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Gerade in diesen Tagen kommt einem unserer Sinne eine ganz besondere Bedeutung zu: dem Hörsinn. Gutes Hören ist von großer Bedeutung für eine hohe Lebensqualität, es ist sozusagen das Tor zur Welt, zumindest für die, deren Hörsinn intakt ist: sich mit Freunden und der Familie austauschen, Musik genießen, die Klänge der Natur erleben oder bei einem Fernsehabend entspannen – all das sind Momente im Leben, die untrennbar mit dem „Hören“ verbunden sind. Und wir alle kennen dies: Jeder Mensch braucht auch hin und wieder Zuhörer. Da möchte man einem anderem etwas mitteilen von seiner Freude, da muss gelegentlich jemand sein, dem man seinen Kummer und seine Not (und von denen gibt es in diesen Tagen viel mehr als wir erahnen) anvertrauen kann. Selbst ein Kind möchte ja oft seine „kleinen“, aber in seinen Augen ganz wesentlichen Erlebnisse erzählen dürfen … und auch das kennen viele von uns, dann braucht es Zeit, und oft auch Geduld für das
„richtige“ Zuhören.

Offenbar wird heute immer häufiger nach Menschen gefragt, die zuhören können (ob nun bei der Telefonseelsorge oder auch bei unserer Aktion „Einkaufshilfe – Wir lassen Dich nicht allein“). Diese Aufgabe ist nicht immer leicht. Wer zuhören will, muss Geduld mitbringen und eine große innere Offenheit. Aber nur im Zuhören gewinnt der Mensch neue Einsichten, während dauerndes Reden einen Mitmenschen immer leerer werden lässt.

Übrigens: Aufmerksames Zuhören ist eine wesentliche Voraussetzung des Glaubens. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt. So hat Jesus sein eigenes Hören ja auch auf Gott verstanden. Ostern haben wir in diesem Jahr ganz anders gefeiert wie üblich, der kommende „Weiße Sonntag“ wird nicht minder eine besondere Herausforderung werden. Wir sind gewöhnt an einen Feiertagsglauben und sicher ist Gott dort zu finden, wo Menschen zum Gottesdienst zusammen kommen. Aber unser mitgehender Gott ist eben nicht nur in unseren Kirchen zu finden, sondern offenbar ist Gott in unserem Leben viel dichter gegenwärtig, als wir es wahrnehmen, nämlich immer da, wo es uns gelingt, einander wirklich zuzuhören. Ihnen und ihren Familien wünsche ich dabei, ob nun über das Telefon, per Videokonferenz oder über die derzeit notwendige Distanz hinweg viel Erfolg und Gottes reichen Segen.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

Benedikt Fritz, Gemeindereferent
Benedikt Fritz, Gemeindereferent
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