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„Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht“

An diesem Sonntag beginnt der Höhepunkt des Kirchenjahres. Der feierliche Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag und natürlich der eine große Gottesdienst, der in drei Etappen gefeiert wird:
Gründonnerstag mit der Fußwaschung und dem Abendmahl, Karfreitag mit dem Leiden und der Kreuzigung Christi, anschließend die Grabesruhe und schlussendlich die Osternacht mit der Auferstehung.
Normalerweise wird das alles begleitet von großen Einkäufen für die Feierlichkeiten, der alljährlichen Diskussion um das Tanzverbot am Karfreitag, den Osterfeuern und vielen anderen Gewohnheiten. In diesem Jahr wird es wohl etwas anders laufen. Die Einkäufe sind zurzeit auch etwas Besonderes, allerdings auf eine andere Art und Weise. Die Diskussion um das Tanzverbot wird sich wohl erübrigen und die Feierlichkeiten werden auch anders sein.
Aber fällt Ostern dieses Jahr aus? Nein, auf keinen Fall, aber es wird ungewohnt ablaufen! Mir kommt dabei der Wahlspruch der Kartäuser Mönche in den Sinn: Stat crux dum volvitur orbis – Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht. Die Erlösungstat Christi und damit Ostern kann nicht ausfallen. Was in der Welt passiert kann nicht Gottes Tat an uns rückgängig machen. Das Kreuz steht und hat seine Wirkung, egal was in der Welt los ist. Deshalb findet Ostern auch statt. Der Pfarrer wird ohne Gemeindebeteiligung das Triduum sacrum für die Gemeinde privat feiern. Am Gründonnerstag um 19 Uhr, am Karfreitag um 15 Uhr und die Osternacht am Karsamstag um 21 Uhr. Für alle eine sehr ungewohnte Situation. Die sonst vollbesetzten Kirchenbänke bleiben leer, aber am Karfreitag wird dennoch das Kreuz aufgestellt. „Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht.“
Und wir alle können Ostern mitfeiern. Wir alle sind dazu eingeladen im Gebet die Gottesdienste zuhause mitzufeiern. Z. B. eignen sich die Kreuzwegandachten im Gotteslob unter den Nummern 683 und 903 dazu, den Karfreitag zuhause zu feiern. Im Gebet sind wir alle verbunden! Gott wird uns auch bei den Gottesdiensten zuhause begegnen!

Das gesellschaftliche Leben kommt für gewöhnlich der Stimmung der Auferstehungsfreude am nächsten. In diesem Jahr wird sie wohl eher der Grabesruhe Christi gleichen. Und Ostern wird im privaten Kreis gefeiert – so wie es auch die Jünger taten. Zurückgezogen aus der Gesellschaft im privaten Raum. Bis sie angefangen haben ihn zu verkünden und gemeinsam zu feiern. Das werden wir als Gemeinde auch wieder tun, denn das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht. Und es steht auch dann noch, wenn die Welt sich weitergedreht hat und wir uns wieder treffen können.

Ihr Sebastian Vieth

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