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Liebe Leser und Leserinnen,

Pfingsten hat für mich nur sehr wenig mit Höhenflügen zu tun, auch wenn ich immer in jedem Jahr gern die Pfingstlieder aus dem Gotteslob singe: Der Geist des Herrn durchweht die Welt, gewaltig und unbändig, wohin sein Feueratem fällt wird Gottes Reich lebendig. Da schreitet Christus durch die Zeit in seiner Kirche Pilgerkleid, Gott lobend: Halleluja (Gotteslob 347, 4). Das ist wahrhaftig eine starke bildhafte Sprache, die unsere Phantasie beflügelt. Aber entspricht sie dem, was Gottes Geist von uns erwartet?

Dieses Bild fand ich auf der Suche nach einem Symbol für das Pfingstfest. Menschen stehen eng im Kreis, nur ihre nach vorn ausgestreckten Hände sind zu sehen. Vielleicht hielten sich die Jüngerinnen und Jünger Jesu, die sich gemeinsam mit Maria, seiner Mutter, versammelt hatten, damals auch an den Händen, voller Angst vor einer  Zukunft ohne Jesus.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Und dann tritt der Auferstandene in ihre Mitte, zeigt seine Wunden und haucht sie an: „Empfangt den Heiligen Geist!“( Joh 20,19-23) Er fordert sie auf: Schaut nicht hoch, nicht weg, sondern schaut hin, gerade auch auf die dunklen und verwundeten Seiten im Leben. Pfingsten braucht gar kein großes Brausen, sondern ist eher ein stilles, aber radikales Sich-auf-die-Wirklichkeit-Einlassen: auf das Leben mit seiner Zerbrechlichkeit, Vergänglichkeit und Verwundbarkeit. Eine pfingstliche Kirche ist eine liebende Gemeinschaft, denn nur die Liebe kann im Verwundeten und Unvollkommenen mehr sehen als Scheitern, Katastrophen und Sinnlosigkeit. Ohne die Liebe wäre Pfingsten nur ein schönes und berauschendes Gefühl, eine Erfahrung von Abgehobensein.

Lassen Sie uns das Bild ändern: die Hände drehen sich nach außen und  bilden keinen abgeschlossenen Kreis mehr,  sondern wenden sich in Liebe anderen Menschen zu, damit Gottes Reich lebendig wird.

Im Namen des Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen frohe Pfingsten       Angelika Schulte

 

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