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Geduldig Warten An diesem Sonntag feiern wir das Fest der Darstellung des Herrn. Maria und Josef bringen Jesus gesetztes treu in den Tempel. Sie waren aktiv und haben getan, was nach dem Gesetz Gottes Wille ist. Für mich ist dieser Teil des Evangeliums nicht das Faszinierende, sondern ich bin von Hanna und Simeon beeindruckt. Sie erinnern mich daran, dass ich nichts tun kann außer Warten. Ich stelle mir vor, wie die beiden glücklich und geduldig jahrelang auf das warten, was ihnen versprochen wurde. Sie werden den Retter sehen. Mit Sicherheit haben sie dafür gebetet, aber sie mussten warten. Vermutlich kennt das jeder: Ich sehne mich nach etwas, ich bete dafür und was erhalte ich? Nichts. Hat Gott mich nicht gehört? Simeon wurde versprochen, dass er den Retter sehen wird. Er ist alt und vielleicht wird er auch ungeduldig und fragt sich, ob er nicht doch vorher stirbt. Aber Gott hat ihn nicht vergessen. Es war noch nicht an der Zeit. Es dauert manchmal bis alles soweit ist. Maria musste Jesus erst zur Welt bringen. Dann mussten sie gesetztes treu die 40 Tage abwarten. Und das sind nur zwei Kleinigkeiten, die das Evangelium uns nennt. Mir kommt dann
immer der Gedanke: Warum bist du so ungeduldig mit Gott? Auch wir müssen warten. Am besten so wie Hanna und Simeon. Mit Geduld und Vertrauen auf Gott. Wir beten für etwas, wir sehnen uns nach etwas. All das weiß Gott. Aber vielleicht ist es noch nicht an der Zeit, dass wir es bekommen? Josef und Maria mussten erst die Gesetze erfüllen bis die Gebete der Greise in Erfüllung gegangen sind. Vielleicht bereitet Gott gerade den Schauplatz für das vor, worum wir ihn bitten. Er hat unsere Bitten gehört, aber es braucht noch Zeit. Vielleicht bin ich selbst noch nicht bereit dafür oder meine Umwelt? Hanna und Simeon sind sehr geduldig und vertrauen auf Gott. Diese Einstellung fasziniert mich. Sie erinnern mich daran, dass ich in Geduld aus dem Vertrauen auf Gott leben muss. Er wird mir geben, was das Richtige für mich ist. Nein, er wird nicht jeden Wunsch und jedes Gebet erfüllen. Und nein, es geschieht auch nicht sofort. Aber das heißt nicht, dass Gott nicht da ist, oder mich verworfen hat. Später erschließt sich oft der Sinn. Gott liebt jeden von uns. Das hat er bis zum Kreuz bewiesen.

Er will uns aus Liebe beschenken, auch wenn ich darauf warten muss. Wir dürfen das Vertrauen auf die Liebe Gottes nicht verlieren – auch wenn es manchmal etwas dauert. Manchmal auch lange. Denn was geschieht nach dem Teil des Evangeliums? Jesus tritt erstmal nicht mehr in Erscheinung. 30 Jahre lang. Wieder warten. Aber darauf folgt das größte Geschenk Gottes: Unsere Erlösung
Sebastian Vieth

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