Überspringen zu Hauptinhalt
Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

„Fratelli tutti“ – Einblick in die Gedanken der neuen Enzyklika von Papst Franziskus

Die Schatten einer abgeschotteten Welt (Kap. 1) verbreiten sich in der Welt und lassen Verletzte am Wegesrand zurück, die ausgeschlossen, ausgesondert werden. Die Schatten lassen die Menschheit in Verwirrung, Einsamkeit, Leere untergehen. Wir begegnen auf dem Weg einem Fremden (Kap. 2), der verletzt ist. Angesichts dieser Wirklichkeit sind zwei Haltungen möglich: weitergehen oder stehenbleiben; einschließen oder ausschließen. Das wird das Wesen des Menschen oder des politischen, sozialen oder religiösen Projekts bestimmen, die wir sind.

Gott ist universale Liebe, und da wir Teil dieser Liebe sind und sie teilen, sind wir zur universalen Geschwisterlichkeit aufgerufen, die Offenheit ist. Es gibt keine „anderen“ und kein „sie“, es gibt nur ein „wir“. Wir wollen mit Gott und in Gott eine offene Welt (Kap. 3) (ohne Mauern, ohne Grenzen, ohne Ausgeschlossene und Fremde), und deshalb haben wir und wollen wir ein offenes Herz (Kap. 4). Wir leben eine soziale Freundschaft, wir bemühen uns um das moralisch Gute, um eine soziale Ethik, weil wir wissen, dass wir Teil einer universalen Geschwisterlichkeit sind. Wir sind berufen zur Begegnung, zur Solidarität, zur Unentgeltlichkeit.

Für eine offene Welt und mit einem offenen Herzen muss die beste Politik gemacht werden (Kap. 5). Politik für das Gemeinwohl und das universale Wohl, Politik für die Menschen und mit den Menschen, das heißt allgemein, mit der sozialen Nächstenliebe, die die Würde des Menschen sucht und die ausgeübt wird von Männern und Frauen, die mit politischer Liebe die Wirtschaft in ein soziales, kulturelles und allgemeines Projekt integrieren.

Einen Dialog führen zu können ist der Weg, um die Welt zu öffnen und soziale Freundschaft aufzubauen (Kap. 6), und das ist die Grundlage für eine bessere Politik. Der Dialog respektiert, ermöglicht und sucht die Wahrheit; der Dialog lässt die Kultur der Begegnung entstehen, das heißt, dass die Begegnung zu einem Lebensstil, einer Leidenschaft und einer Sehnsucht wird. Wer einen Dialog führt, ist freundlich, er akzeptiert und respektiert den anderen.

Aber das reicht nicht aus: Man muss die Realität der durch die Auseinandersetzung verursachten Wunden in Angriff nehmen und an ihrer Stelle Wege zu einer neuen Begegnung finden und gehen (Kap. 7). Wir müssen die Wunden heilen und den Frieden wiederherstellen, wir müssen mutig sein … Auf dem Weg zum Frieden ist der Konflikt unvermeidlich, aber das macht Gewalt keineswegs akzeptabel. Daher ist der Krieg als Mittel inakzeptabel und die Todesstrafe eine Praxis, die ausgemerzt werden muss.

Die verschiedenen Religionen der Welt erkennen den Menschen als Geschöpf Gottes an, und weil wir Geschöpfe sind in einer Beziehung der Geschwisterlichkeit. Die Religionen sind aufgerufen zum Dienst an der Geschwisterlichkeit in der Welt (Kap. 8). Aus unserer Offenheit gegenüber dem Vater aller erkennen wir unsere universale Stellung als Brüder und Schwestern. Für Christen liegt die Quelle der menschlichen Würde und der Geschwisterlichkeit im Evangelium Jesu Christi, dem unser Handeln und unser Einsatz entspringt. Dieser Weg der Geschwisterlichkeit hat für uns auch eine Mutter, die den Namen Maria trägt.

Angesichts der von den Schatten einer abgeschotteten Welt Verletzten, die am Wegrand liegen, ruft Papst Franziskus uns auf, uns die weltweite Sehnsucht nach Geschwisterlichkeit zu eigen zu machen und sie zu verwirklichen, was damit beginnt anzuerkennen, dass wir alle Geschwister sind – Fratelli tutti.

Text: https://dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2020/02-FRATELLI-TUTTI-Kurzfassung.pdf – abgerufen: 06.10.2020

 

An den Anfang scrollen