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Liebe Leser und Leserinnen,

während das Fest „Taufe des Herrn“ am ersten Sonntag im Jahreskreis noch von der weihnachtlichen Stimmung getragen ist, beginnen nach unserem Gefühl spätestens heute die „Alltags-Sonntage“. Eine  Lesereihe zu den Korintherbriefen und das Markus Evangelium begleitet uns nun in der nächsten Zeit, zwischendurch auch mit Einschüben aus dem Johannesevangelium. Immer gehört auch eine alttestamentliche Lesung dazu. An diesem Sonntag ist dies ein Text aus dem ersten Buch Samuel. Im Moment denke ich oft an die Kommunionkinder aus meiner Weggottesdienstgruppe, denn die Vorbereitung auf ihre Erste Hl. Kommunion ist so ganz anders in diesem Jahr.  Aber sie kennen diese Bibelstelle bereits. Der junge Samuel lebte unter der Aufsicht des Priesters Eli im Tempel. Er war damals etwa so alt wie unsere Kommunionkinder es jetzt sind. Ich erzähle diese spannende Berufungsgeschichte sehr gerne. Sie soll den Kindern vermitteln, wie wertvoll Momente der Stille für unser Beten sind. Samuel wird in der Nacht vom Herrn gerufen, er hört in der Stille Gottes Stimme.  Auch wir haben oft den Wunsch die Stimme Gottes zu hören. Wir beten und haben doch das Gefühl, dass nichts zurückkommt, oder etwa doch?

Gott lässt sich  nicht einengen. Er ist weder zeitlich noch räumlich begrenzt. Eigentlich können wir gar nicht zu Gott sprechen, denn unsere Sprache, unser Denken und Handeln ist begrenzt auf die Dinge, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Vielleicht hilft uns da ein Gebet des Schweigens. Ein Gebet bei dem man keine Wörter formuliert, bei dem man keine Begriffe bildet oder sich keine Bilder macht.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin
Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Wie soll das funktionieren, sind wir doch darauf programmiert zu planen, zu kommunizieren, Probleme und Ergebnisse zu formulieren, Kontakte zu knüpfen? Haben wir verlernt zu schweigen? Sören Kierkegaard sagte über das Beten: „Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich lernte aber, dass beten nicht nur Schweigen ist, sondern Hören.“

Auch unsere Welt ist im Moment stiller geworden, so scheint es mir. Das hat niemand gewollt. Uns fehlen die Kontakte, die Ablenkungen des Alltags, die Freizeitvergnügungen. Und doch, vielleicht ist dies auch ein Chance, sich von Gott neu rufen zu lassen, auf seine Stimme zu lauschen, ihn zu hören.

Ihre Gemeindereferentin Angelika Schulte

 

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