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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch

Prophet sein….

„Prophet zu werden ist nicht schwer, Prophet zu sein dagegen sehr!“ Die Abwandlung eines bekannten Sprichwortes passt vielleicht ganz gut. Da beruft Gott Jeremia zum Propheten und lässt ihn gleichzeitig wissen, dass dieses Prophetenamt mit großen Schwierigkeiten verbunden sein wird. Gott muss Jeremia sogar deutlich Mut machen und ihm mehrfach zusichern, dass er zu ihm steht, dass er mit ihm ist, was auch immer passiert.

Der von Gott berufene Prophet hat es nicht leicht. Seine wichtigste Aufgabe ist doch darauf hinzuweisen, dass alle Gerüste religiöser, gesellschaftlicher und politischer Scheinsicherheit sehr wackelig sind. Dem Propheten geht es immer um den Glauben und die Beziehung zu Gott und nicht um die Institution.

Das Wort „Prophet“ lässt sich vom griechischen Wort „profetes“ herleiten. Es ist also die Stimme, die Nachricht, die Botschaft, die von Gott kommt, die aus Gott herauskommt. Martin Buber übersetzt das Wort Prophet daher wohl sehr gut mit: „Hervor-Sager“. Ein Prophet ist also kein Zauberer, kein Hellseher oder Wahrsager. Ein Prophet ist ein Sprachrohr Gottes, ein Mittler zwischen Gott und den Menschen. Ein Prophet spricht aus, was er von Gott gehört und von seinem Wort verstanden hat, was Gott von uns will. Propheten sind Menschen, die in einer unmittelbaren Beziehung zu Gott stehen.

Aber auch Propheten sind nicht frei von Zweifeln. Das kann sogar so weit gehen, dass ihnen ihre eigene Berufung zur Last wird. Und das vielleicht schwerste: Gott selbst wird ihnen zur Last. Gott wird ihnen fremd, geht ihnen verloren. So auch bei Jeremia, der seinen Gott anklagt: „Wie ein versiegender Bach bist du mir geworden, du unzuverlässiges Wasser.“ Uns kann das zeigen: Ich muss nicht immer nur behutsam mit Gott umgehen, als wenn er sonst beleidigt wäre. Lange genug ist gedacht worden: Bloß nicht mit Gott hadern, er wird es schon wissen, er macht es schon richtig und auf keinen Fall zweifeln!

Vielleicht können wir in diesem Sinne in der kommenden Woche Prophet sein: Mit Gott in lebendiger Beziehung, im Gespräch sein. Wissen, dass Gott mich ganz persönlich anspricht. Aussprechen, was ich von Gottes Wort verstanden habe. Mit Gott umgehen, wie es mir ums Herz ist. Ihm in Dankbarkeit und im Vertrauen begegnen, aber auch mit meinen Zweifeln.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen im Namen des Seelsorgeteams,
Pastor Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pastor

Tobias Dirksmeier, Pastor

Verheißung

Liebe Leser und Leserinnen,

in der vergangenen Woche fiel mir eine Fotoreihe in die Hände, die für das Angebot der „Exerzitien im Alltag“ des Erzbistums wirbt. Eine Karte sprach mich besonders an. Diese zeigte drei Würfel, gebildet aus vielen kleinen farbigen Dreiecken. Sie wirkten auf mich sehr lebendig und doch geordnet, froh und klar. Das Foto trug die Überschrift: Verheißung. Am nächsten Tag las ich im Evangelium des heutigen Sonntags: Jesus wird am Sabbat in der Synagoge das Buch des Propheten Jesaja gereicht und er findet einen Abschnitt, der ihn direkt

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

anspricht. Auch da geht es um Verheißung, Jesus selbst wird zum Zentrum dieser Verheißung. Die alttestamentlichen Weissagungen werden in ihm in Erfüllung gehen, er ist der von Gott Gesalbte und Gesandte. Jesus stellte sich der Verheißung des Jesaja, als man ihm damals das Buch reichte. Er ließ sich mit seinem ganzen Leben darauf ein. Sein Programm war es: Armen einen gute Nachricht zu bringen, Blinden die Augen zu öffnen und Zerschlagene in die Freiheit zu führen. Jesus übernimmt seine Sendung. Der theologische Begriff Verheißung auf meiner bunten Fotokarte vom Vortag fiel mir wieder ein. Was für eine Bedeutung hat dieses Wort für uns heute?

Gottes Handeln ist immer noch aktuell. Was die Propheten damals weissagten, erfüllt sich im Heute Jesu, mit dem die Zukunft, das Reich Gottes begonnen hat, in die alle Geschichte einmal münden soll. Das Evangelium will das Buch unseres Lebens werden, so schrieb Madeleine Dêlbrel sinngemäß einmal: Wenn wir es in unseren Händen halten, sollten wir daran denken, dass das Wort darin wohnt, das uns ergreifen möchte, damit wir an einem neuen Ort, zu einer neuen Zeit, in einer neuen Umgebung Jesu Leben aufs Neue beginnen. Unser Leben als Christ kann so gelingen: lebendig, froh und klar, auf ein Ziel ausgerichtet.

Eine gute Woche wünscht Ihnen im Namen des Seelsorgeteams

Angelika Schulte

 

„… so Gott will!“

So Gott will!

Wenn jemand einer Ankündigung für später den Satz hinzufügt: „So Gott will“, so klingt dies heute doch fast schon wie aus einer längst vergangenen Zeit. „Es wird ein gutes Jahr…so Gott will“, „unsere neue Pfarrei ist zukunftsfähig…so Gott will“.

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Unsere Planungen für die Zukunft sind angeblich so sicher, so zuverlässig, dass man einen solchen Zusatz heute nur noch selten zu hören bekommt. Nur wenn Krankheit oder ein anderes Verhängnis dazwischenkommen, wird uns für einen kurzen Augenblick klar, wie brüchig und gefährdet alles menschliche Planen doch bleibt: „Der Mensch denkt, und Gott lenkt!“.

Dabei ist der Zusatz „So Gott will“ durchaus auch anders zu verstehen: eben nicht in erster Linie als Betonung einer gewissen Unsicherheit, sondern viel eher als eine Aussage der Geborgenheit. Wie das Leben auch verlaufen mag in seinen geplanten und unerwarteten Zusammenhängen und Wendungen, es ist eben kein Zufall, der unberechenbar zuschlägt, sondern hinter allem steht die Aufmerksamkeit Gottes, der das Leben der Menschen immer auch mit seiner Sorge begleitet, der dann nicht nur Vieles gelingen lässt, sondern sicherlich auch vieles Schädliche fernhält. Wer in diesem Gottvertrauen lebt, kann mit viel weniger Aufregung, Unsicherheit und Angst den „Morgen“ erwarten.

Am vergangenen Sonntag, bei der Errichtung unserer neuen Pfarrei „Hl. Martin von Tours“, haben wir in einer Art und Weise unseren Glauben und unser Leben gefeiert, dass empfand ich wirklich als herzerfrischend. Und von Gott erfüllte Christen sind auch herzerfrischende Menschen für andere. Ich glaube daher ganz fest daran, dass Gott uns begleiten wird, auch in diesem neuen Jahr und weit darüber hinaus. Wir können darauf vertrauen, dass unser aller Leben, all unsere Pläne und auch unsere Pastoralvereinbarung aufgehoben sind in einen noch viel größeren Zusammenhang. Wir dürfen daher in Ruhe und Gelassenheit den kommenden Wochen, Monaten und Jahren entgegensehen. Denn Gott will mit uns sein Reich aufbauen und wir dürfen mit Zuversicht sagen: „Ja, so Gott will!“ Ihr Gemeindereferent

Benedikt Fritz

 

Gute Wünsche….

Liebe Schwestern und Brüder,

 

Weihnachten ist in erster Linie bedeutsam für das Volk Israel. Den Hirten als Vertretern dieses Volkes wird durch den Engel als erste offenbart, was da geschehen ist. Weihnachten wäre im Verborgenen geblieben, wenn die Hirten nach ihrer Rückkehr von der Krippe das Ereignis nicht gebührend gefeiert hätten. „Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für alles, was sie gesehen und gehört hatten.“ (Lk 1,20)

 

Die Bedeutung von Weihnachten macht an der Grenze Israels aber nicht Halt. Die Weisen aus dem Morgenland repräsentieren „den Rest der Welt“ an der Krippe. Auch sie folgen einem Hinweis des Himmels, dem Stern. Weihnachten wäre im Verborgenen geblieben, wenn die Weisen aus dem Morgenland nach ihrer Rückkehr von der Krippe „auf einem anderen Weg“ (Mt 2,12) das Ereignis nicht gebührend reflektiert und weitererzählt hätten.

Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

Bei der Taufe des Herrn schließlich greift Gott selbst in das Geschehen ein. Das Kind von Bethlehem ist Gottes Sohn. „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ (Mt 3, 13) Darauf reagieren zwei künftige Jünger des Herrn, Andreas und Simon Petrus. (vergl. Joh 1,35 ff.)

 

Alle sind Vorbilder für uns: niederknien, anbeten, staunen, wie die Hirten. Die Zeichen der Zeit richtig deuten, Gaben bringen, Talente einsetzen, wie die hl. drei Könige. Hinhören, nachfragen, handeln, wie die künftigen Apostel – und das alles bei uns ab sofort auf die Fürsprache des hl. Martin von Tours.

 

Ich wünsche uns für das immer noch neue Jahr viel Glaubens- und Lebensfreude.

Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

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