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Hauptsache, gemacht!
„Ja, mache ich!“ – wie oft sagen wir diesen Satz? Zu Hause, bei der Arbeit, im Verein, vielleicht auch in der Kirche. Manchmal ist dieses „Ja“ schnell gesagt. Und dann kommt etwas dazwischen, man vergisst es oder hatte eigentlich von Anfang an keine rechte Lust dazu. Und manchmal ist es genau andersher-um: „Nein, das mache ich nicht!“ – und einige Zeit später denkt man noch einmal darüber nach, ändert seine Meinung und tut es doch.
Genau von solchen zwei Menschen erzählt Jesus im Evangelium. Der eine Sohn sagt Nein und geht später doch in den Weinberg. Der andere sagt freundlich und scheinbar selbstverständlich Ja – und tut nichts. Jesus fragt: Wer von beiden hat den Willen des Vaters erfüllt? Die Antwort ist ziemlich eindeutig.
Vielleicht ist diese kleine Geschichte gerade heute erstaunlich aktuell. Wir leben in einer Zeit der vielen Worte. Jeden Tag begegnen uns unzählige Mei-nungen, Versprechen und Forderungen – in den Nachrichten, in den sozialen Medien und in unseren Gesprächen. Schnell ist gesagt, was andere tun müss-ten, was sich ändern müsste und wofür man selbst eigentlich steht. Doch zwi-schen Reden und Tun liegt manchmal ein ziemlich großer Weinberg.
Jesus interessiert sich weniger für das perfekte „Ja“ als für den Menschen, der bereit ist, sich zu verändern. Der erste Sohn darf zunächst Nein sagen. Er darf sich irren. Entscheidend ist: Er denkt noch einmal nach, bereut seine Ent-scheidung und macht sich auf den Weg.
Das ist für mich eine tröstliche Botschaft. Gott legt uns nicht auf das fest, was wir gestern gesagt oder getan haben. Bei ihm gibt es die Möglichkeit, neu anzufangen, eine Meinung zu ändern, einen Fehler einzugestehen und einen anderen Weg einzuschlagen. Umkehr bedeutet dann nicht, sich kleinzuma-chen, sondern beweglich zu bleiben.
Vielleicht braucht unsere Zeit genau solche Menschen: Menschen, die nicht nur sagen, was richtig wäre, sondern anfangen, es zu tun.
Menschen, die den Mut haben zu sagen: „Da habe ich mich geirrt.“
Und Menschen, bei denen aus einem Nein doch noch ein Ja werden
kann. Denn am Ende zählt nicht nur, was wir versprechen. Es zählt,
ob wir uns auf den Weg machen.
Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
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