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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch

Er hat JA zu uns gesagt.

Masken – oder wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

Karneval ist ursprünglich kein Fest im Kirchenjahr. Doch viele christlichen Verbände und Gruppen bereiten mit viel Engagement und Freude ganze Tage und Abende vor, um mit den Menschen in den Gemeinden gesellige und fröhliche Stunden zu verleben. Diese Menschen fühlen sich wohl in Gesellschaft und lachen gern – über gute Wortspiele, witzige Darbietungen und nehmen sich selbst nicht zu wichtig.

Die Frage „Als was gehe ich diesmal?“ „Als was gehst du?“  wird in dieser Zeit oft gestellt. Es geht um Verkleidung, die Rolle, die man annimmt, die Figur oder Rolle, die Maske mit den verschiedenen Rollen und Charakteren.

Warum die „Verkleidung“ oder die „Maske“? In Kindergottesdiensten sagen wir oft: „Heute darfst du mal eine andere, ein anderer sein!“ Bei den Kinder wird sofort deutlich, was das bedeutet: Die Prinzessin darf sich alles wünschen, ist wunderschön und wird von allen bewundert. Der Pirat darf wild herumlaufen und einen kleinen Kampf beginnen, ohne dass er sofort zur Ordnung aufgerufen wird. Bei den Erwachsenen ist es nicht viel anders – sie sind eben nur älter…

Rollen und Rollenflexibilität, das gehört zu unserm Alltag. Denken Sie mal darüber nach, in wie viele verschieden Rollen Sie an einem Tag schlüpfen?  Möchten Sie auf eine Rolle festgelegt werden? Schwer, wenn „man“ Sie auf die Rolle der Mutter festlegt und Sie doch auch die „starke Frau“ sein möchten.

Ich denke, dass wir lebenslang lernen „Ja“ zu sagen, zu den verschieden Rollen, die in uns sind. Und diese anzunehmen: Das bin ich auch!  Mit meinen Ängsten und mit meinem fehlenden Mut und meinen Stärken. Gott hat uns so gewollt, mit unseren vielen verschiedenen Facetten.

Er hat JA zu uns gesagt.

Lernen wir JA sagen und nehmen uns ernst mit unserer

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Vielschichtigkeit.

 

Maskenlos leben lernen. So  entsteht Zufriedenheit – Diese Fülle zuerkennen und bei mir anzuerkennen, sie zu wagen zu leben – daran kann Karneval heranführen.  Viel Spaß dabei!

Helau und Alaaf und Palau    Ihre Gemeindereferentin Petra Scharfen

P.S. Das alles geht natürlich auch ohne Karneval – ist allerdings nicht so lustig.

 

„Tora und Jude“

Liebe Leser und Leserinnen,

eines meiner Lieblingsbilder des Künstlers Franz Alt heißt „Tora und Jude“. Darauf hält ein alter Jude liebevoll eine festlich geschmückte Schriftrolle im Arm. Beide Stäbe, auf die die Rolle aufgewickelt ist, ziert eine Krone mit schwingenden Glöckchen. Der Mann hat seine Wange, sein Ohr, seine  Lippen dicht an Gottes Offenbarung geschmiegt. Seine Augen sind geschlossen, er lächelt und lauscht nach innen. Das Aquarell ist erfüllt von einem  innerem Frieden, Stille ist zu spüren und gleichzeitig der Klang vom Lobgesang auf Gottes Wort, wie es im Psalm 119 besungen wird: „Selig, die leben nach der Weisung des Herrn. Dein Wort will ich nicht vergessen. Durch dein Wort belebe mich. Ich vertraue auf dein Wort. Deine Weisung macht mich froh. Dein Wort bleibt auf ewig, es steht fest wie der Himmel“ (Ps 119). Herr, du hast Worte ewigen Lebens! Die Weisung, die der Psalmbeter besingt, ist im Judentum die Tora und man sagt: Mit dem Entrollen der Schriftrolle beginnt das Leben. Wörtlich übersetzt aus dem Hebräischen bedeutet dieses Entrollen: Bloßlegen. Mit dem Entrollen der Schrift legt Gott sich bloß. Er, der Ewige, wird gegenwärtig. Das gilt genauso für unsere Gottesdienste: wenn der Lektor, die Lektorin die Bibel aufschlägt, legt Gott sich bloß in seinem Wort. Die Lesungen des Tages werden hineingesprochen in unser Leben als „Wort des lebendigen Gottes“.

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Jesus hat die Tora, die Erzählungen und Gebote Gottes  geliebt. Er bekennt sich ausdrücklich zur Überlieferung, liest sie aber kritisch und möchte, dass wir den eigentlichen Sinn der Worte deutlich werden lassen in unserem Leben. Ist uns dies eigentlich bewusst, wenn wir nach der Lesung als Antwort im Gottesdienst sprechen: Dank sei Gott, dem Herrn? Gott zu danken ist gut und wichtig, Taten im Sinne von Jesu Gottes- und Nächstenliebe sind eine notwendige Konsequenz.                                 Angelika Schulte

 

Herzschrittmacher

Herzschrittmacher

Der ausdauerndste Muskel des Menschen braucht manchmal auch Hilfe: damit das Herz mit genügend Blut versorgt wird, können Medikamente eingenommen werden, oder es muss auch mal ein Stent gesetzt werden. Doch wenn das Herz nicht mehr im richtigen Rhythmus schlägt, wird heute oft ein kleines Gerät benötigt. Das Gerät stimuliert regelmäßig den Herzmuskel mit Hilfe von elektrischen Impulsen und regt diesen so zur Kontraktion an, um in einem bestimmten Rhythmus zu schlagen. Herzschrittmacher nennt man diese kleinen Lebensretter. Wie gut dass es diesen Fortschritt gibt!

Was ich aber gerade eben beschrieb, kann man auch auf einer anderen Ebene feststellen: Herzen können zerstört werden unter den vielen Enttäuschungen des Lebens, sie können dadurch versteinern und auch eiskalt werden. Gegen solche Gefahren helfen Herzschrittmacher: tröstende und helfende Worte, die ein Herz wieder in den richtigen Rhythmus bringen.

Jedes Herz braucht immer wieder solche Anstöße zum Guten. Mehr als wir vermuten begegnen wir heute Menschen, die auf helfende Anstöße an ihr Herz warten. Herzschrittmacher – hierbei handelt es sich eben nicht nur um eine besondere technische Errungenschaft, sondern zugleich auch um eine Anfrage an die Beschaffenheit unseres menschlichen Miteinanders.

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Wer dieses Miteinander, gerade in unseren Tagen, sowohl im privaten Umfeld als auch auf der großen politischen Bühne beobachtet, ist immer wieder erschrocken über die große Zahl der verletzenden Worte. Hass und Rechthaberei, Verleumdung und Gewalt durch Worte können bei anderen Menschen tiefe und lang schmerzende Wunden verursachen. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie notwendig heute Herzschrittmacher sind, die medizinischen wie die menschlichen. Frère Roger hat einmal gesagt: „Wir sind da, jeder in seiner Art, um dieses Licht zu sein, das die Herzen der Menschen erwärmt und die Freude Gottes weitergibt.“ Viele, und manche auch in unserer unmittelbaren Umgebung, warten darauf, dass wir für sie zu Herzschrittmachern werden, ihnen Licht und Wärme bringen.

Ihr Gemeindereferent    Benedikt Fritz

 

Liebe Schwestern und Brüder,

alles in der Welt lässt sich ertragen. Nur nicht eine Reihe von schönen Tagen.“ Das soll der große Goethe einmal gesagt haben. Da ist etwas d’ran. In vielen Familien kracht es gerade an Weihnachten. Eintönigkeit steckt oft dahinter. Es gibt ein schönes Beispiel dafür, dass das ewige Einerlei nicht nur grau-in-grau, sondern gewissermaßen auch gold-in-gold grauenhaft ist: der berühmte Münchener im Himmel, der sich nicht vorstellen kann, wie er das aushalten soll, dieses abwechslungslose Hallelujasingen.

Ein Himmel, dessen Seligkeit in Unveränderlichkeit und Eintönigkeit besteht, ist in Wirklichkeit die Hölle. Nur die, für die sich nie etwas ändern soll, „Alles, soll so bleiben, wie immer.“, sagen sie, sind die wirklich Unseligen, im Sinne von Unglücklichen, gerade auch in der Welt und der Kirche von heute. Nur die, die dazu verdammt sind, immer so zu bleiben wie sie sind, die nicht anders, nicht neu, nicht vollkommen werden können – mit einem Wort, die sich gegen jede Umkehr sperren, sind die wirklich Unseligen.

Mit neun Seligpreisungen beginnt Jesus im Evangelium des Matthäus seine Bergpredigt. In jeder davon geht es um Veränderung, um einen Sprung in der Qualität, um wirkliches Vorwärtskommen, um ein Größer- und Vollkommenerwerden.

Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

Im Sinne Jesu ist darum auch der berühmte Münchener im Himmel selig, weil er nichts von eintöniger Seligkeit wissen will. Wir können es uns alle nicht ausmalen: ewige Seligkeit wird nicht eintönig, sondern „allestönig“.

Allen einen  gesegneten Sonntag, wünscht Ihr         Pastor Peter Scheiwe.

 

Gemeinschaft: Der persönliche Wille zählt!

Gemeinschaft: Der persönliche Wille zählt!

„Wie wird aus einer Kirche eine Kirche?“, fragt der Philosoph Josef Piper und gibt auch gleich eine Antwort darauf: „Ganz gewiss nicht durch den Architekten!“ Aber wie dann? Nachgeschlagen in der Bibel wird schnell klar, dass die Kirche aus „lebendigen Steinen“ besteht. Miteinander also wollen wir Kirche sein, Gemeinde. Doch wie geht das? In der Lesung des heutigen Sonntags gibt Paulus spannenden Leitgedanken vor: „Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid eines Sinnes und einer Meinung.“ Paulus schreibt seinen Brief an die Verantwortlichen in der Gemeinde von Korinth. Er schreibt an eine Gemeinde, in der Menschen aus allen Ländern der damaligen Welt sich begegneten und zusammenlebten. Jede und jeder hat einen eigenen Lebensweg hinter sich, hat Erfahrungen gesammelt, seine Geschichte, Hoffnungen und Erwartungen, auch Enttäuschungen, Versagen und Fehler. An eine Gemeinde, die immer neu zueinander finden muss und ihre Mitte sucht.

„Seid eines Sinnes und einer Meinung!“ Niemand soll eine eigene Meinung aufgeben. Aber die Grundlage, auf der sich jede Meinung bildet

Tobias Dirksmeier, Pastor

Tobias Dirksmeier, Pastor

soll das Bekenntnis zu Christus sein. Jeder und jede soll das eigene Profil bewahren. Die Vielfalt prägt die Einheit. Es ist wie bei einem Mosaik: Jeder Stein hat seine eigene Farbe, seine Konturen und seine eigene Schönheit. Aber erst die vielen Steine ergeben ein Bild. Jeder bringt sich ein, aber er muss auch den Willen mitbringen ins gemeinsame Bild passen zu wollen, sich einzupassen, damit es ein Kirchen- oder Christusbild wird, das auch andere, suchende Menschen erkennen und als einladend empfinden. Paulus will die Vielfalt der von Gott gegebenen Talente bündeln. Jeder hat (mindestens) eines, aber keiner hat alle.

Sich miteinander vertraut zu machen, um sich einpassen zu können ist dann das große Ziel. Wer angenommen werden will, so wie er/sie ist, muss auch dazu bereit sein den anderen mit gleichem Willen zu begegnen. Gott macht das so. In der so entstehenden Gemeinschaft werden wir zum Mosaik, das der Welt ein lebendiges und wandlungsfähiges Bild von Kirche zeigt – Christus wird sichtbar mitten in unserer Zeit!

Ihr Pastor Tobias Dirksmeier

 

Auszeit …

Zu allen Zeiten wussten die Menschen, dass es wichtig sein kann, für eine begrenzte Zeit aus dem gewohnten Alltag auszusteigen – um sich selbst und sein Leben neu zu ordnen – sich neu zu orientieren – Kraft für den nächsten Schritt im Leben zu gewinnen. Was ist aber, wenn ich mir keine Zeit nehmen kann, um über einen längeren Zeitraum aus meinem Alltag auszusteigen?

Exerzitien im Alltag sind eine Form, die versuchen, für eine begrenzte Zeit den Alltag ein wenig anders zu gestalten, um neu auf die Spur des Lebens zu kommen. Bald beginnt die „fünfte“ Jahreszeit, in der es ausgelassen, gesellig und fröhlich zugeht, aber das ist eben nicht der Alltag. Die sich anschließende Fastenzeit bietet sich geradezu an, sich neu zu ordnen und zu schauen, wohin es im Leben gehen kann. Wir laden Sie zu solch einer Aus-Zeit ganz herzlich ein.

Bei diesen Exerzitien im Alltag nehmen wir uns Mitten im Alltag ca. eine halbe Stunde Zeit am Tag und machen uns auf den Weg zu uns selbst, zu Gott und der Welt. Eine feste Gruppe trifft sich einmal in der Woche für ca. 1 Stunde zum gemeinsamen Gebet und zum Austausch. Mit Hilfe von Impulsen, Texten und Anregungen machen wir uns wieder auf den Weg, im Alltag innezuhalten und sich neu zu orientieren.

Wenn Sie sich diese AUS-ZEIT gönnen möchten erhalten Sie dazu alle Informationen bei einem unverbindlichen Vortreffen am Mittwoch, 08. Februar um 19.30 Uhr im Roncallihaus, Neuhäuser Kirchstr. 3 in Schloß Neuhaus. Die fünf Gruppentreffen finden in unseren neuen Räumen in der Schloßstr. 4a in Schloß Neuhaus statt, jeweils am Donnerstag, 02., 09., 16., 23., und 30. März von 19.30 – ca. 20.30 Uhr.

Ich freue mich auf Sie,

Ihre Petra Scharfen,

Gemeindereferentin und geistliche Wegbegleiterin

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Tauferinnerungsfeier für die Neugetauften des vergangenen Jahres

Liebe Leser und Leserinnen,

das Fest „Taufe des Herrn“ verbindet die Weihnachtszeit, den Beginn des irdischen Lebens Jesu, mit dem Beginn unseres Lebens als Christen, mit unserer Taufe. Als Johannes Jesus damals im Fluss Jordan taufte, öffnete sich der Himmel und die Stimme des Vaters sprach: „Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Gefallen gefunden“.

Dieses Versprechen gibt Gott allen Getauften: „Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter“. 118 Kinder empfingen im Jahr 2016 in unseren Gemeinden das Sakrament der Taufe. Die Familien und Eltern dieser neugetauften Mädchen und Jungen erinnern sich vielleicht immer wieder gerne daran, denn die Taufe eines Menschen bleibt für uns alle zeichenhaft die Zusage von Gottes unendlicher Liebe.

Zu Beginn des neuen Jahres laden wir die Eltern mit ihren Kindern nun ein zu einer Tauferinnerungsfeier, in der wir die Gemeinschaft untereinander neu (er)leben und Gottes Nähe spüren. Bringen Sie bitte die Taufkerze ihres Kindes mit zu dieser kleinen Segnungsfeier. Überreicht werden an diesem Nachmittag auch die Taufschleifen der Kinder an die Familien, so dass sie bei Ihnen zuhause einen Platz finden. Im Moment befinden diese sich ja noch an den Taufsteinen in den Gemeinden unserer Pfarrei.

Geben Sie die Einladung zum Tauferinnerungsgottesdienst gerne auch weiter an die Großeltern und Paten der Kinder. Der Taufkreis Hl. Martin freut sich auf ein Wiedersehen mit Ihnen und den Kindern am Sonntag, 22. Januar, um 15.30 Uhr in der Kirche St. Marien Sande.

Ihre Gemeindereferentin

Angelika Schulte

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Nichts tun. Walten lassen.

Zwischen den Jahren
Nichts tun. Walten lassen.
Die Zeit „zwischen den Jahren“ist eine besondere Zeit. Viele haben Urlaub und sind zu Hause.
Vielleicht haben Sie sich vorgenommen, im alten Jahr noch schnell etwas zu erledigen, damit
Sie es nicht mit ins neue Jahr nehmen müssen. Meine Erfahrung sagt mir, dass dieseVorhaben meist
scheitern. Die Zeit reicht nicht aus, oder man kann sich nicht wirklich aufraffen.
Diese Zeit hat eine besondere Qualität, die uns beeinflusst und der wir ausgesetzt sind. Sie ist
keine gute Zeit für Vorsätze und Räumungsarbeiten. In dieser Zeit zwischen den Jahren klingt das
vergangene Jahr und Weihnachten nach.
Es geht ums sein lassen, ums nichts tun müssen. Was ist, wird in Gottes Hände übergeben. Dort bleibt es, dort
wird es gewandelt und von dort wird kommen, was das neue Jahr für uns bereit hält, auch neueKräfte und neue Ideen. Aber erst einmal klingt das Jahr aus und wir versuchen loszulassen.
Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete Weihnachtszeit und ein gutes und friedliches Jahr 2017!

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Ein herzliches Dankschön an die vielen ehrenamtlich Engagierten. Ohne Ihre Hilfe, wäre im letzten
Jahr vieles gar nicht möglich gewesen.
Im Namen des Pastoralteams
Gemeindereferentin
Petra Scharfen

Wenn wir nur ein Zeichen erhielten…

Liebe Schwestern und Brüder,

es gibt Menschen, die sagen, Vieles wäre leichter an unserem Glauben, wenn wir ein Zeichen erhielten. Ein Wunder – und schon ließen wir uns vom Übernatürlichen überzeugen. Die Popularität, die so manche Wallfahrtsorte erfahren, an denen die Gottesmutter angeblich erschienen sein soll, mag das noch einmal unterstreichen.

Als der Prophet Jesaja dem König Ahas ein solches Zeichen sogar anbietet, lehnt dieser dankend ab. Er wolle den Herrn nicht auf die Probe stellen, antwortet er höflich. In Wirklichkeit aber will er sich nicht vom Wort Gottes in Frage stellen lassen. Er will weder Gott noch dem Propheten glauben, sondern seine eigene Politik machen.

Auch uns kann Gott ganz schön in die Quere kommen. Dass sein Sohn, der in unsere Welt hineinkommt, kein rachsüchtiger Gott ist, kommt manchen Hardlinern ganz schön quer. Jesus aber ist der Immanu-EI, der Gott-mit-uns. Er lebt vor, was wir sein könnten, wenn wir unser Menschsein ernst nehmen würden: göttliche Menschen nämlich, Menschen seiner Gnade.

Darauf will uns die letzte Woche im (längstmöglichen) Advent 2016 aufmerksam machen, so dass wir Weihnachten voll und ganz in den Gesang der Engel von Bethlehem einstimmen können: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden – den Menschen seiner Gnade.

Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

Ich wünsche Ihnen allen, auch im Namen meiner Mitarbeiter und -innen aus dem Pastoralteam den Frieden und die Freude der heiligen Weihnacht, frohe Momente im Kreis Ihrer Lieben, vor allen Dingen, wenn es Ihnen gerade nicht so gut geht, also ein gesegnetes Weihnachtsfest 2016,

Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

gaudete – freut euch!

„Die Weisung ‚gaudete’ – freut euch – kommt in den Briefen des hl. Paulus sehr häufig vor, ja man könnte sagen, dass sie gleichsam der ‚cantus firmus’ seines Denkens ist. Im so mühseligen Leben des Paulus, einem Leben mit Verfolgungen, Hunger, Leiden aller Art, ist dennoch das Schlüsselwort ‚gaudete’ immer gegenwärtig. Hier erhebt sich die Frage: ist es möglich, die Freude gleichsam anzuordnen? Die Freude, möchten wir sagen, kommt oder kommt nicht, sie kann nicht auferlegt werden wie eine Pflicht. Und hier hilft es uns, wenn wir an den bekannten Text über die Freude in den Paulusbriefen denken, das heißt an den des Sonntags ‚gaudete’ mitten in der Liturgie des Advent: „Freut euch, wiederum sage ich, freut euch – denn der Herr ist nahe.“

Wenn mir der Geliebte, die Liebe, das größte Geschenk meines Lebens, nahe ist, wenn ich sicher sein kann, dass er, der mich liebt, mir auch in schwierigen Situationen nahe ist, dann empfinde ich im Grunde meines Herzens eine Freude, die größer als alles Leiden ist. Der Apostel kann sagen: ’gaudete’, denn der Herr ist jedem von uns nahe. Deshalb ist diese Weisung in Wirklichkeit eine Einladung, dass wir uns der Gegenwart des Herrn, der uns nahe ist, bewusst werden. Sie ist eine Sensibilisierung für die Gegenwart des Herrn.

Der hl. Paulus will uns aufmerksam machen auf diese verborgene Präsenz Christi, der jedem von uns nahe ist. Für jeden von uns gelten die Worte aus der Offenbarung: Ich klopfe an deine Tür. Höre mich, öffne mir. Es ist also auch eine Einladung, für diese Gegenwart des Herrn, der an meine Tür klopft, empfänglich zu sein. Ihm gegenüber nicht taub zu sein, weil die Ohren unseres Herzens so erfüllt sind von den vielen Geräuschen der Welt … Prüfen wir, ob wir bereit sind, die Türen unseres Herzens zu öffnen … Er klopft an die Tür, er ist uns nahe, und damit ist uns die wahre Freude nahe, die stärker ist als alle Traurigkeit der Welt und unseres Lebens.“

Tobias Dirksmeier, Pastor

Tobias Dirksmeier, Pastor

(Text: Benedikt XVI. – Meditation zu Beginn der ersten Generalkongregation der XI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode)

Ich wünsche uns allen weiterhin ein achtsames und wachsames Einüben in die bewusste Nähe des Herrn, der an Weihnachten neu in uns geboren werden will!

Tobias Dirksmeier, Pastor

 

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