Überspringen zu Hauptinhalt
Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Rundum abgesichert?

Da steht einer zufrieden auf der Bühne seines Lebens, rundum abgesichert gegen Schäden aller Arten: Einbruch, Diebstahl, Feuer, Wasser, Hagel, Sturm und Blitz. Da sortiert einer zufrieden alle seine Policen: Auto-, Glasbruch- und Haftpflichtversicherung, Hausrat-, Kranken- und  Lebensversicherung, Pflege-, Reise- und Rechtsschutzversicherung, Renten-, Unfall- und vielleicht ja auch die Hundekrankenversicherung. „Jetzt kann ich sorglos leben!“ denkt er zufrieden – und stirbt.

Dieser schöne Text von Gisela Baltes passt doch wunderbar in unsere Zeit. Erst der Sturm in Thüringen, der nun auch die Bundespolitik im Griff hat, dann der Orkan „Sabine“. Und am Sonntag hören wir die Worte Jesu: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen… Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich…“ Wie passt das zusammen? Wir suchen doch alle immer irgendwie Sicherheit, Halt, eine Art von Absicherung, auch vor dem Tod. Apropos Sicherheit:

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Leitplanken – z.B. an der Autobahn – geben uns Orientierung. Aber keiner, der wirklich schnell fahren will, interessiert sich für die Leitplanken. Keiner würde sich fragen: „Wie weit kann ich gehen, bevor ich die Leitplanke streife?“ Der Sinn ist, dass man in der Mitte der Spur fährt, dann kann man Tempo machen. Jesus will, dass wir in der Mitte der Straße fahren, bzw. zumindest seiner Spur folgen. Deshalb sagt er, unsere Gerechtigkeit solle noch viel größer sein als die der Pharisäer. Es kann nicht sein, dass ein Christ fragt: „Wie weit darf ich gehen? Was ist so gerade noch erlaubt?“

Die Erfahrung lehrt, dass der Weg so auch viel leichter zu gehen ist. Wenn ich schon nicht mehr in der Spur bin, und dann noch knapp vor der Leitplanke meine Richtung korrigieren muss, dann ist das viel schwerer, als wenn ich von Anfang an in der Mitte fahre.

Deswegen sollen wir auch schon die kleinsten „bösen Gedanken“ korrigieren. „Währet den Anfängen!“, sagt das Sprichwort. Wenn man schon ganz am Anfang korrigiert, ist es leichter, als wenn man sich erst Minuten oder sogar Stunden in einen bösen Gedanken hineingesteigert hat.

Nehmen wir uns das doch alle mal wirklich zu Herzen.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

 

An den Anfang scrollen