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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Liebe Schwestern und Brüder,

ein Pfarrer ist verpflichtet, eine Chronik der Pfarrei zu schreiben. Ich gebe gerne zu, dass diese Aufgabe nicht unbedingt zu meinen Lieblingstätigkeiten gehört. Andererseits lese ich immer wieder einmal gerne nach, wie meine Vorgänger schwierige Zeiten gemeistert haben. Manchmal ist das spannend, wie ein Krimi. Wie beispielsweise Pfarrer Wittler das Kriegsende erlebt hat, einschließlich seiner eigenen Verurteilung zum Tod durch die Nazis kurz vor Schluss.

Spannend ist auch die Atmosphäre in Neuhaus – das Wort „Schloß“ kam erst später dazu – im Zusammenhang mit der Gründung der Filialgemeinden in Mastbruch und Sennelager. 1952, das ist das Jahr, in dem St. Joseph eingeweiht wurde, zählte man in der Pfarrei durchschnittlich 2.995(!) Kirchenbesucher an einem Sonntag.

Interessant ist auch, was nicht festgehalten worden ist. Das 2. vatikanische Konzil wird nur mit einem Nebensatz bedacht.

Dies alles vor Augen sitze ich am Schreibtisch und überlege, was von Januar bis August 2020 für künftige Generationen festgehalten werden muss. Natürlich spielt das Coronavirus eine wichtige Rolle. Am Ende staune ich, was alles anders war, und wie viele, hauptsächlich ehrenamtliche Mitarbeiter sich jetzt erst recht engagiert haben.

Hier kommen ein paar Stichworte, die mir wichtig waren und sind:

– Vom 4. Fastensonntag bis Anfang Mai finden in der Pfarrei keine öffentlichen Gottesdienste mehr statt. Es ist wohl das erste Mal seit Kriegsende, dass das Osterfest nicht in öffentlichen Gottesdiensten gefeiert werden konnte. Nach der Lockerung des Lockdowns haben in unseren Kirchen nur noch 50-70 Personen einen Sitzplatz. Es wird nicht gesungen. Die Mundkommunion ist nicht möglich. Ein Ordnungsdienst sorgt dafür, dass alle mindestens einen Abstand von 1,5 m einhalten. Alle Gottesdienstteilnehmer müssen registriert werden.
– Papst Franziskus spendet einen außerordentlichen Segen Urbi et Orbi vor menschenleerem Petersplatz.
– Die Mitarbeiter im Pastoralteam versuchen über Telefon und social media in Kontakt zu bleiben mit der Gemeinde. Die über das Internet veröffentlichten Kurzfilme werden von vielen Nutzern angeschaut.
– Es findet die erste (gültige!) Kirchenvorstandssitzung virtuell statt.
– Der Pfarrgemeinderat organisiert einen Einkaufsdienst für ältere und kranke Mitbürger.
– Die Erstkommunionfeier findet für 2/3 der Kommunionkinder „individuell“, d. h. in ganz kleinen Gruppen statt.
– Fast alle Hochzeiten sind abgesagt.
– Es gibt keine Fronleichnamsprozession.
– Sowohl die Schützenfeste als auch die weltliche Feier des Liborifestes fallen in diesem Jahr aus.

Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

Das Corona-Virus ist nach wie vor eine große Herausforderung. Von „Normalität“ kann noch lange nicht die Rede sein. Umso dankbarer bin ich, dass wir bis jetzt noch niemand beerdigen mussten, der am Corona-virus gestorben ist; dass bei uns der Staat und die Gesundheitssysteme funktionieren; dass bei uns niemand so in wirtschaftliche Not geraten ist, dass die Grundbedürfnisse nicht mehr gestillt werden können …

An diesem Sonntag haben die Bischöfe die Initiative ergriffen und bitten uns, im Gebet an alle Menschen dieser Erde zu denken, die bis jetzt nicht so gut durch die Krise gekommen sind wir. Dieser Bitte komme ich gerne nach.

Herzliche Grüße und: bleiben Sie gesund! Ihr Peter Scheiwe

 

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