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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch

Warten

In den biblischen Texten ist immer wieder die Rede davon, dass die Jünger und auch die ersten Gemeinden einmütig warten. Dieses Warten findet nach der letzten Erscheinung des Auferstandenen Christus am 40. Tag nach Ostern im Pfingstereignis seinen Höhepunkt.

Eine heute fast schon vergessene Fähigkeit ist aus meiner Sicht ganz bestimmt das Warten: warten als eine Art „innere Wachheit“. Keine Zeit war so schnelllebig wie die heutige und wir meinen, dass alles schnell und sofort geschehen muss. Warten scheint heute nicht mehr wirklich in unsere Zeit zu passen, denn wir sind es doch  gewöhnt, entweder Dinge selber in die Hand zu nehmen oder aber uns darauf zu verlassen, dass Andere dies dann schon tun werden (und zum Glück, gibt es ja auch diese „Anderen“). Einen Menschen, den wir immer nur Warten sehen, titulieren wir gerne schon mal als „Tunichtgut“, wir haben den Eindruck, er will nur die Zeit totschlagen oder aber dieser „Wartende“ hat einfach nichts mehr zu erwarten.

Mit dem „einmütigen Warten“ ist jedoch etwas anderes gemeint: Warten im Sinne von in Geduld und Gelassenheit darauf zu vertrauen, dass im Leben eben nicht immer alles zu erzwingen ist, darauf zu vertrauen, dass Gottes Zusagen Gültig sind und zuverlässig. Wer so warten kann, der erkennt, dass die großen Zusammenhänge des Lebens am Ende dann doch in Gott aufgehoben sind. Es sind nicht „Drängen“ und „Fordern“, sondern dieses Warten können, welches uns behilflich sein kann, für Gottes Gegenwart in dieser Welt offen zu bleiben.

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Bekannt ist der „Ausspruch“: Gottes Uhren gehen anders als die der Menschen. Und es stimmt, dies anzunehmen fällt nicht immer leicht. Aber wenn wir nicht wieder das Warten einüben, in vielen Bereichen unseres Lebens, dann vertun wir auch die Chance zu erkennen, dass am Ende unsere Hoffnungen nicht ins Leere laufen. Ja, Gottes Zeitmaß ist ein anderes, aber vielleicht dann doch nur eins mit „Zeitverschiebung“. Mir macht diese Vorstellung immer wieder Mut.

Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Pfingstfest!

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

 

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