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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Liebe Leser und Leserinnen,

wir wissen nicht, wann Gott uns begegnen will. In jedem Menschen, in allen Dingen, die wir erleben, kann das sein. „Wachsam sein“, so heißt die Devise für uns Christen und Christinnen, die uns das heutige Evangelium vermitteln möchte. Der spanische Schriftsteller Pedro Calderon de la Barca verfasste folgende Parabel:

„Die Hölle war total überfüllt, und noch immer stand eine lange Schlange am Eingang. Schließlich musste sich der Teufel selbst herausbegeben, um die Leute fortzuschicken. „Bei mir ist nur noch ein einziger Platz frei“, sagte er, „den muss der größte Sünder bekommen.“ Der Teufel hörte sich die Verfehlungen der Einzelnen an. Aber was auch immer sie ihm erzählten, nichts schien ihm schrecklich genug, als dass er dafür den letzten Platz in der Hölle hergeben mochte. Doch da stand noch ein Mann ganz für sich allein, den er noch nicht befragt hatte. „Was haben sie denn getan?“, fragte ihn der Teufel. „Nichts“, sagte der Mann, „ich bin ein guter Mensch und aus Versehen hier.“ „Aber sie müssen doch etwas getan haben“, sagte der Teufel, „jeder Mensch stellt etwas an.“ „Ich sah es wohl“, sagte der ›gute Mensch‹, „aber ich hielt mich davon fern. Ich sah, wie Menschen ihre Mitmenschen verfolgten, aber ich beteiligte mich nicht daran. Sie haben Kinder hungern lassen und in die Sklaverei verkauft; sie haben auf den Schwachen herumgetrampelt. Überall um mich herum haben Menschen Übeltaten jeder Art begangen. Ich allein widerstand der Versuchung und tat nichts.“ „Absolut nichts?“ fragte der Teufel ungläubig. „Sind sie sich völlig sicher, dass Sie das alles mit angesehen haben?“ „Vor meiner eigenen Tür“, sagte der ›gute Mensch‹. „Und nichts haben Sie getan?“, widerholte der Teufel. „Nein!“ „Komm herein, mein Sohn, der Platz gehört dir!“ Und als er den ›guten Menschen‹ einließ, drückte sich der Teufel zur Seite, um nicht mit ihm in Berührung zu kommen.“

Wie klug doch dieser Teufel ist. Der vermeintlich ›gute Mensch‹ entzieht sich jeder Verantwortung, denn er sieht nur mit seinen Augen, nicht aber mit seinem Herzen. So bleibt er ein tatenloser „Zuseher“. Vor ihm hat selbst der Teufel Angst. Lassen Sie mich mit einem Gebet abschließen:

Jesus, du selbst hast das Böse mit Gutem überwunden. Ich möchte mich an Dir orientieren. Erfülle mich mit deinem guten Heiligen Geist. Schenke mir ein Herz, das offen ist für die Sorgen, Nöte und Ängste anderer. Schenke mir Mut, nach Wegen der Gerechtigkeit und des Friedens zu suchen. Schenke mir Weisheit, den richtigen Moment zum Handeln zu erkennen. Amen.

Es grüßt Sie Gemeindereferentin

Angelika Schulte

Angelika Schulte, Gemeindereferentin
Angelika Schulte, Gemeindereferentin
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