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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Wir leben in einer Zeit rascher Veränderungen. Was gestern noch eine Neuheit und etwas Besonderes war, ist morgen schon wieder kalter Kaffee. Wenn sich die Zeit so rasch ändern, ändern sich auch die Fragen, die wir stellen und gestellt bekommen. Mit den neuen Fragen müssen dann neue Antworten gegeben werden.

Welche Bedeutung kann dann noch unser Glaube haben? Kann er noch eine gültige Antwort, eine Lebensperspektive sein, wenn wir uns den Änderungen und Neuerungen unserer Tage stellen?

Bei den Propheten des Alten und Neuen Bundes findet man ähnliches: Da wurden die Missstände der Zeit und die Schwächen der Menschen schonungslos angeprangert. Die Propheten verstanden sich als Mund Gottes, als Heilsbringer in Gottes Namen. Schon wegen der Herzenshärte der Zuhörer waren klare Worte notwendig. Dennoch bleibt ein großer Unterschied: Die Sprecher Gottes waren frei von jeglicher Rechthaberei. Sie vertraten ja nicht ihre persönliche Meinung, handelten nicht im eigenen Interesse, sondern allein im Namen Gottes. Deshalb kamen sie auch ohne Beschimpfungen und Beleidigungen aus. So unbequem die Propheten oft waren, so notwendig waren sie zugleich. Die schlechteste Zeit war immer die, in der es nicht einmal mehr Propheten gab, keine Wegweiser, die aus dem Dunkel herausführten. Keinen Propheten zu haben, das war eine Strafe Gottes.

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Es ist schwer zu entscheiden, ob wir heute auch in einer prophetenlosen Zeit leben. In der unglaublichen Vielfalt unserer Probleme wären deutende und deutliche Menschen von besonderer Wichtigkeit. Aber wo soll man sie hernehmen? Einiges spricht dafür, dass man die Propheten unserer Zeit nicht unbedingt hinter Mikrofonen suchen muss. Lautstärke macht allein noch keinen Propheten aus. Aber mitunter ist jemand in der Familie oder in der Nachbarschaft oder an der Arbeitsstelle, der ruhig und unbeirrt seiner Überzeugung nachgeht, unabhängig von Mehrheiten und von Rechthaberei. Ab und zu kann man einem richtigen Propheten begegnen, jeden Tag aufs Neue, wir sollten nur einander besser zuhören!

Ihr Benedikt Fritz

 

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