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Fürchtet euch nicht!

„Fürchtet euch nicht!“ – Dreimal hören wir diesen Satz im Evangelium vom 12. Sonntag im Jahreskreis (Mt 10, 26-33). Und vielleicht ist das genau die Botschaft, die wir in diesen Tagen besonders nötig haben. Denn Angst scheint allgegenwärtig zu sein. Die Nachrichten berichten von Kriegen, Krisen und gesellschaftlichen Spannungen. Viele Menschen sorgen sich um die Zukunft, um den Frieden in Europa, um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft oder um ihre persönliche Lebenssituation. Gleichzeitig erleben wir eine Zeit, in der Meinungen oft laut und unversöhnlich aufeinandertreffen. Nicht selten entsteht der Eindruck, man müsse sich entscheiden zwischen Anpassung und Ausgrenzung, zwischen Schweigen und Streit.

Mitten hinein spricht Jesus seine erstaunlichen Worte: „Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“ Er ruft nicht zur Gleichgültigkeit auf und auch nicht dazu, die Augen vor den Problemen unserer Zeit zu verschließen. Vielmehr erinnert er uns daran, worauf unser Leben letztlich gegründet ist: auf Gottes Liebe und Fürsorge. Selbst die Spatzen, sagt Jesus, sind Gott nicht gleichgültig. Und von uns kennt er sogar jedes einzelne Haar auf unserem Kopf. Kein Mensch ist für Gott eine Nummer. Jeder ist gewollt, geliebt und wertvoll.

Vielleicht können wir diese Botschaft auch mit einem Blick auf den Sport verstehen. Wenn bei einer Fußball-Weltmeisterschaft eine Mannschaft erfolgreich sein will, dann braucht sie mehr als Talent. Sie braucht Vertrauen – in die eigenen Fähigkeiten, in die Mitspieler und in das gemeinsame Ziel. Wer sich nur von Angst leiten lässt, wird kaum mutig nach vorne spielen. Wer jedoch Vertrauen hat, kann Risiken eingehen, Niederlagen aushalten und immer wieder neu beginnen.

Ähnlich lädt Jesus uns ein, unser Leben nicht von Angst bestimmen zu lassen, sondern von Vertrauen. Nicht jede Herausforderung wird dadurch kleiner. Aber wir müssen ihr nicht allein begegnen. Gott geht mit uns. Er kennt unsere Sorgen, unsere Zweifel und unsere Hoffnungen.

So dürfen wir gerade in einer unruhigen Zeit darauf vertrauen: Wir sind mehr wert als viele Spatzen. Und deshalb gilt auch uns die Zusage Jesu – heute genauso wie damals: Fürchtet euch nicht!

Ihr und euer Gemeindereferent Benedikt Fritz

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
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