Überspringen zu Hauptinhalt
Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Wie ER mir, so ich Dir!“ (Mt 18, 21-35)

Wie Du mir, so ich Dir! Diesen Spruch kennen wir alle. Im Evangelium von diesem Sonntag dreht Jesus mit seinem Gleichnis den Spruch etwas um und zeigt damit, wie das auch das menschliche Handeln verändern kann – auch heute noch. Denn in seiner Aussage, dass Petrus 77-mal vergeben soll und in dem Gleichnis des Mannes, dem der König zwar seine Schulden erlässt, der aber selbst seinem Schuldiger nicht seine Schulden erlässt, steckt die gesamte Aussage des Christentums und eine Anleitung, wie jeder Mensch das in seinem Leben umsetzen kann. Es beginnt mit der Beziehung zu Gott, also dem Gebet. Aber Ziel des Gebetes ist nicht (nur) das Lesen einiger Gebetstexte, der Vollzug von Ritualen, oder einer anderen der vielfältigen Gebetspraktiken, sondern das Ziel ist eine bestimmte Erkenntnis und ein Gefühl: Die Erkenntnis und das Gefühl, dass Gott jeden einzelnen von uns liebt. Seine Liebe zeigt er uns in etwas enorm Großen. Egal was wir Falsches tun: Er vergibt uns alles und dafür müssen wir nur eines tun: Mit ihm in Beziehung treten und uns bewusstwerden, dass er uns liebt! Um sich dieser (oft unvorstellbaren) Liebe Gottes bewusst zu werden, gibt es so viele Wege, wie es Menschen gibt. Zum Beispiel ist der einzige Sinn, dass wir gemeinsam Gottesdienst feiern, der, dass wir uns als Gemeinde Gottes Liebe bewusstwerden.

Sebastian Vieth (Praktikant aus dem Priesterseminar)

Sebastian Vieth (Praktikant aus dem Priesterseminar)

Aber damit ist das Gleichnis noch nicht vorbei und jetzt wird Jesus praktisch: Der König befiehlt seinem Knecht nicht, dass er allen die ihm etwas schulden alle Schulden erlässt. Aber er geht davon aus, dass jemand, der so ein großes Geschenk erhalten hat, das auch weitergibt. Also mit der Einstellung seinem Nächsten begegnet: „Wie er mir, so ich Dir.“

Und das ist auch die Motivation unzähliger Christen hier vor Ort und in der ganzen Welt in ihrem Leben. Sie spüren immer wieder, dass sie von Gott geliebt sind und diese Liebe sprudelt förmlich aus ihnen heraus! Sie gehen liebevoll mit anderen Menschen um. Egal, ob mit einem kleinen Lächeln auf der Straße oder dem Versorgen oder Pflegen anderer Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Oder vielleicht mit etwas ganz anderem. Aber in all den unterschiedlichen Taten ist es im Prinzip immer das Gleiche: Sie lieben den anderen Menschen unabhängig davon wer und wie er ist – so wie Gott sie liebt. So wird Gottes Liebe zu seinen Menschen schon hier in unserem Alltag Realität. Einzig und allein dadurch, dass ein Mensch sich bei der Begegnung mit einem anderen Menschen denkt: „Wie ER mir, so ich Dir“!

Ihr Sebastian Vieth

 

 

An den Anfang scrollen