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„Die andere Wange hinhalten“

Im Evangelium dieses Sonntags steht das berühmte Wort von der anderen Wange. Dieses Bild wird gerne zitiert, aber was könnte Jesus gemeint haben.

Als Jesus selbst bei der Vernehmung auf die Wange geschlagen wurde, hat er nicht die andere Wange hingehalten. Der Schlag des Dieners des Hohen Priesters hatte verletzende, bestrafende Bedeutung. Jesus hält ihm nicht die andere Wange hin, sondern weist ihn mit Worten zurecht.

Der entscheidende Unterschied vom Schlag auf die Wange im heutigen Evangelium ist, dass Jesus von der rechten Wange spricht.

Der Schlag auf die rechte Wange wird von Rechtshändern mit dem Handrücken ausgeführt. Natürlich ist dies ein tätlicher Angriff, aber eine echte Ohrfeige würde man mit der Handfläche gegen die linke Wange ausführen. Der Schlag auf die rechte Wange hat mehr beleidigenden als verletzenden Charakter.

Wenn dich jemand beleidigt, so antworte nicht mit einer Gegenbeleidigung, lass es nicht eskalieren, so könnte man das Wort von der anderen Wange in unsere Zeit übersetzen.

Aber auch das ist nicht immer einfach. Wie oft erleben wir, dass wir verbal angegriffen werden, unter der Gürtellinie, wie es so schön heißt. Wenn Menschen z.B. heimlich, hinter unserem Rücken, Intrigen schmieden, uns in den Rücken fallen, in Verbänden, in Vereinen oder sogar in Familien, dann fällt es schwer, ruhig zu bleiben. Und dieses Ruhigbleiben fällt um so schwerer, je größer die menschliche Enttäuschung ist.

Und genau da will Jesus uns anleiten, eben nicht auf dem gleichen Niveau zu reagieren.

Diakon Klaus Pöppel

Diakon Klaus Pöppel

Es dem anderen mit gleicher Münze heimzahlen, wie es ein Sprichwort sagt, genau das sollen wir nicht tun, so verstehe ich das Wort des „Wange-hinhaltens“.

Nach den tollen Tagen der Faschingszeit, die wir im Augenblick feiern, kommt bald die Fastenzeit.

Vielleicht können wir versuchen, in dieser Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest, geduldiger zu sein, wenn Menschen in unserer Umgebung Dinge tun, die uns verletzen.

Ich werde es versuchen.

Eine gesegnetes Wochenende!

Ihr Diakon Klaus Pöppel

 

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