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Ist es nicht zu früh, um ein frohes neues Jahr zu wünschen? Für uns als Katholiken nicht! Denn mit dem ersten Advent beginnt für uns das neue Kirchenjahr. Wir merken das schnell daran, dass die Farbe in der Liturgie wieder violett ist und wir Adventslieder singen. Ein neues Jahr bedeutet für viele Menschen auch immer gute Vorsätze. Irgendetwas anders im Leben machen als vorher. Religiös gesprochen: Umkehr. Im Kirchenjahr ist das aber anders als im Kalenderjahr. Es ist nicht der erste Tag – der erste Advent – der Tag, an dem das Neue beginnt, sondern Weihnachten. Das Fest der Geburt Christi, der in uns zu Weihnachten „neu geboren“ werden kann.

Die Adventszeit ist eine Einladung sich darauf vorzubereiten, ein Angebot sich darauf zu besinnen, was wir im vergangenen Jahr erlebt haben, wie sich unser Leben verändert hat. Kurz gesagt: Zur Besinnung. Ich habe mich oft gefragt, wie man sich denn im Advent besinnen soll?! Meistens hetzt man von Termin zu Termin. Es stehen verschiedene Nikolaus- und Weihnachtsfeiern an. Man muss Geschenke kaufen, Plätzchen backen, die Wohnung dekorieren und alles für Weihnachten vorbereiten. Wo soll man denn da noch die Zeit haben sich zu besinnen? Auf dem überfüllten Weihnachtsmarkt? In der Hektik der Vorbereitung? Ja! Genau da! Denn wenn wir uns die biblische Adventszeit anschauen, ist diese alles andere als ruhig. Maria und Josef müssen quer durch das Land wandern, um sich registrieren zu lassen. Sie haben kein Dach über dem Kopf. Und dann ist Maria auch noch hochschwanger. Sie merken, dass es ernst wird und müssen auf die Schnelle eine Unterkunft finden und finden nur einen Stall. Und da geschieht das Wunder. Gott kommt in Christus auf die Erde.

Von der biblischen Adventszeit inspiriert, mache ich mir seit einigen Jahren keine Illusionen mehr. Auch in diesem Jahr werde ich mehr

als genug zu tun haben. Aber ich mache mir dabei bewusst, dass das alles Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest – auf die Geburt Christi – sind. Und in den ganzen Vorbereitungen wird mir dann deutlich, wie ich mich in einem Jahr verändert habe. Zu welchen Feiern gehe ich? Welche Menschen waren mir im letzten Jahr wichtig und wen habe ich vielleicht vergessen? Wie haben sich meine Prioritäten verschoben? Und an dem Tag im Kirchenjahr, an dem das Neue beginnt, an Weihnachten, habe ich dann doch meine Besinnung gefunden und mich auf Christi Geburt vorbereitet.

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes neues Kirchenjahr und einen schönen und besinnlichen Advent.

Ihr Sebastian Vieth
Sebastian Vieth (Praktikant aus dem Priesterseminar)
Sebastian Vieth (Praktikant aus dem Priesterseminar)
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