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Entschuldigung

„Ich kann mich ja auch entschuldigen“, sagt jemand, als es um die Frage geht, wie Auseinandersetzungen unter den Menschen ausgetragen werden. Es klingt, je nachdem wie man es liest oder hört, wie eine besondere Eigenschaft, dass man sich für Fehler entschuldigt, und sollte eigentlich doch die Regel sein.

Die erste Lesung vom 26. Sonntag im Jahreskreis ist überschrieben mit „Wenn ein Schuldiger von dem Unrecht umkehrt, wird er sein Leben bewahren“. Ständig werden Menschen aneinander schuldig, aber eine Leistungsgesellschaft mit ihrem Druck, so wie heute, verführt dazu, die eigene Schuld immer auf andere Menschen, Institutionen oder bestimmte Umstände oder sonst was zu schieben. Wer Fehler eingesteht muss heute manches Mal vielleicht ja sogar aufpassen, dass er/sie sich nicht zu viel auf seine/ihre „Demut“ einbildet. Dabei ist dieses Eingeständnis in sich auch nicht ganz richtig. Niemand kann sich selbst entschuldigen, geschweige denn sich selbst von einer Schuld befreien. Entschuldigen kann nur, wer die Schuld zu tragen hat, nicht der Täter, sondern das Opfer. Mit unserer Schuld sind wir nun mal immer angewiesen auf die Vergebung durch andere.

Dies gilt vor allem im Hinblick auf Gott. Weil er von Grund auf barmherzig ist, kann er wirklich unsere Schuld von uns nehmen, und er tut es, ohne zu zögern. Weil er uns nicht auf unsere Schuld „festnagelt“, deshalb können wir auch untereinander Entschuldigung gewähren.

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Es ist gut, wenn jemand seine Schuld eingesteht. Noch wichtiger ist allerdings, dass wir die Schuld an einem anderen nicht nachtragen, sondern ihn von Herzen entschuldigen und ehrlich sagen: „Es ist wieder gut!“

Ohne eine solche Vergebung wird es auch in den menschlichen Beziehungen immer kälter und ein „Leben in Fülle“ nicht mehr möglich. „Wenn ein Schuldiger von dem Unrecht umkehrt, wird er sein Leben bewahren“; versuchen wir doch dies einander auch zu ermöglichen.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

 

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