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Liebe Leser und Leserinnen,

eines meiner Lieblingsbilder des Künstlers Franz Alt heißt „Tora und Jude“. Darauf hält ein alter Jude liebevoll eine festlich geschmückte Schriftrolle im Arm. Beide Stäbe, auf die die Rolle aufgewickelt ist, ziert eine Krone mit schwingenden Glöckchen. Der Mann hat seine Wange, sein Ohr, seine  Lippen dicht an Gottes Offenbarung geschmiegt. Seine Augen sind geschlossen, er lächelt und lauscht nach innen. Das Aquarell ist erfüllt von einem  innerem Frieden, Stille ist zu spüren und gleichzeitig der Klang vom Lobgesang auf Gottes Wort, wie es im Psalm 119 besungen wird: „Selig, die leben nach der Weisung des Herrn. Dein Wort will ich nicht vergessen. Durch dein Wort belebe mich. Ich vertraue auf dein Wort. Deine Weisung macht mich froh. Dein Wort bleibt auf ewig, es steht fest wie der Himmel“ (Ps 119). Herr, du hast Worte ewigen Lebens! Die Weisung, die der Psalmbeter besingt, ist im Judentum die Tora und man sagt: Mit dem Entrollen der Schriftrolle beginnt das Leben. Wörtlich übersetzt aus dem Hebräischen bedeutet dieses Entrollen: Bloßlegen. Mit dem Entrollen der Schrift legt Gott sich bloß. Er, der Ewige, wird gegenwärtig. Das gilt genauso für unsere Gottesdienste: wenn der Lektor, die Lektorin die Bibel aufschlägt, legt Gott sich bloß in seinem Wort. Die Lesungen des Tages werden hineingesprochen in unser Leben als „Wort des lebendigen Gottes“.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin
Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Jesus hat die Tora, die Erzählungen und Gebote Gottes  geliebt. Er bekennt sich ausdrücklich zur Überlieferung, liest sie aber kritisch und möchte, dass wir den eigentlichen Sinn der Worte deutlich werden lassen in unserem Leben. Ist uns dies eigentlich bewusst, wenn wir nach der Lesung als Antwort im Gottesdienst sprechen: Dank sei Gott, dem Herrn? Gott zu danken ist gut und wichtig, Taten im Sinne von Jesu Gottes- und Nächstenliebe sind eine notwendige Konsequenz.                                 Angelika Schulte

 

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