffnung und Zuversicht leben. Vieles geht, weil Jesus lebt. Seine Auferstehung gibt uns Mut zu neuen Schritten nach vorn, nach oben, zu einem Leben in Fülle. Österliche Menschen lassen sich von solchem Geschehen herausfordern und sind heute ganz besonders wichtig. Nichts geht mehr!? Es geht mehr: Leben in Fülle!
Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

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