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„Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer.“ Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.   Mt 9,13

Am Donnerstag haben wir des letzten Abendmahls gedacht und Fronleichnam gefeiert, Jesus verschenkt sich beim Mahl unter Gestalten von Brot und Wein, ein Opfer.

Am Sonntag hören wir im Evangelium erneut von einem Mahl Jesu, jetzt zusammen mit Zöllnern und Sündern – missbilligt von den Pharisäern – der Personengruppe also, der die Einhaltung der Gebote besonders wichtig war – nicht aus Egoismus oder zur Selbstdarstellung, sondern durchaus in dem Wunsch, den Willen Gottes zu leben.

Jesus sagt bei diesem Mahl unmissverständlich, worauf es ihm ankommt: Er kündigt das herbeikommende Reich Gottes an und ruft die Menschen zur Umkehr auf. Dabei hat er nicht „die Gerechten“ im Blick, sondern die Sünder. Also nicht die, die um das Gesetz und die Gebote wissen, sondern die, die sie übertreten und missachten.

Dabei greift Jesus auf den Propheten Hosea zurück. Dieser hatte 700 Jahre früher Israel gemahnt: „Geht aber hin und lernt, was das heißt ‚Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer‘.“( Hosea 6,6):

Damit unterstreicht Jesus: das Ziel des Gesetzes ist die Barmherzigkeit, die Liebe. Deshalb ruft Jesus im Sonntagsevangelium auch den Zöllner Matthäus, ihm zu folgen. Deshalb saß Jesus mit Zöllnern und anderen Sündern am Esstisch, was unter rechtgläubigen Juden und insbesondere Pharisäern eigentlich verboten war.

Jesus hat in der Bergpredigt immer der Barmherzigkeit den Vorrang vor sogenannter Gesetzestreue gegeben.

Barmherzigkeit hat auch in unserer Sprache heute manchmal keinen besonders guten Klang. Barmherzigkeit gesteht etwas zu, was eigentlich nicht „verdient“ ist. Wir wollen oft zuerst Gerechtigkeit.

DIakon Andreas Kirchner

„Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer.“ Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.   Mt 9,13

Am Donnerstag haben wir des letzten Abendmahls gedacht und Fronleichnam gefeiert, Jesus verschenkt sich beim Mahl unter Gestalten von Brot und Wein, ein Opfer.

Am Sonntag hören wir im Evangelium erneut von einem Mahl Jesu, jetzt zusammen mit Zöllnern und Sündern – missbilligt von den Pharisäern – der Personengruppe also, der die Einhaltung der Gebote besonders wichtig war – nicht aus Egoismus oder zur Selbstdarstellung, sondern durchaus in dem Wunsch, den Willen Gottes zu leben.

Jesus sagt bei diesem Mahl unmissverständlich, worauf es ihm ankommt: Er kündigt das herbeikommende Reich Gottes an und ruft die Menschen zur Umkehr auf. Dabei hat er nicht „die Gerechten“ im Blick, sondern die Sünder. Also nicht die, die um das Gesetz und die Gebote wissen, sondern die, die sie übertreten und missachten.

Dabei greift Jesus auf den Propheten Hosea zurück. Dieser hatte 700 Jahre früher Israel gemahnt: „Geht aber hin und lernt, was das heißt ‚Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer‘.“( Hosea 6,6):

Damit unterstreicht Jesus: das Ziel des Gesetzes ist die Barmherzigkeit, die Liebe. Deshalb ruft Jesus im Sonntagsevangelium auch den Zöllner Matthäus, ihm zu folgen. Deshalb saß Jesus mit Zöllnern und anderen Sündern am Esstisch, was unter rechtgläubigen Juden und insbesondere Pharisäern eigentlich verboten war.

Jesus hat in der Bergpredigt immer der Barmherzigkeit den Vorrang vor sogenannter Gesetzestreue gegeben.

Barmherzigkeit hat auch in unserer Sprache heute manchmal keinen besonders guten Klang. Barmherzigkeit gesteht etwas zu, was eigentlich nicht „verdient“ ist. Wir wollen oft zuerst Gerechtigkeit. Aber sagen wir statt Barmherzigkeit einmal Zuwendung, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Versöhnung: All das lässt sich nicht durch Gesetze erzwingen, es kann nur aus dem Herzen kommen. Ohne diese Barmherzigkeit (oder wie wir es nennen wollen), ohne die Liebe, die dem anderen Gutes will und Gutes tut, ist unser ganzer Gottesdienst nichts wert.

Ihr/Euer Diakon Andreas Kirchner

Diakon Andreas Kirchner

Liebe Gemeinde,

im Evangelium von Pfingstsonntag erzählt der Evangelist Johannes, dass der auferstandene Christus mitten unter den Jüngern steht – lebendig und voller Frieden. Und er zeigt ihnen seine Hände mit den Wunden. Eigentlich überraschend: Wenn Christus den Tod besiegt hat, warum bleiben dann die Zeichen des Leidens sichtbar?

Die Auferstehung löscht die Wunden nicht aus. Sie verwandelt sie. Die Male der Nägel sind kein Zeichen der Niederlage mehr, sondern zum Zeichen der Liebe geworden. Christus kommt nicht als jemand zurück, der seine Geschichte abschüttelt. Er bleibt der, der geliebt, gelitten und sich hingegeben hat. Seine Wunden gehören zu ihm. An seinen Wunden kann man den Auferstandenen erkennen.

Das ist tröstlich für unser eigenes Leben. Auch wir tragen Wunden: Erinnerungen, Verletzungen, Schuld, Enttäuschungen. Oft wünschen wir uns, alles möge einfach verschwinden. Aber der Auferstandene zeigt: Heilung bedeutet nicht, dass nichts mehr sichtbar ist. Manchmal heißt sie, dass Schmerz und Verletzung in Gottes Licht anders getragen werden können.

Die Wunden Christi werden sogar zum Ort des Friedens. Gleich nach dem Zeigen seiner Hände sagt Jesus: „Friede sei mit euch.“ Der Friede Gottes kommt nicht an den Schmerzen vorbei, sondern mitten hindurch.

Vielleicht liegt darin die Botschaft dieses Evangeliums: Vor Gott müssen wir unsere Wunden nicht verstecken. Der Auferstandene selbst trägt sie. Und gerade daran erkennen die Jünger ihn.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Pfingstfest, an dem wir feiern, dass der Auferstandene uns mit unseren Lebenserfahrungen nicht allein lässt, sondern den Heiligen Geist als Begleiter sendet.

Ihr Pastoralassistent

Dennis Jandt

Klaus Pöppel, Diakon

Muttertag

An diesem Wochenende feiern wir den Muttertag, nehmen die Mütter ganz besonders in den Blick und wollen ihnen danken. „Es gibt Mütter, da der liebe Gott nicht überall sein kann.“

Theologisch nicht ganz korrekt, aber ein schönes Bild davon, wie wir Mütter sehen, aber auch, wie wir Gott sehen. Gottes Liebe und Fürsorge spiegelt sich wider in der Liebe, die eine Mutter für ihr Kind empfindet und die sie ihrem Kind und der ganzen Familie schenkt. Mütter organisieren nicht nur oft den Familienalltag und machen die vielen Kleinigkeiten, die eine Familie ausmacht, sie stehen für Geborgenheit, sie sind oft der sichere Hafen für Familienmitglieder. Genauso ist unser Gott ein sicherer Hafen, zu dem wir mit unseren Sorgen und Nöten, aber auch mit unserem Dank gehen können. Für viele Menschen ist es heute einfacher Gott nicht als Vater, sondern als Mutter, zu sehen.

 

Nutzen wir den Tag, unseren Müttern ganz besonders danke zu sagen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben ein schönes Wochenende.

Ihr Diakon

Klaus Pöppel

Klaus Pöppel, Diakon

Das Bild vom Hirten und seiner Herde, das uns im heutigen Johannesevangelium begegnet, gehört zu den ältesten religiösen Deutungsmustern menschlicher Gemeinschaft. Es ist tief in der biblischen Tradition verwurzelt und beschreibt zunächst ein Verhältnis der Fürsorge: Der Hirt kennt seine Tiere, führt sie zu Wasser und Weide, schützt sie vor Gefahren und übernimmt Verantwortung für ihr Leben. In dieser Bildwelt verdichtet sich die Hoffnung auf eine Ordnung, in der Leitung nicht Ausbeutung bedeutet, sondern Bewahrung und Sorge.

Zugleich trägt dieses Bild von Anfang an eine Spannung in sich. Denn es setzt ein Gefälle voraus: einen, der führt, und viele, die folgen. Wo ein Mensch oder eine Instanz beansprucht, den rechten Weg für alle zu kennen, kann aus Fürsorge leicht Bevormundung werden. Die Geschichte Israels spiegelt diese Ambivalenz deutlich wider. Der Wunsch nach einem König „wie die anderen Völker“ wird in den biblischen Texten nicht ungebrochen bejaht, sondern von warnenden Stimmen begleitet. Die Propheten erinnern daran, dass menschliche Herrschaft stets gefährdet ist, sich von ihrem eigentlichen Auftrag zu entfernen.

Besonders scharf werden dabei jene „Hirten“ kritisiert, die nicht dem Wohl der ihnen Anvertrauten dienen, sondern vielmehr ihren eigenen Interessen folgen. Gegen solche Formen von Leitung setzen sie das Ideal eines gerechten Hirten, der sich an Gottes Maßstäben orientiert: an Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Damit wird das Hirtenbild selbst zum Kriterium, an dem sich Führung messen lassen muss – nicht an Macht, Erfolg oder Selbstgewissheit, sondern an der Frage, ob sie Leben schützt und fördert.

Vielleicht liegt die bleibende Kraft dieses Bildes gerade darin, dass es uns nicht nur über „die anderen“ nachdenken lässt – über Hirten und Verantwortungsträger –, sondern auch über uns selbst. Denn wir alle bewegen uns in diesen Rollen: manchmal suchend und angewiesen, manchmal führend und verantwortlich. Das Hirtenbild lädt uns ein, wachsam zu bleiben gegenüber Macht – und zugleich bereit, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Ihre Karin Lücke, Pastoralreferentin

Karin Lücke, Pastoralreferentin

Liebe Schwestern und Brüder,

Ostern liegt noch ganz nah. Vielleicht stehen noch Blumen vom Osterfest in unseren Wohnungen, vielleicht klingt das Halleluja noch in uns nach. Und doch holt uns der Alltag oft schneller ein, als uns lieb ist. Der 2. Ostersonntag führt uns noch einmal ganz bewusst in die Wirklichkeit von Ostern hinein, mit einer Botschaft, die sehr menschlich ist: dem Zweifel des Apostels Thomas.

Thomas will glauben – aber er kann es nicht einfach. Er will verstehen. Er will sehen. Er will berühren. Seine Reaktion kennen wir nur zu gut. Auch wir kennen Fragen, Unsicherheiten und Momente, in denen der Glaube nicht selbstverständlich ist. Wie geht Jesus mit ihm um? Nicht mit Vorwürfen, sondern mit Geduld. Nicht mit Distanz, sondern mit Nähe. Er zeigt ihm seine Wunden und schenkt ihm seinen Frieden. Genau darin zeigt sich das, was wir an diesem Sonntag besonders betrachten: die göttliche Barmherzigkeit.

Papst Johannes Paul II. hat diesen Sonntag bewusst zum Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit bestimmt. Er wollte damit daran erinnern, dass Ostern ohne Barmherzigkeit nicht zu verstehen ist. Die Auferstehung zeigt uns: Gottes Liebe ist stärker als Schuld, stärker als Angst und sogar stärker als der Tod. Gerade wir als Gemeinde sind eingeladen, diese Barmherzigkeit sichtbar zu machen – in unserem Umgang miteinander, in unserer Geduld, in unserer Bereitschaft zu vergeben und neu anzufangen. Vielleicht beginnt das nicht in großen Gesten, sondern in kleinen Schritten des Alltags.

Der Gruß des auferstandenen Christus lautet: „Der Friede sei mit euch.“ Dieser Friede entspringt der Barmherzigkeit Gottes. Bitten wir darum, dass wir diesen Frieden nicht nur empfangen, sondern auch weitergeben können.
So wünsche ich Ihnen weiterhin eine gesegnete und frohe Osterzeit und die tiefe Gewissheit: Gottes Barmherzigkeit begleitet uns – jeden Tag neu.

Mit österlichen Segenswünschen

Ihr Pastor Chinemelu Emehelu

Chinemelu Emehelu, Pastor
Chinemelu Emehelu, Pastor

„Gott hat mir geholfen…“ Jes 50,4-7

Der erste Abschnitt der Lesung vom 29.03.2026 aus dem Buch Jesaja Jes 50, 4–7, übersetzt in einfacher Sprache, lautet wie folgt:

„Gott hat mir geholfen. Er hat mir eine besondere Fähigkeit gegeben. Ich kann gut mit anderen Menschen sprechen. Ich kann Menschen helfen, wenn sie traurig oder müde sind.  Ich kann sie mit meinen Worten trösten. Gott spricht jeden Morgen zu mir. Er hilft mir, gut zu hören und zu lernen.“

Als ich diese Zeilen gelesen habe, kam ein großes Gefühl der Dankbarkeit in mir auf. Nicht nur, weil mich dieser Text anspricht. Tiefe und ehrliche Dankbarkeit dafür, dass ich Fähigkeiten geschenkt bekommen habe, um in kleinen Schritten Menschen den Glauben in ihrem je eigenen Alltag ein Stück näher zu bringen.

Wer mich in den letzten 4 Jahren kennengelernt hat weiß, wie sehr mein Herz für Kinder, Familien und die Schule schlägt. Umso mehr freue ich mich, dass ich ab dem 01.Mai als Schulseelsorgerin an den Michaelschulen in Paderborn, im Alltag der Schülerinnen und Schüler sowie allen anderen Mitwirkenden am Schulcampus, wirken darf.

Ich gehe allerdings auch mit einem stark weinenden Auge. Die Arbeit in der Pfarrei macht mir viel Freude. Ein leitender Pfarrer, der so ziemlich alles möglich macht, um die Pfarrei zu stärken und mit neuen Ideen wachsen zu lassen. Ein tolles Pastoralteam, offene und engagierte Sekretärinnen mit Herz, ein Verwaltungsleiter, der vielmehr als Zahlen sieht, über alle Maße engagierte Diakone, Küster und Küsterinnen die fast unsichtbar alles im Hintergrund regeln, unzählbar viele Engagierte, Kindergartenkinder, Kommunionkinder und Familien…

Ihr alle/ Sie alle machen es mir nicht leicht zu gehen. Doch hoffe ich, dass ich im Sinne der Lesung am Michaelscampus wirken kann und Gott mir weiterhin hilft.

Am Freitag, 01. Mai, werde ich im Rahmen des Pfarrfestes in Mastbruch eine Kinderkirche feiern, am Ende des Gottesdienstes verabschiedet und freue mich dann auf Spiel und Spaß und ein Getränk mit allen die Zeit und Lust haben. Die erste Stunde nach dem gemeinsamen Singen am Maibaum sind Sie/seid ihr zu einem Getränk herzlich eingeladen.

Danke für alles!  Ihre/eure Gemeindereferentin Andrea Rudolphi

Andrea Rudolphi, Gemeindeassistentin

Liebe Schwestern und Brüder,

der vierte Fastensonntag trägt den Namen „Laetare“ – Freue dich! Es ist ein bewusster Lichtblick mitten in der kargen Fastenzeit. Die liturgische Farbe wechselt für einen Sonntag von Violett zu Rosa, als würde das helle Osterlicht bereits durch die gedeckten Töne der Bußzeit hindurchschimmern. Doch wie lässt sich Freude heute rechtfertigen, wenn wir den Blick in die aktuellen Nachrichten richten? Der Krieg im Nahen Osten ist geprägt von ungelösten Konflikten, menschlichem Leid und einer tiefen Verunsicherung.

Der Sonntag „Laetare“ will uns gegen all das sichtbare und unsichtbare Leid und Unrecht (auf allen Seiten!) sagen: Der Hass, die Wut, das sich erheben über andere hat nicht das letzte Wort. Mitten im Fasten, mitten im Verzicht und in der Klage gibt es eine bewusste Unterbrechung. Diese „Pause der Freude“ ist kein Ignorieren der Realität, sondern ein Akt des Widerstands gegen die Hoffnungslosigkeit. Wir dürfen uns freuen, nicht weil die Welt perfekt ist, sondern weil wir darauf vertrauen, dass Gott bereits an ihrer Heilung arbeitet. In der biblischen Tradition ist die Wüste nicht nur ein Ort des Mangels, sondern auch der Ort der Gottesbegegnung. Gerade dort, wo die Erde buchstäblich ausgetrocknet und von Gewalt gezeichnet ist, braucht es die Vision von „Strömen von lebendigem Wasser mitten in der Wüste“.

Der Sonntag „Laetare“ lädt uns ein, Gott als den zu suchen, der Grenzen überschreitet und Mauern der Feindschaft einreißt. Hoffnung ist niemals billiger Optimismus oder eine christliche Durchhalteparole, sondern die feste Zusage: Gott verlässt die Leidenden nicht. Vielleicht ist die Hoffnung dieses Sonntags genau das: Ein kurzer Moment des Innehaltens und des Hoffens. Ein vertrauen in das Gute. Mit dieser Hoffnung können wir den Konflikt im Nahen Osten und an so vielen anderen Orten nicht sofort lösen, aber wir können ein Zeichen dafür setzten, dass wir an den Frieden glauben, auch wenn er noch fern scheint. Lassen wir uns diese Kraft nicht durch Angst oder Resignation rauben!

Einen gesegneten und lichtvollen „Laetare“-Sonntag wünscht Ihnen Ihr

Pfarrer Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pfarrer

Liebe Schwestern und Brüder,

es gibt Momente im Leben, da wird man abrupt aus dem gewohnten Lauf der Dinge gerissen. Ein falscher Schritt, Glatteis unter den Füßen – und plötzlich verändert ein Sehnenriss im Oberschenkel, verbunden mit einer ausgekugelten Schulter den gesamten Alltag. Statt seelsorglicher Arbeit heißt es für mich nun erst einmal: Stillhalten, Geduld üben und auf Heilung vertrauen. Zugegeben, anderen diesen Gedanken zuzusprechen fällt mir leichter, als ihn selbst anzunehmen.

Trotzdem darf ich in diesen Tagen dankbar wahrnehmen: Gemeinde ist weit mehr als ein funktionierender Apparat oder das Abarbeiten von Terminen. In Ihrer Zuwendung, Ihrem Zuspruch und Ihrer Ermutigung und in mancher tatkräftigen Hilfe erfahre ich genau das: Das Evangelium ist nicht nur auf Papier geschrieben, sondern wird durch konkrete Menschen sichtbar.

Ich möchte mich bei allen bedanken für die Genesungswünsche, die herzlichen Grüße und vor allem das persönliche Gebet. Mein besonderer Dank gilt dem Pastoralteam, dass die zusätzlichen Aufgaben mit großem Engagement schultert. Dem Team im Pfarrbüro, das im Hintergrund alle Fäden fest in der Hand hält und für Vertretungen sorgt. Allen ehrenamtlich Engagierten, die dort einspringen, wo ich gerade keine Dienste übernehmen kann. Es ist eine stärkende Erfahrung zu sehen, wie gut unser „Netzwerk Gemeinde“ funktioniert.

Bis meine volle Mobilität wiederhergestellt ist, wird es noch einige Zeit und eine ordentliche Portion Geduld brauchen. Ich freue mich schon heute auf den Tag, an dem ich wieder mit Ihnen gemeinsam Gottesdienst feiern kann. Bis dahin bleibe ich Ihnen im Gebet und in herzlicher Dankbarkeit verbunden. Gottes Segen begleite Sie alle!

Ihr Pfarrer Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pfarrer

Wir feiern in diesen Tagen zwei Feste mit christlichem Hintergrund. Karneval hat tiefe christliche Wurzeln als Vorbereitung auf die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Ab dem 12. Jahrhundert etablierte die Kirche die Zeit als „Fleischwegnehmen“ (lateinisch carne levare), um vor dem Verzicht noch einmal ausgelassen zu feiern. Als christliches Fest wird aber eher der Abschluss der närrischen Zeit wahrgenommen – „am Aschermittwoch ist alles vorbei.“

Und jedes Jahr am 14. Februar ist Valentinstag. Viele nennen diesen Tag den Tag der Liebenden. Worum geht es? Im 3. Jahrhundert nach Christus soll es einen Bischof namens Valentin gegeben haben. Er wohnte wohl in der italienischen Stadt Terni. Der damalige Kaiser hat, wie man lesen kann, Paaren verboten, sich christlich trauen zu lassen. Valentin aber soll das Verbot umgangen haben und heimlich Liebespaare nach christlichem Brauch getraut haben. Allerdings ist das offenbar herausgekommen, so dass er zum Tode verurteilt wurde. Er soll am 14. Februar 269 hingerichtet worden sein. Später wurde dann das Christentum in Italien anerkannt und Valentin vom römischkatholischen Papst heilig gesprochen. So heißt er jetzt der „Heilige Valentin“.

Seit dem letzten Jahrhundert spielt der 14. Februar, der „Valentinstag“, auch in Deutschland als Fest der Liebenden eine Rolle. In Geschäften gibt es Blumen und Geschenke für den geliebten Menschen zu kaufen. Nun ist es sicher nicht verkehrt, an diesem Tag Blumen zu schenken. Aber wie Weihnachten oder Ostern ist der Valentinstag nur ein Tag, der stellvertretend im Jahreskreis für etwas steht, das doch das Jahr gelten sollte. Weihnachten und Ostern feiern wir letztlich die Liebe Gottes zu den Menschen. Am Valentinstag feiern wir die Liebe zwischen Menschen. Ein schöner Brauch also, der als christliches Fest einmal im Jahr daran erinnert, was in Jesu Nachfolge das ganze Jahr gelten sollte.

Ihr/Euer Diakon Andreas Kirchner

Diakon Andreas Kirchner
Diakon Andreas Kirchner
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