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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Liebe Schwestern und Brüder,

Die Zeit ist reif. So sagen wir, wenn etwas geschieht oder geschehen muss. Wir tun dann nicht mehr so, als ob nichts wäre.

Einer geht zum Arzt und wartet nicht länger. Ein anderer sagt, was schon lange gesagt gehört und schaut nicht länger einfach nur zu. Wieder ein anderer macht einen Vorschlag, den die anderen verstehen können und lässt nicht alles einfach so laufen.

Die Zeit ist reif. Biblisch gesprochen: Die Zeit ist erfüllt. Es geht nicht einfach alles so weiter, wie bisher.

Und was ist jetzt dran bei uns?  Wofür ist es jetzt an der Zeit? Welcher Schritte stehen uns bevor?

Peter Scheiwe, Pfarrer
Peter Scheiwe, Pfarrer

Bei mir vergeht eigentlich kein Tag mehr, ohne dass mich die Pandemie beschäftigt. Einerseits kann auch ich nicht in die berühmte Glaskugel gucken, andererseits müssen jetzt Entscheidungen gefällt werden, z. B. was besondere Gottesdienste betrifft. In welchem Rahmen werden 130 Erstkommunionkinder und deren Familien das Fest feiern können? Was sagen wir den Brautleuten, die sich bei uns in diesem Jahr zur Hochzeit angemeldet haben? Sind Schulgottesdienste mit Abstand und ohne zu singen sinnvoll? Wie werden wir Ostern feiern, wenn auch dann noch keine Lockerungen der Corona-Regeln möglich sind? Sollen wir nach den guten Erfahrungen von Heiligabend auch in der Karwoche an vielen Stellen Freiluftgottesdienste feiern? Besser am Abend des Karsamstages oder Ostersonntag ganz früh? Viele offene Fragen.

Die Zeit ist reif. Die Zeit ist erfüllt. In dieser für manchen von uns belastenten Zeit setzt auf ihr flankierendes Gebet – und ihr Wohlwollen

Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

 

Liebe Leser und Leserinnen,

während das Fest „Taufe des Herrn“ am ersten Sonntag im Jahreskreis noch von der weihnachtlichen Stimmung getragen ist, beginnen nach unserem Gefühl spätestens heute die „Alltags-Sonntage“. Eine  Lesereihe zu den Korintherbriefen und das Markus Evangelium begleitet uns nun in der nächsten Zeit, zwischendurch auch mit Einschüben aus dem Johannesevangelium. Immer gehört auch eine alttestamentliche Lesung dazu. An diesem Sonntag ist dies ein Text aus dem ersten Buch Samuel. Im Moment denke ich oft an die Kommunionkinder aus meiner Weggottesdienstgruppe, denn die Vorbereitung auf ihre Erste Hl. Kommunion ist so ganz anders in diesem Jahr.  Aber sie kennen diese Bibelstelle bereits. Der junge Samuel lebte unter der Aufsicht des Priesters Eli im Tempel. Er war damals etwa so alt wie unsere Kommunionkinder es jetzt sind. Ich erzähle diese spannende Berufungsgeschichte sehr gerne. Sie soll den Kindern vermitteln, wie wertvoll Momente der Stille für unser Beten sind. Samuel wird in der Nacht vom Herrn gerufen, er hört in der Stille Gottes Stimme.  Auch wir haben oft den Wunsch die Stimme Gottes zu hören. Wir beten und haben doch das Gefühl, dass nichts zurückkommt, oder etwa doch?

Gott lässt sich  nicht einengen. Er ist weder zeitlich noch räumlich begrenzt. Eigentlich können wir gar nicht zu Gott sprechen, denn unsere Sprache, unser Denken und Handeln ist begrenzt auf die Dinge, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Vielleicht hilft uns da ein Gebet des Schweigens. Ein Gebet bei dem man keine Wörter formuliert, bei dem man keine Begriffe bildet oder sich keine Bilder macht.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin
Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Wie soll das funktionieren, sind wir doch darauf programmiert zu planen, zu kommunizieren, Probleme und Ergebnisse zu formulieren, Kontakte zu knüpfen? Haben wir verlernt zu schweigen? Sören Kierkegaard sagte über das Beten: „Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich lernte aber, dass beten nicht nur Schweigen ist, sondern Hören.“

Auch unsere Welt ist im Moment stiller geworden, so scheint es mir. Das hat niemand gewollt. Uns fehlen die Kontakte, die Ablenkungen des Alltags, die Freizeitvergnügungen. Und doch, vielleicht ist dies auch ein Chance, sich von Gott neu rufen zu lassen, auf seine Stimme zu lauschen, ihn zu hören.

Ihre Gemeindereferentin Angelika Schulte

 

Zeit für Neues

An diesem Wochenende feiern wir das Fest „Taufe des Herrn“. Mit der Taufe endet etwas und etwas Neues entsteht, beginnt. Im Jahreskreis endet die Weihnachtszeit. Für uns beginnt gerade ein neues Jahr.

In jedem neuen Jahr überlegen wir, was wir besser machen können, fassen Vorsätze, können sie meistens nicht lange durchhalten und hoffen, dass das neue Jahr besser wird.

In diesem Jahr wünschen viele Menschen eher, dass es wieder wie früher wird. Natürlich hoffen wir alle, dass die gesundheitlichen Gefahren der Pandemie überwunden werden, doch ein Zurück zur Zeit vor Covid-19 wird es nicht geben. Nicht in der Gesellschaft und nicht in unserer Kirche.

Wir lernen gerade, dass Spiritualität nicht an die traditionellen Gottesdienstangebote gebunden sein muss. Ganz eindrucksvoll haben dies unsere Freiluftgottesdienste am Heiligen Abend gezeigt. Und von vielen Seiten kam nicht: Wenigstens ein kleiner Ersatz, nächstes Mal aber bitte wieder in der Kirche, sondern eher: Ein tolles Angebot, bitte mehr davon.

Genau wie unser Kaufverhalten sich ändert, genauso wie plötzlich im Home-office Dinge gehen, die vorher kaum jemand für möglich hielt, genauso wie plötzlich Studierende Vorlesungen und Prüfungen eines Semesters durchlaufen, ohne einmal in der Uni gewesen zu sein, genauso wird sich unser Gemeindeleben verändern.

Ich weiß nicht wie, aber ich werde mich überraschen lassen und werde versuchen, offen zu sein für die Veränderungen.

Diakon Klaus Pöppel
Diakon Klaus Pöppel

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien auf der einen Seite viel Kraft und Stärke in dieser schwierigen Zeit, auf der anderen Seite aber auch den Mut, Veränderungen mitzugehen. Ihr Diakon Klaus Pöppel

 

 

Fürchte dich nicht!

So hört es Maria vom Engel Gabriel bei der Verkündigung.
Fürchtet euch nicht, so hören es die Hirten auf den Feldern von Bethlehem .
Fürchtet euch nicht, so steht es angeblich 365 mal in der Bibel, für jeden Tag und jeden Tag aufs Neue sagt uns die Heilige Schrift zu: „Fürchtet euch nicht!“
Dieser Zuruf gilt uns Menschen, trotz Corona, trotz Terror , trotz Naturkatastrophen auf allen Kontinenten, trotz weltpolitisch aufgeheizter Situation, trotz Klimawandel, trotz kleiner werdender Kirchen…
Wir warten, dass Gutes in diese unsere Welt kommt.
In diese Welt, in unser Leben hinein spricht Gott seine zentrale Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“. Er will damit nicht unsere realen Ängste überspringen.
Aber er verspricht uns: Mitten in eurer Furcht bin ich da. Auch für diese Zusage gilt:

Das Wort ist Fleisch geworden.
Gott ist Mensch geworden. Das feiern wir an Weihnachten. Er ist jedem von uns nahe, er steht bereit, uns hineinzunehmen in seine Wirklichkeit, in der wir aufatmen und ausruhen dürfen von Angst und Sorge.
„Fürchtet euch nicht!“ Dieser Zuruf möge uns gerade an diesem Weihnachten und immer wieder neu im Jahr 2021 Aufforderung und Ermutigung sein, entschlossen und vertrauensvoll in die Zukunft zu gehen.
Ihr/Euer Diakon Andreas Kirchner

DIakon Andreas Kirchner
Diakon Andreas Kirchner

Für diesen Sonntag hat die UNO den Internationalen Tag der menschlichen Solidarität ausgerufen. So kurz vor Weihnachten passt dieser Tag gut, denn die Spendenaufrufe landen vermehrt in den Briefkästen, Hilfspakete wurden oder werden noch verschickt…. „Menschen haben wieder füreinander Zeit“, singen wir in einem modernen Adventslied.

Dazu passt gut das Evangelium des Sonntags. Menschliche Solidarität. Darin übt sich Maria. Nicht nur, dass ein Engel als Besucher etwas ungewöhnlich ist. Nicht nur, dass seine Botschaft eher beängstigend für die junge Frau gewesen sein muss. Nein, es wird schier unmögliches von ihr erwartet. Ein Kind von Gott. Aber dieses Kind wird der Retter sein, der Messias. Maria ist nicht begeistert. Sie fragt nach, braucht mehr Infos, mehr Gewissheit. Viel kommt da nicht mehr vom Engel. Dass sie schließlich zustimmt, ist kaum eine rationale Entscheidung. Sie speist sich aus Gottvertrauen und Tradition, aus Glaube und Solidarität für das Volk. Sie sagt ja.

Solidarität mit dem unterdrückten Volk. Vielleicht ein Beweggrund für Maria. Aus Solidarität läßt sie sich auf ein Abenteuer ein, dass sie nicht absehen kann. Weihnachten.

Wir sind auf der Zielgraden, nur noch wenige Tage. Aber genug, um auch solidarisch zu handeln. Mit Menschen, Tieren und der gesamten Schöpfung. Auf Weihnachten hin.

Ich wünsche Ihnen einen guten 4. Advent. Bleiben Sie gesund!

 

Anja Fecke, Gemeindereferentin und Behindertenseelsorgerin

 

Freuen, Danken und Prüfen. Und dann wieder Danken.

Einige Worte zum Abschied

Wenn ich die zweite Lesung (1 Thess 5,16-24) des dritten Adventssonntages lese, wird mir wieder einmal deutlich, dass das Wort Gottes lebendig ist und in mein Leben spricht. Paulus fordert uns auf, dass wir uns freuen sollen. Aber auch Gott für alles danken und in unserem Leben wirklich alles prüfen sollen und nur das Gute erhalten sollen. Sehr weise Worte, die eine Richtschnur für mein Leben geworden sind.

Warum sprechen diese Worte in meine aktuelle Situation in meinem Leben? Weil ich die Weichen für meinen Lebensweg neu stelle. Das ist manchmal nötig. Ich werde zum Ende dieses Jahres unsere Pfarrei nach über zwei Jahren verlassen und nicht weiter den Weg ins Priesteramt gehen. Und all das tue ich mit Freude, mit Dank und nach reiflicher Prüfung.

Die Freude hat mich auf meinem ganzen Weg durch die Zeit in Schloß Neuhaus begleitet. Die Freude war groß, dass ich hier hingesendet wurde, die Freude war groß, als ich das Pastorale Team kennengelernt habe, die Freude war ebenso groß – wenn nicht noch größer -, als ich in Kontakt zu unzähligen Menschen und Gruppierungen treten durfte. Meine unterschiedlichen Tätigkeiten haben mir die ganze Zeit über Freude bereitet und das liegt vor allem an den Personen – also an Ihnen allen – mit denen ich meine Zeit verbringen durfte. Ich war sehr dankbar, dass ich kommen durfte und willkommen geheißen wurde, ich bin sehr dankbar für die vielen Begegnungen und Erfahrungen, die ich gemacht habe und die mich geprägt haben. Ich werde Ihnen und Gott dafür immer dankbar sein. Und trotz der Freude und der Dankbarkeit habe ich Paulus´ Rat befolgt und geprüft. Und ich bin zu der schweren Entscheidung gekommen, nicht als Priester in unserer Kirche tätig zu werden. Ich werde andere – mir noch unbekannte – Wege gehen. Und auch darauf freue ich mich und bin Gott dankbar, dass er mich führen wird.

Nach der Freude, dem Dank und der Prüfung möchte ich nun aber wieder Danken:

Sebastian Vieth (Praktikant aus dem Priesterseminar)
Sebastian Vieth (Praktikant aus dem Priesterseminar)

Ich danke so vielen Menschen von Herzen für die vielen Möglichkeiten, Begegnungen, Gespräche, Erfahrungen und so vieles mehr, was ich in meiner Zeit der Pfarrei Heiliger Martin erfahren und erleben durfte. Ermöglicht haben mir das alles viel zu viele Personen, um jede und jeden einzelnen nennen und danken zu können. Daher möchte ich Ihnen allen auf diesem Weg Danke sagen! Ich werde immer mit Freude und Dankbarkeit auf meine Zeit hier in Schloß Neuhaus zurückschauen und für Sie beten. Ich wünsche Ihnen allen persönlich, aber auch als Gemeinschaft einer Pfarrei alles Gute und Gottes Segen! Auf Wiedersehen!

Ihr Sebastian Vieth

 

Gemeinsames Priestertum

Die Adventzeit ist nicht nur eine Zeit von „Kerzenschein und Plätzchen backen“. Sie ist auch eine Zeit des Aufrüttelns. An diesem Wochenende sagt Johannes: „…er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.“

Sind Sie mit dem Heiligen Geist getauft?

Ich bin auf einen Beitrag dazu auf „katholisch.de“ gestoßen und möchte diesen gern mit Ihnen teilen:

Wenn ja, dann haben Sie Anteil am gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen. Das Zweite Vatikanische Konzil hält fest: „Die Gläubigen haben in ihrer Taufe eine Weihe empfangen, die sie zur Ausübung ihrer Sendung zum gemeinsamen Priestertum ermächtigt. Sie sind deshalb im Verhältnis zum hierarchischen Priestertum nicht nur eine nachrangige Größe, sondern als ebenbürtige Subjekte zu würdigen, die es bei den vielfältigen Entscheidungen im Leben einer Gemeinde zu berücksichtigen gilt.“

Jeder Getaufte besitzt innerhalb der Kirche nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte, die es notfalls mit allem Nachdruck durchzusetzen gilt. Die Gläubigen handeln nicht nur, weil sie vom Priester zu einem bestimmten Dienst ermächtigt wurden, sie handeln aus eigenem Antrieb, weil sie mit ihrer Taufe eine Sendung erhalten haben: Nämlich gemäß ihrer königlichen, priesterlichen und prophetischen Würde am Aufbau des Gottesvolkes mitzuwirken und das Reich Gottes in dieser Welt anbrechen zu lassen (vgl. LG 33; AA 2). Und andererseits ist es nötig, dass gerade jene, die in der Priesterweihe eine besondere Sendung erhalten haben, diese nicht zur Erhaltung und Stärkung ihrer eigener Macht oder ihrer eigenen Interessen nutzen. Vielmehr müssen sie die Charismen, die in der Gemeinde vorhanden sind, stärken und fördern.

Wir, im Pastoralteam, nehmen uns vor Sie alle zu stärken und zu fördern, nicht immer gelingt es uns, aber wie arbeiten daran. Helfen Sie mit, dass wir alle das gemeinsame Priestertum immer mehr auch leben.

Über 500 Gemeindemitglieder haben in diesem Jahr Lichtertüten und einen Dankesbrief für ihr Engagement in den Gemeinden gebracht bekommen. „Was wäre die Gemeinde ohne DICH? DU BRINGST UNSERE GEMEINDE ZUM LEUCHTEN!“ Dazu können Sie sich auf unserer Homepage das passende Video ansehen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in dieser Adventszeit Ihrer eigene Berufung nachspüren.

Es bleibt spannend – bleiben Sie in der Nähe Gottes.

 

Eine gesegnete Adventszeit

Ihre Gemeindereferentin Petra Scharfen

 

 

Ob er in diesen Tagen ankommt?

In diesen Tagen findet man sie überall, die farbigen Werbeblätter, die darauf hinweisen, was man so alles zu Weihnachten kaufen kann oder besser kaufen soll. Angebote ohne Ende, Black-Friday und die -CyberWeek… Ein beträchtlicher Aufwand wird betrieben damit bestimmte Gegenstände so in uns „ankommen“, dass wir sie unbedingt haben wollen. Werbung ist nun mal immer mit viel Aufwand verbunden.

Aber eines sollten wir nicht vergessen: Advent meint eigentlich, dass GOTT in uns Menschen ankommen will… ER kommt, trotz „Teil-Lockdown“, denn: ER ist schon längst da, ER, der „Ich bin, der ich bin da“. Und dennoch stellt sich mir die Frage, wie Werbung für Gott aussehen könnte, damit auch in diesem Advent spürbar wird, dass Gott da ist: reicht eine Facebook-Seite (https://www.facebook.com/hlMartinSchlossNeuhaus/), Flyer, Werbeplakate, Pfarrbriefe, reicht eine Homepage (www.hl-martin-schlossneuhaus.de)? Oder reicht es einfach aus, „zu glauben“, dass der Weg Gottes zu uns Menschen nun mal nur seine Sache ist und wir darauf ja eh keinen Einfluss haben? Das dann wohl eher nicht, denn wie las ich letztens in einem alten Gebet: „Jesus hat keine Hände, nur unsere Hände, um heute Gutes zu tun“. Ich glaube, dies gilt auch für die Worte, die wir sprechen, die Worte, die wir schreiben. Wir sind doch seine besten Werbeträger.

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Am Anfang der ursprünglichen Adventszeit stand ein Mann am Jordan, der den Auftrag hatte, für Gott, für sein „Kommen“, einen Weg zu bahnen und im Evangelium des 1. Advent wird doch auch klar gesagt: „Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt“. Der Täufer Johannes rüttelte die Menschen auf und versuchte, die Hindernisse in den Herzen wegzuräumen, dass die Sehnsucht nach Gott aufbrach. Und da wir ja nicht wissen, wann die Zeit da ist, bis der Hausherr, bis Gott kommt, heißt es für uns alle – in diesen Coronazeiten doch mehr denn je –  verantwortlich die gegenwärtigen Stunden zu leben und nach dem Herrn Ausschau zu halten, bis sein großer Tag gekommen ist. Advent beginnt immer in uns selbst, seine Ankunft beginnt in uns, in der Überlegung, was in uns ankommen will und was wir draußen lassen. Gott selbst fragt uns, ob wir ihm Raum geben in uns. Gott wirbt um den Menschen, ganz sicher auf eine völlig andere Weise als die allgemein übliche. So wünsche ich Ihnen allen, dass ER ankommt, bei Ihnen und bei Ihren Lieben.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

 

Liebe Schwestern und Brüder,

als neues Mitglied im Pastoralteam der Pfarrei Hl. Martin möchte ich mich zunächst in aller Kürze vorstellen: Als gebürtiger Bielefelder studierte ich in den letzten Jahren in Münster und Rom Theologie und bin nun für das Erzbistum Paderborn in der Ausbildung zum Priester. Noch vor einigen Monaten hätte ich mir nicht denken können, dass diese Zeit so sehr von der Corona-Pandemie geprägt sein wird. Die Krise hat viele Probleme in der Gesellschaft und der Kirche wie ein Brennglas gebündelt und sichtbar gemacht. Vielen von uns stellt sich die Frage, wann wieder bessere Zeiten kommen und unsere Geduld wird auf die Probe gestellt. Auch das Kirchenjahr mit dem Christkönigsfest und dem beginnenden Advent nimmt spürbar die Dramatik des Wartens auf. Vielleicht kann unser Beitrag als Christen in dieser ungewissen Zeit darin bestehen, mit einer anderen Haltung zu warten: Der tschechische Priester und Autor Tomás Halík spricht davon, dass die „göttlichen Tugenden“, also Glaube, Liebe und Hoffnung in unserer Zeit Worte der Geduld und des Wartens sein können. Sie können uns auch durch dunkle Zeiten tragen und unserem Leben eine Richtung geben. Diese Tugenden sind vor allem dann wichtig, wenn die äußeren Umstände widrig sind. Wir sind eingeladen, uns täglich neu in diese Haltungen einzuüben und unsere Herzen so auf das Gute hin auszurichten. Damit ist noch keine Aussage über den Ausgang der Corona-Krise gemacht, aber wir bereiten unseren inneren Raum vor für die Ankunft Jesu Christi. Gehen wir diesen Weg gemeinsam!

Ihr Jakob Ohm

 

Liebe Schwestern und Brüder,

manche Worte und Taten von Menschen sind unsterblich. Nach über 1.600 Jahren erinnern sich viele Menschen bei uns noch daran, wie der heilige Martin seinen Soldatenmantel mit dem frierenden Bettler – wir würden heute von einem Penner reden oder einem Obdachlosen – am Stadttor von Amiens teilte. Von Generation zu Generation ist diese Episode aus dem Leben des Heiligen weiter erzählt worden bis in die Gegenwart. Auch wenn in diesem Jahr kein Martinszug stattfinden kann, möchte ich mit dem Erzbischof allen sagen: Lasst euch das Fest nicht vermiesen.

Weniger bekannt, jedenfalls außerhalb von Paderborn ist, dass er die so genannten Werke der Barmherzigkeit Zeit seines Lebens großgeschrieben hat. z. B. „Die Toten begraben“. Wenn wir Libori feiern, singen sie selbst in Coronazeiten im Hohen Dom „Selig, dem beim Hinübergang Martin zur Seite stand.“, selbstverständlich in der lateinischen Sprache: Beatus cui Martinus adfuit in dulci transito“

Liborius und Martinus waren zu Lebzeiten Nachbarbischöfe. Tours und Le Mans liegen direkt nebeneinander. Wir dürfen uns beide nicht mit Stab und Mitra vorstellen. Die haben sie nie getragen. Sie waren eher Mönche, Missionare, im Vollsinn des Wortes. Sie fühlten sich geschickt zu den Menschen ihrer Zeit mit dem Evangelium von der Erlösung, mit der Botschaft von der Barmherzigkeit, mit der Perspektive auf das ewige Leben und zwar zu einer Zeit, als das Christentum nördlich der Alpen noch in den Kinderschuhen steckte.

Peter Scheiwe, Pfarrer
Peter Scheiwe, Pfarrer

Der heilige Liborius hat diese „Karriere“ 400 Jahre nach seinem Tod fortgesetzt und der jungen Kirche von Paderborn als deren Schutzpatron sozusagen auf die Sprünge geholfen. Rufen wir den heiligen Martin im gleichen Anliegen um seine Fürsprache an als Schutzpatron für unsere junge Pfarrei.

Herzliche Grüße, Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

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