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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch · Impressum | Datenschutzerklärung 

Als Kid’s noch Kinder hießen

gesprochen, nicht getalkt wurde

man anrufen, nicht phonen sagte,

wir uns ausgeruht, nicht relaxt haben

– das ist lange her…

 

Als der Lover noch der Freund war

man mit Hi! noch „Grüß Gott“ meinte

wir nicht happy, sondern fröhlich lebten,

kalorienarm und nicht light aßen

– das ist lange her

Als shopping noch der Einkaufsbummel

und Verbindung noch keine Connection war,

flott gehen noch nicht walking hieß,

die Arbeit eingeteilt, nicht getimt wurde

– das waren noch Zeiten

  es war damals anders –

irgendwie so…

                 so…

                        so easy.

Liebe Schwestern und Brüder,

Sprache ist etwas sehr lebendiges, wie die Verse von Peter Friebe auf sehr liebenswürdige Weise verdeutlichen. Wörter verschwinden aus dem Sprachgebrauch, andere kommen neu hinzu. Von einem „Firmling“, wie ich noch einer war, darf man heute (angeblich) nicht mehr reden. Korrekt heißt es „Firmbewerber“. Manchmal geht das Ganze sehr schnell. Wir in der Kirche haben darum bisweilen unsere liebe Not, im Gottesdienst und in all den anderen Treffen mitzuhalten.

Das gerade erst erschienene Gotteslob ist in Teilen sprachlich schon wieder veraltet. Eine, leider falsche Reaktion auf dieses an sich spannende Phänomen ist das „Kirchisch“. Wir verwenden Begriffe, die außerhalb unserer „heiligen Hallen“ nicht gebraucht werden. Da beginnt einer jeden zweiten Satz mit „Ich denke“.  Andere unterstreichen das Gesagte, indem sie bei jedem Komma das Wörtchen „genau“ einfügen. Dritte haben immer wieder einmal „Wahrnehmungen“.

Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

Jesus rät in der Bergpredigt: „Euer Ja sei ein Ja, Eurer Nein ein Nein.“ (Mt 5,37) Das lege ich heute einmal so aus: seid in Euren Reden eindeutig. Und darum ist dies keine Floskel: Ich wünsche Ihnen (wirklich) einen gesegneten Sonntag,

Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

Ein wolkenloser Himmel Gerade in den Ferienzeiten hat man ja die Möglichkeit, andere Menschen kennen zu lernen. Dies gelingt jedoch dann am besten, wenn man ihn beobachtet, wie er streitet, und wie er lacht. Die Schattenseiten erkennt man natürlich am ehesten beim Streiten und die Sonnenseite eines Menschen bei seinem Lachen. Aber es gibt auch ein Lachen, welches nur die Fortsetzung des Streitens ist, wenn jemand seine Überlegenheit dadurch ausdrückt, dass er einen anderen auslacht.  Mir kommen zum Thema „Lachen“ gleich drei Päpste in den Sinn, die genau dafür bekannt geworden sind: Papst Johannes XXIII., besser bekannt unter dem Namen Papst Roncalli, Papst Johannes Paul I., der „freundliche Papst“, und Papst Franziskus. Alle drei sind, bzw. werden auch wegen ihrem gutmütigen und wohlwollenden Lachen unvergesslich sein und hoffentlich noch lange bleiben. Bei all diesen Päpsten und auch gewiss bei vielen anderen Menschen zeigt ihr Lächeln eine Einstellung, die auch weiß, dass es in dieser Welt vieles gibt, was vielleicht eher zum Heulen als zum Lachen ist.

Ich glaube, dass Heiterkeit und das Lachen die Fähigkeit beinhaltet, die Menschen und die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist, mit all den Schattenseiten, den dunklen Wolken, den Schwächen, aber eben auch mit dem Sonnenschein, dem blauen Himmel und all den vielen Vorzügen und Stärken. Etymologisch hängt das Wort „heiter“ seinem Ursprung nach zusammen mit „Wolkenloser Himmel“.

Für uns als Christen sollte diese Bezeichnung jedoch immer auch auf Gott hindeuten. Gott, der uns Menschen erträgt und liebt, mit allen Fehlern und unseren Einseitigkeiten. Ich bin mir sicher, dass nicht nur bei den oben genannten drei Päpsten die Heiterkeit ihren Ursprung im Glauben und im Vertrauen auf die unbegrenzte Freundlichkeit Gottes uns Menschen und der ganzen Schöpfung gegenüber hat. Wer die Nachrichten schaut oder mit offenen Augen durch die Nachbarschaft geht, stellt fest: Ja, nicht alle Menschen leben unter einem wolkenlosen Himmel. Wer aber in diesen sommerlichen Tagen lachenden Menschen begegnet oder aber selber ein solcher Mensch sein kann, könnte in dieser Erfahrung etwas wirklich Großartiges entdecken. Ob nun bei den kommenden Gemeindefesten in Schloß Neuhaus oder in Sennelager oder aber auch im Berufsalltag.

Ihr Gemeindereferent Benedikt Fritz

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

Benedikt Fritz, Gemeindereferent

„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen.“ Lk 12,49

Beängstigend dieser Satz! Jesus will nicht die Erde zerstören, er will uns wachrütteln. Er will, dass wir Christen, nicht in Gleichgültigkeit verfallen. Gleichgültigkeit zerstört jede Beziehung – auch die Beziehung zu meinen Mitmenschen, zu Jesu und zur Kirche. Gott sei Dank, finden sich immer wieder Menschen, die so manchen Scheinfrieden aufdecken und ihre Meinung und konstruktive Kritik äußern. Ich glaube, dass Jesus uns dazu mit seinen Worten an diesem Sonntag wieder neu auffordern will.

Elie Wiesel, gestorben am 2.7.2016, war jüdischer KZ-Überlebender und Friedensnobelpreisträger bringt es auf den Punkt.

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

„Ich habe immer daran geglaubt,
dass das Gegenteil von Liebe nicht Hass ist,
sondern Gleichgültigkeit.
Das Gegenteil von Glaube ist nicht Überheblichkeit, sondern Gleichgültigkeit.
Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung,
es ist Gleichgültigkeit.
Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses,
es ist das Ende eines Prozesses“.
Gott, schenke uns innere Freiheit, damit wir das sagen, was nötig ist, was dem Frieden dient und nicht dem Unrecht das letzte Wort überlässt.

Ein schönes Wochenende und ein gute Woche wünscht Ihnen Petra Scharfen

 

Liebe Leser und Leserinnen,

„Du bist ein Schatz!“ Hoffentlich haben Sie schon einmal diesen Satz gehört und sich darüber gefreut. Wir kennen allerdings zwei Bedeutungen des Wortes „Schatz“: Ein Schatz, der finanziellen Reichtum bedeutet oder einfach etwas ganz Besonderes ist und die übertragene Bedeutung: Ein Schatz ist etwas,  das kostbar und unersetzbar ist, zum Beispiel Freundschaft, Liebe oder Frieden. Für welche Schätze brennen Ihre Herzen? Im Allgemeinen besitzen wir viele materielle Dinge, unsere Wohnungen sind voll davon. Und doch neigen wir dazu, noch mehr haben zu wollen. Manchmal erdrückt es uns fast, was wir alles besitzen. Es gibt in unserer Welt so viele Schätze, die wir mit Geld kaufen können. Alle können wir nicht sammeln. Und diese  Schätze machen uns vor Gott sicher nicht reich.  Aber für  welche Schätze lohnt es sich Einsatz zu bringen? Wie können wir „Reich-Gottes-Erfahrungen“ machen? Sie ahnen es schon: Schätze, die vor Gott wichtig sind, kann man nicht kaufen. Das Sonntagsevangelium plädiert hier ganz eindeutig für eine Kultur der Großzügigkeit und Nächstenliebe:  Wer sein Herz in Gott festmacht, kann sich von materiellem Besitz lösen und mit den Armen teilen. Er gewinnt innere Freiheit und kann sich herzlich anderen Menschen wirklich zuwenden. Luxus, Ansehen und Macht verlieren ihre Anziehungskraft, Freude und Gelassenheit bekommen Raum. Dieser Akzent ist typisch für den Evangelisten Lukas: An die Stelle des Strebens nach Reichtum und Geld setzt er die praktizierte Wohltätigkeit. Seine Sorge gilt dem Nächsten, dem Menschen, der Hilfe braucht. Schauen wir uns um in dieser Woche: Wer  braucht meine Hilfe? Was kann ich ihm Gutes tun? Werden wir zu wahren „Schätzen“ für andere Menschen.

Eine gute Zeit wünscht Ihnen

Angelika Schulte               

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

Angelika Schulte, Gemeindereferentin

 

 

Liebe Schwestern und Brüder,

Zuviel des Guten ist ungesund! Ein Satz wie ein Ausrufezeichen, wie ein erhobener Zeigefinger. So haben wir das gelernt, so wird das bestimmt auch heute den Kindern beigebracht. Weil es ja stimmt: Zuviel des Guten ist wirklich ungesund. Dahinter steckt die Erfahrung von ungezählten Generationen: nur maßvolles Genießen ist sinnvoll.

Ich halte heute trotzdem dagegen und sage: Zuviel des Guten … kann wunderbar sein! So könnte das übrigens in der Bibel stehen – nicht nur, weil das Wörtchen „wunderbar“ darin vor kommt … Die Bibel kennt viele Geschichten, die alle zeigen: Gott tut Gutes, und er tut es im Überfluss!

Konkret: Jesus verwandelt Wasser am Ende der Hochzeit zu Kana in Wein aber in allerbesten Wein – nicht in irgendeinen Fusel, obwohl das doch eh niemand mehr gemerkt hätte … Oder: Jesus sättigt die Menschen mit 5 Broten und 2 Fischen, und zwar so, dass noch körbeweise davon übrig blieb. Beispiel 3: Die Jünger sahen eher skeptisch, dass eine Frau kostbarstes Öl im Wert von 300 Denaren, also gut und gerne 6.000 Euro nach heutigem Wert, an ihn verschwendete (was hätte man dafür alles kaufen können …), aber Jesus selbst hindert sie nicht.

Also halten wir fest: Gott schenkt uns mehr, als wir brauchen. Warum macht er das? Damit wir es genießen damit wir uns an den Gaben Gottes erfreuen. Genuss ist uns von Gott geschenkt. Eine Gabe – und auch eine Aufgabe: Gottes Güte neu genießen lernen.

Libori heißt für mich: davon wollen wir singen und sprechen, daran wollen wir uns freuen und dafür wollen wir danken: Zuviel des Guten kann wundervoll sein.

Herzliche Grüße,

Ihr Pastor Peter Scheiwe
Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

In diesen Wochen findet wieder eine Völkerwanderung moderner Art statt:

Urlaubszeit ist angesagt. Autokarawanen und überfüllte Züge auf dem Weg Richtung Süden und Norden. Die, die zu Hause bleiben, schauen vielleicht bisschen neidisch hinterher, können sich aber freuen über den entspannten Weg zur Arbeit, über leere Straßen, einen Platz im Bus –  und als Dankeschön für das Füttern der Katze und das Gießen der Blumen bringt die Nachbarin einen guten Rotwein mit.

Ob jemand nun in Urlaub fährt oder zu Hause bleibt, entscheidend ist die Frage, wie er das tut.

Wenn Urlaub machen die Kunst ist, das Neue im Fremden zu suchen, so kann das Daheimbleiben in diesen Tagen die Kunst sein, das Neue im Vertrauten zu entdecken – raus aus dem Alltagstrott.

Die Zeit und Kraft nehmen, die ich sonst brauche um meinen Alltag zu organisieren, habe ich auf einmal für meinen Partner, für die Familie und Freunde – für die Landschaft und die Stadt hier vor Ort.

Zeit für Gespräche, Zeit zum Aufräumen, zum Lesen. Auch Zeit zu haben, meiner Sehnsucht nach Gott nachzuspüren.

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Petra Scharfen, Gemeindereferentin

Theresa von Avila, die große Kirchenlehrerin, hat einmal gesagt: „Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn; wenn Fasten, dann Fasten.“ Vielleicht können Urlaubstage Gelegenheiten sein, sich in dieser Kunst des Lebens ein wenig einzuüben. Aus ganzem Herzen leben – Halbherzigkeit ist keine christliche Tugend. Eine erholsame Sommer- und Ferienzeit wünscht Ihnen

Petra Scharfen, GemRef

 

Liebe Gemeindemitglieder,
der Runde Tisch Schloß Neuhaus und die Asylbewerber laden zu einem Sommerfest ein, an dem alle Flüchtlingsfamilien aus Schloß Neuhaus und die gesamte Bevölkerung herzlich willkommen sind. Das Sommerfest soll ein Fest der Begegnung und der Nächstenliebe werden.
Wir als Runder Tisch möchten den Flüchtlingen mit diesem Sommerfest erneut unsere Gastfreundschaft und Willkommenskultur der Pfarrei Heiliger Martin zeigen. Unser gemeinsames Fest wird am
Samstag, 9. Juli 2016 um 15.00 Uhr
auf dem Vorplatz der Flüchtlingsunterkunft Schloß Neuhaus, an der Sertürnerstr. 16  stattfinden.
Wir, die Asylbewerber und der Runde Tisch, freuen uns auf einige gemeinsame Stunden mit Ihnen. Kommen Sie und feiern mit uns dieses Fest der Begegnung.

Diakon Dr. Klaus Pöppel

Diakon Klaus Pöppel

Diakon Klaus Pöppel

Die Mantelteilung des hl. Martin ist die wohl berühmteste Heiligenlegende des Abendlandes, die auch außerhalb der katholischen Kirche den meisten Menschen bekannt sein dürfte. Eigentlich erstaunlich, denn es geschieht nichts Sensationelles. Es gibt keine Erscheinung, niemand wird vom Tode erweckt oder von einer bösen Krankheit geheilt. Der Vorgang ist völlig unspektakulär: Ein römischer Soldat teilt seinen Mantel mit einem Bettler. Und doch ahnt man, dass viel mehr geschieht.Logo

Sie haben sich den Martin als Patron für Ihre Gesamtpfarrei erwählt, er ist gewissermaßen Schirmherr einer Verbindung. Das erscheint nur auf den ersten Blick widersinnig. Denn als Christen wissen wir: Teilen verbindet. Sich verbinden kann nur, wer sich mit-teilt. Dazu hatte das Hönne-Berufskolleg aus Menden vor einiger Zeit verschiedene Leute eingeladen. Parallel zu einem Martins-Musical, das die Lendringser Theatergruppe der Pfarrei St. Josef aufgeführt hat, baten die Schülerinnen Menschen um ein Kleidungsstück, das eine Geschichte hat. Aus den Kleidern haben sie einen riesigen Mantel gemacht, aus den Geschichten wir vom Verlag ein Buch: „Schau mir auf den Mantel, Kleines. Von Mänteln und vom Teilen“.

Der Pfarrgemeinderat hat es uns ermöglicht – danke dafür! –, Mantel und Buch am kommenden

Dienstag um 19.30 Uhr im Pfarrheim Sennelager

der Öffentlichkeit vorstellen. Dazu sind Sie alle herzlich eingeladen.

Dort werden Sie vielleicht auch den Sinn der Martinslegende im neuen Licht sehen. Mir ist es beim Lektorieren dieses Buch so ergangen. Der Mantel – davon erzählen eine Kunstdozentin der Uni Paderborn und ihre Studentinnen – ist ein erstaunlich symbolträchtiges Kleidungsstück. Gerade am heutigen Sonntag liefert die erste Lesung dafür ein Beispiel: Der Prophet Elija erwählt den Elischa, in dem er seinen Mantel auf ihn wirft.

Wer einen Mantel anzieht, der zieht mehr an als nur ein Kleidungsstück. Und wer einen Mantel teilt, teilt auch mehr. Er teilt seine Autorität, das Teilen wird zur echten Anteilnahme und das ist von größter Bedeutung für die Gesellschaft.

 

Claudia Auffenberg

Lektorin beim Bonifatius Verlag, Paderborn

 

Liebe Leserinnen und Leser!

 

„Das Warten hat ein Ende, die Bescherung beginnt…“, so schreibt Rolf Zuckowski in seinem Weihnachtslied „Wenn ich an Weihnachten denk´.“

Nicht nur in der Adventszeit wartet der Mensch, sein ganzes Leben wartet er. Der Menschen wartet auf sein Gegenüber, mit dem er sich verabredet hat, der Mensch wartet auf die öffentlichen Verkehrsmittel, die ihn zu seinem Ziel bringen, der Mensch wartet auf Briefe und Pakete, der Mensch wartet.

In den letzten Wochen habe ich darauf gewartet, zu wissen, wohin ich versetzt werde.  „ … und die Bescherung beginnt“: für mich beginnt die Bescherung nun am 01. September als Pastor im Pastoralverbund Steinheim. Das Wort „Bescherung“ lässt an den weihnachtlichen Austausch von Geschenken denken – etwas ganz Positives. Gleichzeitig wird der Begriff auch negativ angewendet: wenn uns etwas nicht gelungen ist, äußern wir, eine Bescherung zu haben – „Da haben wir die Bescherung!“ Für mich ist der Begriff „Bescherung“ erst einmal positiv besetzt: Der Pastoralverbund Steinheim wird im kommenden Jahr mit den Pastoralverbünden Nieheim und Marienmünster zu einem Pastoralen Raum. Aus den Erfahrungen der bisherigen Arbeit im Pastoralen Raum Schloß Neuhaus freue ich mich, die dortige Situation mitgestalten zu dürfen.

Daher hat „das Warten ein Ende, die Bescherung beginnt…“,  – Mit dem Messiasbekenntnis des Petrus hat auch das Warten in Israel ein Ende: Petrus bestätigt, dass Jesus der erwartete Messias Gottes ist (Lk 9,20). Ein Bekenntnis meint das hundertprozentige Kennen einer Sache oder Person. Die vorausgehende Frage Jesu nach dem Glauben der Jünger, die durch das „Ihr aber“ herausgestellt wird, gibt deutlich zu erkennen, dass Jesus von den Erwählten mehr erwartet. Der Titel „der Christus Gottes“ ist noch nicht identisch mit dem christologischen Bekenntnis der Kirche, aber doch mehr als die herkömmliche national-religiöse Messiasvorstellung in Israel. Mit dem Messiasbekenntnis des Petrus und der Leidensankündigung Jesu kommt der Evangelist zu dem Zentralstück seiner Erzählung. Was bereits in der Botschaft des Engels in Bethlehem anklang, kommt jetzt im Bekenntnis der Kirche zum Ausdruck.

Jörg Klose, Pastor

Jörg Klose, Pastor

Großveranstaltungen wie ein Katholikentag oder ein Weltjugendtag lassen das Bekenntnis zu Christus leicht werden. Doch die Bejahung des Glaubens als einzelner fällt schon schwerer.

„Das Warten hat ein Ende, die Bescherung beginnt…“, Warten wir nicht länger darauf, uns zu Jesus, dem Sohn Gottes zu bekennen, damit die Bescherung schon jetzt beginnt, meint

Ihr Pastor Jörg Klose

 

„Die Zwölf begleiteten ihn, außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, Johanna, die Frauen des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere.“ So steht das an diesem Sonntag im Evangelium. (Lk 8, 2-3)

Herr Chuzas war also ein Beamter, und zwar ein Beamter am Hof des Königs Herodes. Außerdem war er verheiratet. Seine Frau hieß Johanna. Das ist aber schon so ziemlich alles, was wir von ihm wissen.

Wir würden allerdings nicht einmal dieses wenige über ihn wissen, wenn er nicht mit einer Frau verheiratet gewesen wäre, die mit Jesus in Verbindung stand. Johanna, die Frau des Chuzas, war nämlich eine der Frauen, die mit Jesus mitzogen, und die neben den zwölf Aposteln so etwas wie eine Frauengruppe im Gefolge Jesu bildeten.

Herr Chuzas selber war für den Evangelisten Lukas nicht weiter interessant. Er musste ihn sozusagen notgedrungen erwähnen, um klar zu machen, welche Johanna gemeint war. Der Beamte des Herodes ist also auf die gleiche Weise ins Evangelium gekommen, wie Pontius Pilatus ins Glaubensbekenntnis. Vielleicht wäre Herr Chuzas selber gerne mit Jesus gegangen, nur konnte er nicht, weil er ja jeden Tag ins Büro musste. Dann war es schön von ihm, dass er wenigstens seiner Johanna die Freiheit ließ, das zu tun. Vielleicht hat ihm aber ganz im Gegenteil die Eigenständigkeit seiner Frau ganz und gar nicht gepasst. Wir wissen es nicht und wir werden es nicht wissen.

Aber eines wissen wir sicher: solche Frauen, wie die Frau des Chuzas sind eine Faust aufs betriebsblinde Auge all deren, die meinen, die Nachfolge Jesu seine reine Männersache!

Für mich ist das eine willkommene Gelegenheit, mich einmal pointieret bei allen Frauen zu bedanken, die in unseren vier Gemeinden

Peter Scheiwe, Pfarrer

Peter Scheiwe, Pfarrer

mitarbeiten oder das Leben in der Kirche schon allein dadurch aufrecht erhalten, dass sie treu und regelmäßig an den Gottesdiensten teilnehmen. Allen einen herzlichen Gruß und einen gesegneten Sonntag,

Ihr Pastor Peter Scheiwe

 

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