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Wenn einer stirbt, was bleibt dann von ihm zurück? Kalzium, Kohlenstoff, etwas Phosphat? Aber irgendwann war das ein Mensch. Mit Träumen und Hoffnungen, mit einer Geschichte.

Allerheiligen gehen wir zum Friedhof, schmücken die Gräber der Angehörigen, stellen ein Licht auf. Am Nachmittag suchen meine Mitarbeiter und ich die Gräber auf, an denen nicht selten die Angehörigen stehen. Wir besprengen die Gräber mit Weihwassser. Nicht – wie man einst glaubte – um die Seelen der Verstorbenen im Fegefeuer zu kühlen. Sondern um sie zu segnen. Als Ausdruck von Dankbarkeit und Wertschätzung.

Stellt sich allein die Frage: Wie ist es um solcherlei Riten bestellt ist in einer Zeit sich wandelnder Bestattungskultur? Viele Urnenbeisetzungen, bei uns auch an Baumwurzeln verändern längst das Bild der alten Friedhöfe. Rasenfelder ersetzen die traditionellen Familiengräber. Ein neuer Bestattungs- und Trauerort ist hinzugekommen, der Friedwald, wo die Asche von Verstorbenen neben einem Baum bestattet wird.

Ich bin der Ansicht: Man schlachtet keine heiligen Kühe, wenn Kirche sich der gewandelten Kultur anpasst. Veränderte Bestattungsformen erfordern veränderte Riten. Was aber unaufgebbar ist: Eine Kultur der Erinnerung zu wahren. Der Anonymisierung eine Würdigung der Persönlichkeit des Einzelnen gegenüberzustellen.

Peter Scheiwe, Pfarrer
Peter Scheiwe, Pfarrer

Deshalb sind Feiertage wie Allerheiligen oder der ev. Ewigkeitssonntag für unsere Gesellschaft so wichtig. Ob der Liturge – es muss nicht unbedingt ein Geistlicher sein – seinen Segen in der Kirche, am Grab, im Friedwald oder auf dem anonymen Gräberfeld spricht – wesentlich ist der Segen selbst. Als unverzichtbares Zeichen der Würdigung und Wertschätzung. Der Segen hält daran fest: Jeder Mensch bleibt in seiner Einzigartigkeit bei Gott bewahrt. Mit herzlichen Grüßen, Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

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