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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Es gibt Tage, an denen man schon müde aufwacht. Nicht, weil man zu wenig geschlafen hat, sondern weil die Seele schon längst unterwegs ist: Termine, Erwartungen, Nachrichten, Sorgen um Menschen, Entscheidungen, die niemand abnehmen kann. Man funktioniert – und merkt kaum noch, wie schwer das eigene Leben geworden ist. Mitten in diese Erfahrung spricht Jesus einen Satz, der dann fast zynisch klingen kann: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“

Auffällig ist: Jesus sagt nicht: „Ich nehme euch alle Lasten weg.“ Er verspricht keinen Alltag ohne Probleme. Aber er verspricht etwas anderes – und vielleicht sogar Größeres: Niemand muss seine Last allein tragen. Wer zu ihm kommt, entdeckt, dass das Gewicht des Lebens nicht kleiner werden muss, damit die Seele wieder leichter wird. Wir leben in einer Zeit, in der wir ständig beweisen sollen, dass wir stark, informiert und leistungsfähig sind. Das Evangelium setzt einen anderen Akzent: Vor Gott muss ich nichts beweisen. Ich darf einfach kommen. Mit meinen Fragen, mit meiner Erschöpfung, mit meiner Freude und meinem Versagen.

Versuchen Sie es in dieser Woche ganz einfach. Bevor Sie das Haus verlassen, bleiben Sie einen Augenblick an der Tür stehen. Legen Sie eine Hand auf Ihr Herz und sagen Sie: „Herr, heute gehen wir zusammen.“ Sicher verändert dieser Moment nicht den ganzen Tag – aber er verändert den, der ihn lebt. Denn die tiefste Erholung beginnt nicht durch freie Tage im Kalender, sondern in der Gewissheit: Ich muss mein Leben nicht allein tragen. Christus trägt mit. Und manchmal genügt genau das, damit aus einem schweren Tag ein getragener Tag wird.

Ihr Pfarrer Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pfarrer
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