Über die Gemeinde St. Heinrich und Kunigunde, Schloß Neuhaus

Geschichte der Pfarrei und der Kirche St. Heinrich und Kunigunde

Der Ort Schloß Neuhaus liegt am Zusammenfluss der Flüsse Lippe, Alme und Pader. Urkundlich erwähnt wird Schloß Neuhaus (bis 1957 „Neuhaus“) erstmalig 1036 in der Gründungsurkunde Bischof Meinwerks für das Kollegiatsstift St. Petrus und St. Andreas (Busdorf) in Paderborn. Die günstige Lage an drei Flüssen förderte die frühe Besiedelung.

Ein Gotteshaus in Neuhaus wird erstmals 1437 erwähnt. Erster Patron war St. Ulrich. 1532 gab es einen Pfarrer in den Kirchspielen Elsen und Neuhaus, der wohl beide Pfarrstellen innehatte. Am 26. August 1582 bat das Domkapitel den Fürstbischof um einen neuen Priester für die vakante Pfarrstelle in Neuhaus. Erster namentlich genannter Pfarrer in Neuhaus war Johannes Forsterus (Förster) 1598. 1650 bis 1661 plante Bischof Dietrich Adolf von der Recke den Bau eines Franziskanerklosters an der St. Ulrich-Kirche in Neuhaus. 1665 war die alte Pfarrkirche mit 200 Plätzen zu klein und Bischof Ferdinand von Fürstenberg ließ bis 1668 eine neue Kirche errichten. Architekt war vermutlich Ambrosius von Oelde. Von der alten Kirche blieb der Unterbau des Turmes erhalten. Die neue Kirche wurde dem KaiserHeinrich II. und dessen Gemahlin Kunigunde geweiht. Ulrich blieb bis heute Nebenpatron. 1803 erfolgte eine umfassende Kirchenrenovierung.

Von 1934 bis 1936 wurde die Kirche erweitert. Der alte 3/6 Chor wurde abgerissen und die Kirche erhielt ein Querschiff und einen Chor mit 5/8-Schluss. Der neue Chorabschluss wurde in gotisierender Art gehalten. Gleichzeitig wurde der Turm aufgestockt. 1956 und 57 wurde die barocke Innenausstattung der Kirche restauriert und der Innenraum neu gestrichen. Weitere Renovierungen folgten 1973, 1975 und 1983. 1993 und 1994 wurden die Fundamente des Längsschiffes mit 4 Meter tiefen Betonsockeln gefestigt. Die Gewölbe mit Sandsteinrippen wurden saniert. Weitere umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten erfolgten bis 2010. Die Stufenanlage zum Altar und der Altarbereich wurden erweitert und bietet nun neue Möglichkeiten für die liturgische Gestaltung. Der neue Taufbereich wurde in Form eines Oktogons angelegt. Die neue Farbfassung wurde in Anlehnung an den Urzustand aufgebracht.

1945 wurde die Filialgemeinde St. Joseph in Mastbruch gegründet. 1962 wurde diese zur eigenständigen Pfarrei erhoben. 2002 schloss sich die Pfarrei mit St. Joseph in Mastbruch zum Pastoralverbund Schloß Neuhaus zusammen.

2004 wurde der bisherige Pfarrer Matthias König, von Papst Johannes Paul II., zumWeihbischof in Paderborn und Titularbischof von Elicroca ernannt.

Die Kirche St. Heinrich und Kunigunde ist im Jahr 2010 innen renoviert worden, nachdem in früheren Bauabschnitten unter anderem eine Fudamentsicherung geschultert werden musste. Im Zusammenhang mit der Innenrenovierung ist durch den Umbau des ehemaligen Pfarrsaals die Ulrichskapelle, ein direkt an die Kirche angrenzender Gottesdienstraum für kleinere Gruppen, entstanden.

Die Pfarrchronik für das Jahr 1952 (Einweihung von St. Joseph – Mastbruch) weist unter „Statistisches“ unter anderem aus, dass in Schloss Neuhaus 4.630 Katholiken wohnen von denen 2.995 = 65 % bei der Kirchenbesucherzählung registriert werden konnten. Vor diesem Hintergrund ist die Abpfarrung von St. Joseph – Mastbruch und St. Michael – Sennelager nachvollziehbar. Zum Vergleich: Heute leben im Pastoralen Raum Schloss Neuhaus ca. 15.500 Katholiken. Davon konnten im Jahr 2013 insgesamt ca. 1.700 = 11 % Gottesdienstbesucher gezählt werden.

Wikipedia und andere Quellen