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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch

Willst auch du gehen?

Das Klima wird rauer. Die Anziehungskraft des heilenden Handelns Jesu hat Hoffnungen und Erwartungen geweckt. Sie hat immer mehr Jünger angezogen. Doch an diesem Sonntag scheint das alles plötzlich rasant zu verblassen.

Gerade erst wurden 5000 Menschen satt und jetzt? Bringt Jesus sich selbst um seinen Lohn? Was ist in ihn gefahren? Sein Ton klingt ungewohnt, seine Aussagen fordern immer mehr heraus.

Das Klima schlägt um. Die ihm in Scharen nachgelaufen und zu ihm gekommen sind, sie ziehen sich zurück. In Wellenbewegungen machen sie sich auf den Weg.

Warum lässt sich Jesus nicht weiter auf der Welle der Begeisterung tragen? Warum steht er da wie ein Fels, an dem die Begeisterungswelle sich bricht, ja zwangsläufig brechen muss? „Jetzt ist es genug“ – sagen darum viele, auch seiner engeren Freunde. Und mitten in das Murren die schneidende Frage: „Wollt auch ihr gehen?“

Betretenes Schweigen – damals und heute?!

Willst auch du gehen, fragt Jesus?

Vielleicht klingt die deutliche Frage mit: Siehst du mich überhaupt in deinem Alltag? Gehst du im Bewusstsein meiner Nähe? Brauchst du mich in deinen Fragen und Sorgen? Bin ich dir ein Ansprechpartner? Oder bist du schon längst gegangen?

Einer geht aufs Ganze: Petrus. Er gibt Antwort: Du hast Worte ewigen Lebens, Worte, die nicht heute aktuell sind und morgen beiseite gelegt werden können. Du bist einer, mit dem zu gehen das Leben trägt und durchhält. An dessen Seite es manchmal auszuhalten gilt, weil es Zeit braucht zu verstehen, zu erkennen und sehen zu können, wie du siehst, fühlst und denkst.

Mit wem gehe ich? Vielleicht können Sie, liebe Leserinnen und Leser, diese Frage mit in den Tag und die Woche nehmen.

Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen,
Tobias Dirksmeier, Pastor

Tobias Dirksmeier, Pastor

Mariä Himmelfahrt – ein Fest mit langer Tradition …

Eine Legende erzählt, dass die Jünger, als sie das Grab Mariens öffnete, darin nicht mehr Marias Leichnam, sondern nur noch Lilien, Blüten und Kräuter fanden. Aus dieser Legende rührt die Tradition des Krautbundbindens und der Krautbundweihe, die auch heute noch vielerorts stattfindetdie frühesten Belege für diese Tradition stammen aus dem 9. Jahrhundert.

Aus sieben verschiedenen Kräutern – die Zahl symbolisiert die sieben Sakramente oder die sieben Schmerzen Mariens – werden Sträuße gebunden und zur feierlichen Kräuterweihe gebracht. Wobei die Anzahl der Kräuter regional unterschiedlich ist. Die Weihe soll die von Maria ausgehenden heilsamen Einflüsse und Kräfte auf die Kräuter übertragen.

Die Sträuße werden dann auf dem Dachboden aufgehängt und sollen gegen Krankheiten, Unheil, Gewitter und Blitzschlag helfen, oder die Kräuter werden zerrieben und kranken Tieren ins Futter gemischt. Ein schöner Brauch, an den es sich lohnt, festzuhalten. Denn er motiviert dazu, sich in der freien Natur aufzuhalten, sich auf die Suche nach den Kräutern zu begeben und, um mit den Worten Hildegard von Bingens zu sprechen: „Das Himmlische mit dem Irdischen zu verbinden“.

Vielleicht haben Sie Zeit und Möglichkeit für einen Spaziergang durch Feld und Flur um zu schauen und das eine oder andere Heilkraut zu entdecken.

Dabei wünscht Ihnen viel Freude,

Gabriele Merschmann

Gabriele Merschmann, Gemeindereferentin

Meditation – Das Stück Brot in deiner Hand …

Das Stück Brot in deiner Hand erzählt von Mutter Erde, von der Wärme der Sonne und dem kühlen Regen. Es erzählt von der Kraft, die im Korn verborgen ist, vom Wachsen und Fruchttragen, vom Wind, dem der Halm standhalten musste, von den Ähren, die geerntet und zu Mehl gemahlen wurden.

Das Stück Brot in deiner Hand erzählt von den Menschen, von ihren Mühen und Sorgen, ihren Freuden und ihrem Hoffen. Es erzählt von dem Mangel des Lebens, von Hunger und Kampf ums tägliche Brot. Es erzählt von der Armut und der Ungerechtigkeit der Welt. Es erzählt vom Hunger nach Leben, nach Gerechtigkeit und Frieden. Es erzählt von der Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Liebe und Anerkennung.

Das Stück Brot in deiner Hand erzählt von der Kraft, die Menschen haben, von ihrer Lebensenergie und Freude. Es erzählt von der Gemeinschaft der Menschen, die sich um einen Tisch versammeln, von dem Lachen miteinander und der Freude aneinander. Es erzählt von sattem und erfülltem Leben.

Das Stück Brot in deiner Hand erzählt von Lebensmangel und Lebensfreude. Spüre das Brot in deiner Hand. Die harte Rinde – und das Innere, das so weich und zart ist. Rieche den Duft des Brotes, in dem die Fülle des Lebens enthalten ist. Schmecke das Brot, in dem die Kraft zum Leben steckt.

(Henrike Schmidt)

Herzliche Einladung!

Liebe Leserinnen und Leser!

Geschenke sind meist gut verpackt. Behutsam entfernt der Beschenkte das Papier und die Verzierung. Langsam tritt das Geschenk an das Tageslicht. Doch der Beschenkte wird sich weiter vorarbeiten müssen, um an den Inhalt seines Geschenkes zu kommen. Erst dann wird er in Jubel ausbrechen oder enttäuscht sein über das ihm gemachte Geschenk. So ein Geschenk feiert die Kirche von Paderborn im Monat Juli: das Hochfest des Hl. Liborius, Patron des Doms und des Erzbistums.

Der Überlieferung nach war dieser ein Gallier. Er galt als Pionier des Christentums, der etwa zeitgleich mit dem hl. Martin von Tours den Glauben an Jesus Christus in seiner Heimat verkündigte. Ein äußeres Zeugnis des hl. Liborius sind die zahlreichen Kirchbauten, ein innerer Aufbau sind die vielen Weihehandlungen, die der Bischof von Le Mans vornahm. Liborius nahm sich der besonderen Sorge der Armen und Kranken an. Der Legende nach gab er Blinden das Augenlicht wieder, Lahme wurden wieder hergestellt und Taube erhielten ihr Gehör zurück.

Wenn in der Vesper am Samstagnachmittag die Reliquien des hl. Liborius aus der Krypta in den Hochchor geleitet werden und der Libori-Tusch erschallt, wird deutlich, was der Prophet Jesaja in der Festtagslesung mit den Worten „Wie willkommen sind die Schritte des Freudenboten, der die frohe Botschaft bringt und Rettung heißt“, meint. Durch die Berge läuft ein Bote auf Jerusalem zu. Man merkt, dass er Gutes bringt, „Frieden!“ und „Rettung!“ und dann vernehmlich: „Dein Gott ist König!“ Die eindrucksvolle Darstellung ist ein Teil der Freudenbotschaft, die der Prophet vermitteln will: Die Königsmacht, die Gott schon immer besitzt, wird nun geschichtsmächtig und in der Geschichte erfahrbar.

Der hl. Liborius ist somit ein Bote des Friedens zwischen den Völkern, ein Bote der Freude, der die Menschen von nah und fern an die Pader zieht. Traditionell nehmen die Messdienerinnen und Messdiener aus Schloß Neuhaus an dem Pontifikalamt der Ministranten in der Libori-Woche teil. Dem Leitgedanke „Du bist die Zuflucht der Armen in ihrer Not“ (Jes 25,4) folgend haben die Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter des Pastoralen Raumes den diesjährigen Gottesdienst für die Ministranten am

Freitag, 31.07.2015 um 11.00 Uhr im Hohen Dom

vorbereitet. Ein Zeichen der Verbundenheit für unsere Altardiener wäre es, wenn möglichst viele den Weg in die Bistumskirche finden würden. Allen, die die Liborifeierlichkeiten zwischen Weihrauch und Bratwurstduft erleben, wünsche ich viel Freude.

Ihr Pastor Jörg Klose

Jörg Klose, Pastor

Gedanken zum Sonntag

Liebe Schwestern und Brüdern,

es ist nicht gut für uns Menschen, wenn wir nichts zu tun haben. Müßigang, sagt das Sprichwort, ist „aller Laster Anfang“. Nichtstun ist ein guter Nährboden für ein ungeordnetes Leben. Menschen ohne Arbeit können zumeist ein Lied davon singen.

Umgekehrt garantiert ein lückenlos vollgeschriebener Terminkalender noch lange nicht, dass ein Mensch auch ein erfülltes Leben führt. Ich weiß, wovon ich rede!

Das Gegenteil ist zu vermuten: irgendetwas stimmt nicht, wenn Einer immer nur auf Achse ist, immer nur von Termin zu Termin hetzt, sich gar keine Pause gönnt, sich der Muße gar nicht mehr hingeben kann. Jesus und seine Freunde haben zwar in einer Zeit gelebt, in der der Terminkalender noch nicht erfunden war, aber über ein wenig intensives Arbeitspensum konnten sie sich gerade auch nicht beklagen. Bisweilen war der Stress so groß, dass sie nicht einmal mehr Zeit für eine kurze Mittagspause hatten.

Aber Jesus, der gesagt hatte, dass der Mensch nicht für den Sabbat, sondern der Sabbat für den Menschen da sei, dachte auch von der Arbeitszeit nicht anders. Darum trieb er die von der Arbeit erschöpften Apostel nicht noch zu mehr Leistung an, sondern sagte zu ihnen: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ (Mk 6,31)

Allen, die ihr Tagewerk jetzt etwas langsamer angehen können oder die sogar richtig Pause machen dürfen wünsche ich neue Lebensfreude beim Aufladen der vielleicht leeren Akkus,

Ihr Pastor Peter Scheiwe

Peter Scheiwe, Pfarrer

Innen berührt

INNEN BERÜHRT

den lärm lassen zur ruhe kommen schritt für schritt in mich gehen

auf zehenspitzen der stille zuhören ihren worten nachsinnen mich vortasten

schicht für schicht immer eine haut breit nach innen dem atem entlang

ganz innen ankommen da sein und warten und wenn es zeit ist vom göttlichen funken in mir berührt werden

(Verfasser unbekannt)

Liebe Leserinnen und Leser,

in der vergangenen Woche durfte ich eine „Sabbatzeit“ bei den Benediktinern in Kloster Damme erleben und wieder einmal erfahren, wie wertvoll Zeiten der Ruhe und Einkehr sind. Die Mönchen nehmen sich fünf mal am Tag diese „Aus-Zeit“ durch ihr regelmäßiges Stundengebet, das den Alltag unterbricht, tagtäglich, immer wieder. Und was mir zunächst nicht leicht erschien, wurde mir im regelmäßigen Mitbeten und Singen schnell selbst sehr wichtig: unterbrechen, zur Ruhe kommen, Zeit haben für Gott, sich anrühren lassen von den Texten der Psalmen, sich stärken lassen durch die Kraft des Gebetes.

Das können wir auch in unserem normalen Alltag: im Gebet auftanken, Kraft schöpfen, zur Ruhe kommen…

jeder von uns hat die Chance sich diese Zeit zu nehmen- wir müssen es nur tun- wenigstens einmal am Tag…

Ihre Gabriele Merschmann

Gabriele Merschmann, Gemeindereferentin

Habt ihr noch keinen Glauben?

Jesus, du sitzt mit deinen Jüngern im Boot.

Du fährst mit ihnen hinaus auf den See.

Du brauchst Ruhe.

Doch nur du allein findest sie.

Deine Jünger bleiben zurück im Sturm.

Dem Sturm auf dem See, dem Sturm der Gedanken, dem Sturm von Eindrücken und Erlebnissen, von Emotionen und Gefühlen, von getroffenen Entscheidungen, von Gelungenem und nicht erreichten Zielen.

Ja, es kann stürmisch werden, selbst dann, wenn wir dich in unserem Lebensboot wissen. Ja, wenn ich erleben will, wie du den Sturm stillst, dann muss ich sogar mit dir ins Boot steigen.

Ich muss mein vertrautes und zur Gewöhnung gewordenes Ufer verlassen. Dabei will ich dir vertrauen. Ich kann dir vertrauen. Ich will doch deine Nähe entdecken können in allen Situationen meines Lebens. Darum suche ich deinen Blick und ich erschrecke: Du schläfst?!

Muss ich denn doch alles alleine bewältigen? Bist du wirklich da, mit deiner ganzen Aufmerksamkeit für mich?

Und doch kann ich in diesem Anblick spüren, dass du wirklich in der Liebe des Vaters ruhst. Welche Stürme auch kommen, dein Herz schlägt im ruhigen und doch kräftigen Rhythmus der Liebe Gottes: „Abba, lieber Vater!“

Und Gott ist bei dir – mitten in tosenden Stürmen! Du kannst schlafen, weil du felsenfest an die Wachsamkeit Gottes glaubst. Das möchtest du mir zeigen. Du schläfst nicht aus Gleichgültigkeit, sondern du ruhst in der Liebe Gottes!

Jesus, lass mich wachsen in der Erkenntnis der Gegenwart Gottes in meinem Leben. Lass mich vertrauen auf sein Handeln in meinem Leben. Lass mich ruhen in seiner Liebe, besonders in den Stürmen meines Lebens.

Stärke meinen Glauben!

Pastor Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pastor

„Dabei sein, wenn die Welt kommt“, …

… so lautete ein Lied zum Musical zu den Tagen der Begegnung in Paderborn anlässlich des Weltjugendtages in Köln im Jahr 2005. Alle zwei bzw. drei Jahre heißt es immer wieder „Dabei sein, wenn die Welt kommt“.

Nach den eindrucksvollen Weltjugendtagen in Köln (2005), Sydney (2008), Madrid (2011) und Rio de Janeiro (2013) heißt es im kommenden Jahr „Dabei sein, wenn die Welt nach Krakau kommt“. Der Weltjugendtag in Krakau steht unter dem Leitgedanken „Selig, die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7)

Für die Jugendlichen und die jungen Erwachsenen zwischen 16 und 30 Jahren wird vom 19. Juli bis 1. August 2016 eine Pilgerfahrt zum internationalen Jugendtreffen in Polen organisiert.

„Liebe junge Freunde, für den nächsten Weltjugendtag, im Jahr 2016, haben wir eine Verabredung in Krakau, in Polen“, sprach Papst Franziskus beim Weltjugendtag 2013 die Einladung zum mittlerweile 28. Weltjugendtag aus. Zunächst ist das Erzbistum Paderborn zu den „Tagen der Begegnung“ im Erzbistum Kattowitz zu Gast, die eigentlichen Weltjugendtage mit Papst Franziskus finden ab dem 25. Juli in Krakau statt.

Begleitet wird die Fahrt stellvertretend für Erzbischof Hans-Josef Becker von Weihbischof Matthias König. Bereits der Auftakt im Erzbistum Paderborn am 19. Juli verspricht ein besonderer zu werden. Zusammen mit Jugendlichen aus dem Partnerbistum Le Mans und anderen französischen Diözesen, die zu einem Zwischenstopp auf ihrer Reise nach Polen im Erzbistum halten, wird in Paderborn ein Begegnungsfest gefeiert. Daher findet die Abreise bereits am 19. Juli statt (angekündigt war in der Ausschreibung der 20. Juli), um das Zusammentreffen mit den französischen Jugendlichen und eine komplette Teilnahme am Begegnungsprogramm in Kattowitz zu ermöglichen.

Die Fahrt zum Weltjugendtag – mit An- und Abreise mit dem Bus, Unterbringung, Verpflegung, Pilgerpaket und Programm – kostet 550 Euro. „Dabei sein, wenn die Welt kommt“, – Wer dabei sein möchte, um den Jugendlichen der Welt zu begegnen, der melde sich bei Pastor Jörg Klose, Tel: 930 57 45 oder joergklose@web.de. „Dabei sein, wenn die Welt kommt“ – wer einmal die Begegnung der Jugendlichen aus der Welt erlebt hat, der wird sicherlich begeistert sein, die Welt der Jugend erlebt zu haben, meint

Ihr Pastor Jörg Klose

Jörg Klose, Pastor

Zu wenig Tische aufgestellt …

Wie gerne würden die Verantwortlichen Frauen unserer vier katholischen Frauengemeinschaften mit dieser Botschaft von der „längsten kfd-Tafel der Welt“ berichten. Und zwar nicht, weil wirklich zu wenig Tische aufgestellt wurden, sondern weil viel mehr Frauen als bisher zu erwarten sich haben locken lassen von dieser einmaligen Idee:

Eine lange Kaffeetafel – viele Frauen am gedeckten Tisch.

Eine Frauengemeinschaft – von vielen unterschiedlichen Aktivitäten erfahren.

Eine Gemeinschaft – durch die Vielfalt der Generationen lebendig und bunt.

Eine Einladung – alle Frauen sind gemeint.

Als Präses der vier Frauengemeinschaften in unseren Gemeinden möchte ich alle Frauen, die noch unentschlossen sind, ermutigen: Sorgen Sie dafür, dass zu wenig Tische aufgestellt sind! Jede Frau – ob Mitglieder der kfd oder nicht – ist eingeladen und trägt zum Ge-lingen dieser tollen Aktion und zur damit verbundenen Aufmerksamkeit in Presse und Öffentlichkeit bei! Lassen Sie – so Sie es eben ermöglichen können – diese einmalige Chance nicht ver-streichen. Und wie kann man entspannter zum Gelingen eines solchen Tages beitragen, als bei einer guten Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen?

Mein Dank gilt den Vorständen und den Mitarbeiterinnenrunden für ihr großes Engagement für diesen Tag und für so viele Aktionen und Veranstaltungen des Jahres!

Ihr Präses,
Pastor Tobias Dirksmeier

Tobias Dirksmeier, Pastor

Gedanken zum Dreifaltigkeitssonntag

Liebe Leser und Leserinnen,

einmal ging der Hl. Augustinus am Meer entlang und dachte über das Geheimnis der Dreifaltigkeit nach. Da sah er ein Kind, das mit seinem Eimer Wasser aus dem Meer in einen kleinen, abgegrenzten Bereich schöpfte. „Was machst du da?“, fragte Augustinus. „Ich möchte das Wasser aus dem Meer in meinen Teich schöpfen!“ Da lachte Augustinus: „Das wird dir nie gelingen!“ Das Kind richtete sich auf und sagte: „Ich mache es genauso wie du: Du willst mit deinem kleinen Verstand das Geheimnis des dreieinigen Gottes verstehen? Das wird dir nie gelingen!“

Ein kluges Kind, wie Recht hat es doch. Das Geheimnis der Dreifaltigkeit Gottes ist für uns Menschen nicht zu begreifen. Aber Bilder und Symbole helfen uns ein wenig weiter. Vertraut ist Ihnen sicher das Drei-Hasen-Fenster im Kreuzgang des Paderborner Doms.

Eine Hilfe kann auch dieses Herz sein, das ich im letzten Jahr in der Kirchenzeitung Der Dom fand (Abbildung s. Pfarrbrief). Seitdem liegt dieses Bild auf meinem Schreibtisch. Es zeigt ein Herz, das aus drei Herzen gebildet wird. Die zwei kleinen Herzen drücken aus: Gott verschenkt seine Liebe, er empfängt aber auch die Liebe seines Sohnes Jesus. In seiner unendlichen Größe vereint Gott diese beiden Beziehungen. Das große, beide Herzen umfassende Herz steht dabei für den Heiligen Geist. Gott ist in sich selbst Beziehung: Vater – Sohn und Geist. Er möchte, dass wir Menschen die Beziehung zu ihm suchen und pflegen.

Mit jedem Kreuzzeichen, das wir über unseren Körper zeichnen, denken wir daran, dass wir auf den dreifaltigen Gott getauft sind. Es ist nur ein kleines, relativ schlichtes Zeichen, aber wie viel sagt es doch aus über unseren Glauben, unsere Beziehung zu Gott und zu unseren Mitmenschen. Wir müssen nicht alles mit unserem Verstand erfassen, ein offenes Herz im Glauben zu haben ist schon genug.

Angelika Schulte

Angelika Schulte, Gemeindereferentin
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