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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Die Veröffentlichung der unabhängigen Studie „Sexuelle Gewalt an Minderjährigen im Erzbistum Paderborn. Eine historische Untersuchung (1941–2002)“ erschüttert uns tief. Sie macht in bedrückender Deutlichkeit sichtbar, wie vielen Kindern und Jugendlichen im Raum unserer Kirche schweres Unrecht angetan wurde und wie sehr Verantwortliche versagt haben, dieses Unrecht zu verhindern, aufzuklären und die Betroffenen zu schützen und zu unterstützen.

Wir sprechen den Betroffenen von sexualisierter Gewalt und anderen Formen von Missbrauch im kirchlichen Kontext unsere Solidarität aus. Ihr Leid, ihre lebenslangen Folgen und auch ihre Enttäuschung über eine oft ausbleibende oder zu späte Anerkennung dürfen nicht relativiert werden. Wir danken allen Betroffenen, die mit ihrer Bereitschaft zur Aussage und Mitarbeit an der Studie dazu beigetragen haben, dass die Wahrheit sichtbar wird und verdrängte Wirklichkeit ans Licht kommt. Wir als Pfarrei Hl. Martin Schloß Neuhaus bedauern zutiefst, dass Missbrauch an einem Ort geschehen konnte, der eigentlich Schutz, Vertrauen und Glauben bieten sollte. Gleichzeitig wollen wir die Erkenntnisse der Studie nutzen, um unser Handeln vor Ort weiterhin konsequent zu überprüfen und zu verändern.

Die Studie zeigt, dass Missbrauch dort begünstigt wurde, wo Macht unkontrolliert ausgeübt, Entscheidungen intransparent getroffen und Betroffene zum Schweigen gebracht oder nicht gehört wurden. Darum haben wir in unserer Pfarre ein „institutionelles Schutzkonzept“ erarbeitet, an dem wir weiterarbeiten wollen, um eine Kultur des Hinschauens und der Achtsamkeit zu stärken. Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Menschen müssen in unseren Gemeinden, Gruppen und Angeboten so gut wie möglich geschützt sein. Dazu gehören fortlaufend Schulungen aller ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierten, verlässliche Ansprechpersonen sowie transparente Strukturen für Meldungen und Beschwerden. Auf unserer Homepage sind dazu wichtige Informationen veröffentlicht: https://hl-martin-schlossneuhaus.de/schutzkonzept-gemeinsam-gegen-sexualisierte-gewalt-in-der-kinder-und-jugendarbeit/.

Wir begrüßen, dass das Erzbistum Paderborn eine unabhängige historische Studie in Auftrag gegeben hat und sich in öffentlichen Formaten den Ergebnissen stellt. Zugleich ist uns bewusst, dass eine Studie allein keine Aufarbeitung ersetzt, sondern nur ein Schritt auf einem längeren Weg ist. Aufarbeitung bedeutet für uns: konsequente Klärung von Verantwortlichkeiten, Anerkennung des Leids der Betroffenen, gerechte Leistungen der Anerkennung, strukturelle Veränderungen in Leitung und Kontrolle, sowie eine Kirche, in der Betroffene nicht am Rand, sondern in der Mitte der Aufmerksamkeit stehen.

Als Pfarrei Hl. Martin Schloß Neuhaus nehmen die Ergebnisse der Studie ernst und werden sie in Gremien, Gruppen und Öffentlichkeit unserer Pfarrei thematisieren. Wir unterstützen die bestehenden Präventions- und Interventionswege des Erzbistums Paderborn und prüfen, was vor Ort weiterentwickelt werden muss. Wir ermutigen Menschen, die von Missbrauch betroffen sind, sich an unabhängige Ansprechstellen und an die vom Erzbistum benannten Kontaktpersonen zu wenden, und sichern ihnen unseren Respekt, unser Zuhören und unsere Unterstützung zu.

Wir wissen, dass Vertrauen, das zerstört wurde, nicht durch Worte allein zurückkehren wird. Vertrauen kann nur wachsen, wenn Worte und Taten übereinstimmen, wenn Verantwortung übernommen wird und wenn Betroffene konsequent in den Mittelpunkt rücken. Um diesen Weg wollen wir uns als Pfarrei mit aller Kraft bemühen, im Wissen um unsere eigene Verletzlichkeit und Schuld und im Vertrauen auf Gottes Hilfe.

Im Namen der Pfarrei Hl. Martin Schloß Neuhaus

Tobias Dirksmeier, Pfarrer

Oliver Kuhoff, 1. Stellvertretender Kirchenvorstand

Antonia Linde, Manuela Linde, Dr. Daniel Friedenburg, Vorstand Rates der Pfarrei

Pastoralteam Hl. Martin Schloß Neuhaus

Liebe Schwestern und Brüder,

der vierte Fastensonntag trägt den Namen „Laetare“ – Freue dich! Es ist ein bewusster Lichtblick mitten in der kargen Fastenzeit. Die liturgische Farbe wechselt für einen Sonntag von Violett zu Rosa, als würde das helle Osterlicht bereits durch die gedeckten Töne der Bußzeit hindurchschimmern. Doch wie lässt sich Freude heute rechtfertigen, wenn wir den Blick in die aktuellen Nachrichten richten? Der Krieg im Nahen Osten ist geprägt von ungelösten Konflikten, menschlichem Leid und einer tiefen Verunsicherung.

Der Sonntag „Laetare“ will uns gegen all das sichtbare und unsichtbare Leid und Unrecht (auf allen Seiten!) sagen: Der Hass, die Wut, das sich erheben über andere hat nicht das letzte Wort. Mitten im Fasten, mitten im Verzicht und in der Klage gibt es eine bewusste Unterbrechung. Diese „Pause der Freude“ ist kein Ignorieren der Realität, sondern ein Akt des Widerstands gegen die Hoffnungslosigkeit. Wir dürfen uns freuen, nicht weil die Welt perfekt ist, sondern weil wir darauf vertrauen, dass Gott bereits an ihrer Heilung arbeitet. In der biblischen Tradition ist die Wüste nicht nur ein Ort des Mangels, sondern auch der Ort der Gottesbegegnung. Gerade dort, wo die Erde buchstäblich ausgetrocknet und von Gewalt gezeichnet ist, braucht es die Vision von „Strömen von lebendigem Wasser mitten in der Wüste“.

Der Sonntag „Laetare“ lädt uns ein, Gott als den zu suchen, der Grenzen überschreitet und Mauern der Feindschaft einreißt. Hoffnung ist niemals billiger Optimismus oder eine christliche Durchhalteparole, sondern die feste Zusage: Gott verlässt die Leidenden nicht. Vielleicht ist die Hoffnung dieses Sonntags genau das: Ein kurzer Moment des Innehaltens und des Hoffens. Ein vertrauen in das Gute. Mit dieser Hoffnung können wir den Konflikt im Nahen Osten und an so vielen anderen Orten nicht sofort lösen, aber wir können ein Zeichen dafür setzten, dass wir an den Frieden glauben, auch wenn er noch fern scheint. Lassen wir uns diese Kraft nicht durch Angst oder Resignation rauben!

Einen gesegneten und lichtvollen „Laetare“-Sonntag wünscht Ihnen Ihr

Pfarrer Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pfarrer

Liebe Schwestern und Brüder,

es gibt Momente im Leben, da wird man abrupt aus dem gewohnten Lauf der Dinge gerissen. Ein falscher Schritt, Glatteis unter den Füßen – und plötzlich verändert ein Sehnenriss im Oberschenkel, verbunden mit einer ausgekugelten Schulter den gesamten Alltag. Statt seelsorglicher Arbeit heißt es für mich nun erst einmal: Stillhalten, Geduld üben und auf Heilung vertrauen. Zugegeben, anderen diesen Gedanken zuzusprechen fällt mir leichter, als ihn selbst anzunehmen.

Trotzdem darf ich in diesen Tagen dankbar wahrnehmen: Gemeinde ist weit mehr als ein funktionierender Apparat oder das Abarbeiten von Terminen. In Ihrer Zuwendung, Ihrem Zuspruch und Ihrer Ermutigung und in mancher tatkräftigen Hilfe erfahre ich genau das: Das Evangelium ist nicht nur auf Papier geschrieben, sondern wird durch konkrete Menschen sichtbar.

Ich möchte mich bei allen bedanken für die Genesungswünsche, die herzlichen Grüße und vor allem das persönliche Gebet. Mein besonderer Dank gilt dem Pastoralteam, dass die zusätzlichen Aufgaben mit großem Engagement schultert. Dem Team im Pfarrbüro, das im Hintergrund alle Fäden fest in der Hand hält und für Vertretungen sorgt. Allen ehrenamtlich Engagierten, die dort einspringen, wo ich gerade keine Dienste übernehmen kann. Es ist eine stärkende Erfahrung zu sehen, wie gut unser „Netzwerk Gemeinde“ funktioniert.

Bis meine volle Mobilität wiederhergestellt ist, wird es noch einige Zeit und eine ordentliche Portion Geduld brauchen. Ich freue mich schon heute auf den Tag, an dem ich wieder mit Ihnen gemeinsam Gottesdienst feiern kann. Bis dahin bleibe ich Ihnen im Gebet und in herzlicher Dankbarkeit verbunden. Gottes Segen begleite Sie alle!

Ihr Pfarrer Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pfarrer

Wir feiern in diesen Tagen zwei Feste mit christlichem Hintergrund. Karneval hat tiefe christliche Wurzeln als Vorbereitung auf die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Ab dem 12. Jahrhundert etablierte die Kirche die Zeit als „Fleischwegnehmen“ (lateinisch carne levare), um vor dem Verzicht noch einmal ausgelassen zu feiern. Als christliches Fest wird aber eher der Abschluss der närrischen Zeit wahrgenommen – „am Aschermittwoch ist alles vorbei.“

Und jedes Jahr am 14. Februar ist Valentinstag. Viele nennen diesen Tag den Tag der Liebenden. Worum geht es? Im 3. Jahrhundert nach Christus soll es einen Bischof namens Valentin gegeben haben. Er wohnte wohl in der italienischen Stadt Terni. Der damalige Kaiser hat, wie man lesen kann, Paaren verboten, sich christlich trauen zu lassen. Valentin aber soll das Verbot umgangen haben und heimlich Liebespaare nach christlichem Brauch getraut haben. Allerdings ist das offenbar herausgekommen, so dass er zum Tode verurteilt wurde. Er soll am 14. Februar 269 hingerichtet worden sein. Später wurde dann das Christentum in Italien anerkannt und Valentin vom römischkatholischen Papst heilig gesprochen. So heißt er jetzt der „Heilige Valentin“.

Seit dem letzten Jahrhundert spielt der 14. Februar, der „Valentinstag“, auch in Deutschland als Fest der Liebenden eine Rolle. In Geschäften gibt es Blumen und Geschenke für den geliebten Menschen zu kaufen. Nun ist es sicher nicht verkehrt, an diesem Tag Blumen zu schenken. Aber wie Weihnachten oder Ostern ist der Valentinstag nur ein Tag, der stellvertretend im Jahreskreis für etwas steht, das doch das Jahr gelten sollte. Weihnachten und Ostern feiern wir letztlich die Liebe Gottes zu den Menschen. Am Valentinstag feiern wir die Liebe zwischen Menschen. Ein schöner Brauch also, der als christliches Fest einmal im Jahr daran erinnert, was in Jesu Nachfolge das ganze Jahr gelten sollte.

Ihr/Euer Diakon Andreas Kirchner

Diakon Andreas Kirchner
Diakon Andreas Kirchner

„Selig seid ihr, wenn ihr…“ Mt 5, 1–12a

Im heutigen Sonntagsevangelium erklärt Jesus seinen Begleitern, wann sie selig sind.

Selige beschreibt Papst Franziskus als „eine Person, die sich im Zustand der Gnade befindet, die in der Gnade Gottes voranschreitet und die auf dem Weg Gottes voranschreitet: die Geduld, die Armut, der Dienst an den anderen, der Trost… Wer in diesen Dingen voranschreitet, ist glücklich und wird selig sein.“  (Papst Franziskus, Generalaudienz, 29. Januar 2020)

Was bedeuten diese Worte für mich? Wenn ich die Überschrift lese, denke ich an meine Jugend und mein Musizieren bei den „Steinhorster Dorfspatzen“ (heute RiSing) zurück. Dort gehörte das Lied „Selig seid ihr“ damals zu unserem Standard-Repertoire bei Gottesdiensten und Auftritten. Das Lied hat mich immer berührt. Überträgt es doch diesen Textabschnitt des Matthäusevangeliums ein wenig in unseren Alltag. Plötzlich klingt „selig sein“ so lebensnah und wirksam für alle Beteiligten.

Versuchen wir das Positive im Evangelium für uns anzunehmen und nicht das auf den ersten Blick vermeintlich Negative: seid arm, verfolgt oder hungrig.

Wenn ich anderen Gutes tue. Wenn eine barmherzige, warmherzige und offene Haltung mein Leben prägen. Wenn ich Verlust und Trauer zulasse und versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten mich für Frieden und Demokratie einzusetzen, dann kann ich selig werden und mir damit selber etwas Gutes tun. Denn diese Haltung kann zu einem glücklichen und vielleicht zufriedeneren Lebensgefühl führen. Diese christliche Haltung macht sprach- und handlungsfähig, die Grundlage all unseres Tuns, für uns selber und für andere.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie – über das Evangelium hinaus – das Positive in Ihrem Alltag wahrnehmen und wertschätzen können, bei allen Herausforderungen. Bleiben Sie in Ihrer christlichen Haltung zuversichtlich und optimistisch.

Ihre Gemeindereferentin Andrea Rudolphi

Andrea Rudolphi, Gemeindeassistentin

Jesus mit in den Alltag nehmen

Am letzten Wochenende endete die Weihnachtszeit, der Alltag hat wieder begonnen. Aber das Weihnachten Jesus zu uns in unsere Welt gekommen ist, endet hier nicht. Jesus ist gekommen, um zu bleiben. Er will uns in unserem Alltag begleiten, will bei uns sein, uns helfen, unsere alltäglichen Sorgen zu tragen, zu ertragen. Es gibt viel, was jetzt wieder auf uns einstürmt. Die Schulen haben wieder begonnen, Urlaub ist vorbei, das Kind, dass vielleicht Weihnachten zu Besuch gekommen war, ist wieder abgereist und hinterlässt eine Leere im Haus, die nur schwierig zu füllen ist. Und damit es um uns herum eben gerade nicht so leer ist, will Jesus bei uns sein und uns helfen, unseren Alltag besser zu bestehen. Ich wünsche Ihnen, dass Sie, gerade wenn Sorgen Sie bedrücken, ein wenig die Nähe Jesu spüren können.

Ihr Diakon

Klaus Pöppel

Klaus Pöppel, Diakon

„Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft.“

Der Angelus ist eine alte Gebetstradition der Kirche, die uns das ganze Jahr über an die Weihnachtsgeschichte erinnert. Denn die Botschaft der Menschwerdung Jesu gilt nicht nur für den Festtag — sie sagt uns: Gottes Nähe ist jeden Tag da. Gerade im Evangelium des 4. Adventssonntags begegnet der Engel auch Josef. Mitten in seine Unsicherheit und seine Sorgen hinein spricht Gott ihm Mut zu. Josef steht vor einer Situation, die ihn völlig überfordert. Er versteht nicht alles, und doch entscheidet er sich, der Botschaft zu vertrauen. Das heißt, Maria und Josef behalten diese Frohbotschaft nicht für sich. Beide handeln auf ihre Weise: offen, mutig. Maria macht sich auf den Weg zu Elisabeth und bringt Jesus, den Friedensfürsten, mit – noch verborgen, aber schon wirksam. Und Josef gibt dem Kind öffentlich den Namen Jesus, den Retter. Damit stellt er sich sichtbar hinter das, was Gott begonnen hat. Auch wir erleben heute vieles, das uns ratlos macht. Und doch sind wir eingeladen, es Maria und Josef gleichzutun: dem Leben Raum zu geben – mit Verständnis, mit Treue und mit kleinen Schritten des Friedens im Alltag. Weihnachten erinnert uns daran: Gott bleibt nicht fern, er kommt zu uns — als Kind, als Hoffnung, als Nähe, als Immanuel (Gott mit uns).

Möge dieses Weihnachtsfest uns Mut schenken, trotz aller Unruhe auf Gottes Nähe zu vertrauen und Zeichen der Hoffnung zu setzen. Eingeladen sind wir dazu, allen, die wir begegnen, die Frohbotschaft zu bringen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes, friedvolles und frohes Weihnachtsfest.

Ihr Pastor Chinemelu Emehelu

Chinemelu Emehelu, Pastor

Liebe Schwestern und Brüder,

der Advent ist eine besondere Zeit. Er ist eine Zeit der Erwartung, der Vorbereitung und der Hoffnung. In diesem Jahr hören wir am kommenden Sonntag die eindringlichen Worte von Johannes dem Täufer: „Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!“ (Mt 3,3). Dieser Ruf zur Umkehr und zur inneren Vorbereitung ist auch für uns heute eine Einladung. Johannes der Täufer steht in der Wüste und ruft die Menschen dazu auf, ihr Leben zu ändern, um Gott Raum zu geben. Seine Botschaft ist klar und kraftvoll: Es geht nicht nur um äußere Rituale, sondern um eine echte Veränderung des Herzens.

„Bringt Frucht hervor, die eure Umkehr zeigt“ (Mt 3,8), sagt er. Diese Worte fordern uns heraus, innezuhalten und zu fragen: Wo kann ich in meinem Leben noch „Straßen ebnen“? Wo braucht es mehr Liebe, Geduld oder Vergebung? Die Adventszeit bietet die Gelegenheit, uns neu auf das Wesentliche zu besinnen. Sie lädt uns ein, in der Hektik des Alltags Momente der Stille zu finden, im Gebet zu Gott zu kommen und unsere Beziehungen zu stärken.

Vielleicht können wir in diesen Wochen bewusst kleine Schritte gehen: ein offenes Ohr für einen Mitmenschen haben, ein Lächeln schenken oder uns Zeit für das Gebet nehmen. Auch als Gemeinde sind wir eingeladen, gemeinsam den Weg zu bereiten. Unsere Adventsfeiern, Gottesdienste und Begegnungen sind Gelegenheiten, um uns gegenseitig zu stärken und gemeinsam auf das Kommen Christi zu warten. Ich lade Sie herzlich ein, sich in dieser Zeit bewusst Zeit zu nehmen und sich von der Botschaft des Johannes inspirieren zu lassen.

Ihr Pastoralassistent

Dennis Jandt

Christkönig – eine Ermutigung Brücken zu bauen

Liebe Schwestern und Brüder,

der letzte Sonntag im Kirchenjahr – Christkönig – lädt uns dazu ein, achtsam auf unser persönliches und gemeinsames Lebensgefühl zu blicken. Viele spüren Unsicherheit, Leistungsdruck, gesellschaftliche Spannungen und vermissen verbindende Werte. Das Evangelium am Christkönigssonntag stellt uns einen König vor Augen, der nicht über uns herrscht, sondern uns auf Augenhöhe begegnet und Hoffnung schenkt, auch wenn Vieles im Umbruch ist. Jesus begegnet uns mitten im Alltag, nicht über den Dingen stehend, sondern als Hoffnungszeichen inmitten von Umbrüchen und Unsicherheiten. Sein „Königsein“ zeigt sich im aufmerksamen Zuhören, im Mut, neue Wege zu gehen, und in kleinen Gesten der Solidarität. Gerade in Zeiten, in denen Zukunftsangst oder Orientierungslosigkeit viele beschäftigt, macht das Fest Mut: Nicht Selbstoptimierung oder Erfolg um jeden Preis zählen, sondern Vertrauen, Mitgefühl und Zusammenhalt. Das Fest ermutigt, Brücken zu bauen – sei es zwischen Generationen, im Freundeskreis, in der Familie oder dort, wo Meinungen auseinandergehen. Christus stellt nicht fertige Lösungen bereit, sondern stärkt, sich als Teil seines Reiches der Gerechtigkeit, des Friedens und der Hoffnung zu verstehen und gemeinsam nach passenden und sinnvollen Lösungen zu suchen. Wo wir uns füreinander einsetzen, auf ehrliche Weise Schwäche zugeben oder anderen Mut machen, lässt sich etwas von dieser anderen „Königsherrschaft“ erahnen: eine Kraft der leisen Veränderung, die von innen heraus wirkt. Christkönig ist ein Fest, das mitten in eine unvollkommene Welt Hoffnung sät – im festen Vertrauen, dass Gottes Liebe größer ist als jede Unsicherheit und dass aus kleinen Schritten Großes wachsen kann. Lassen wir uns von der Botschaft Jesu berühren, damit Vertrauen und Zuversicht in uns und um uns herum wachsen. Christus ist da – ganz konkret und nah im Hier und Jetzt.

Ihr

Pfarrer Tobias Dirksmeier

Martinsfest

In diesen Tagen werden unsere Straßen wieder von Licht, Kinderstimmen und fröhlichem Lachen erfüllt sein. Überall ziehen Kinder mit ihren bunten Laternen durch die Dunkelheit, begleitet von Eltern, Großeltern, Freunden und Nachbarn – und vorneweg reitet der heilige Martin. Es ist jedes Jahr ein besonderer Moment, wenn dieses kleine, warme Licht sich in so vielen Gesichtern widerspiegelt. Etwas Kindliches, etwas Hoffnungsvolles, etwas zutiefst Menschliches wird da lebendig – mitten in der oft so nüchternen und lauten Zeit.

Das Martinsfest erzählt von einem Menschen, der mit offenen Augen und einem wachen Herzen durchs Leben ging. Martin, der römische Soldat, sah in einem frierenden Bettler nicht einfach einen Bedürftigen, sondern einen Bruder. Er hielt an, teilte seinen Mantel – und schenkte weit mehr als ein Stück Stoff: Er schenkte Würde, Wärme und das Gefühl, nicht vergessen zu sein. Diese schlichte Geste hat bis heute Strahlkraft, weil sie von der tiefen Überzeugung getragen war, dass Gottes Liebe sich in mitmenschlicher Nähe zeigt.

In der Lesung aus dem ersten Korintherbrief (1 Kor 3, 9c–11.16–17) hören wir: „Ihr seid Gottes Bau, Gottes Tempel. Der Geist Gottes wohnt in euch.“ Paulus erinnert uns daran, dass wir auf dem Fundament Christi stehen, das kein Mensch ersetzen kann – und dass wir aufgerufen sind, sorgsam mit diesem göttlichen Bau umzugehen. Jeder Akt der Liebe, jedes Teilen, jedes mutige Wort fügt einen Stein hinzu, der den Tempel Gottes in unserer Welt lebendig erhält. Wo wir so handeln, wächst sein Reich mitten unter uns.

Vielleicht können uns die Laternen der Kinder in diesen Tagen daran erinnern: Licht ist nicht nur etwas, das man trägt – es ist etwas, das man weitergibt. Und manchmal genügt schon ein kleines Licht, um die Dunkelheit eines anderen zu erhellen.

So wünsche ich uns allen ein gesegnetes Martinsfest, viele leuchtende Kinderaugen und das Vertrauen, dass Gottes Geist in uns wohnt – als Licht, das wärmt, tröstet, verwandelt und unsere Welt ein klein wenig heller macht.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
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