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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch

Vom österreichischen Maler Oskar Kokoschka wird berichtet, dass er seinen Schülern immer und immer wieder einschärfte: „Jedermann weiß, wie Menschen aussehen. Deshalb verlieren Sie sich nicht in Details, konzentrieren sie sich auf das Wesentliche.“ Und auf die Frage: „Wie kommt es, dass die Menschen auf Ihren Bildern alle so alt aussehen?“, antwortet er: „Der Portraitmaler fühlt sich tief in die Seele des anderen hinein und versucht, deren Haupteigenschaften herauszuspüren, um sie dann verstärkt im Gesicht in Erscheinung treten zu lassen. Auf diese Weise macht er Dinge sichtbar, die sonst erst die Zeit herausarbeitet. Man hat mir schon oft gesagt: ‚Das Bild, das Sie von mir gemalt haben, wird mir von Jahr zu Jahr ähnlicher‘.“

Eine naheliegende Frage von uns könnte wohl lauten: Welches Bild hätte dieser Maler wohl von mir gemalt? Was wären meine Eigenschaften und Charakterzüge, die er tief in meinem Inneren erspüren und im Portrait herausarbeiten würde? Wie alt sähe ich wohl aus?

Die herausfordernde Frage des heutigen Evangeliums lautet darum: Gelingt es dir in der Nähe Jesu aufzuatmen, von all dem was in der vergangenen Woche war?

Wir treten doch – speziell am Sonntag – in diesen besonderen Raum seiner Nähe ein, der für uns eine erfrischende Quelle sein will. Wenn wir aus dieser Quelle trinken, die Jesus jeder und jedem von uns immer wieder in seinem Wort und im Geschenk seiner Hingabe anbietet, dann kann sich die Ermüdung unserer Herzen und Seelen verwandeln, weil wir mit Gott an unserer Seite nicht alt aussehen können! Im Gegenteil: die immer neue Begegnung mit Gott hält uns jung, wach und lebendig!

Im Namen aller Seelsorgerinnen und Seelsorger wünsche ich Ihnen einen erfrischenden Sonntag und eine innerlich wache Lebenswoche,

Ihr Pastor Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pastor
Tobias Dirksmeier, Pastor
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