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Katholische Pfarrei Heiliger Martin · Paderborn Schloß Neuhaus, Sande, Sennelager, Mastbruch

Auszug aus dem ökumenischen Aufruf zur Bundestagswahl 2017: „Wir haben die Wahl!“ – Demokratie stärken durch Beteiligung und Respekt

„Als christliche Kirchen sehen wir uns in der Mitverantwortung für unser Gemeinwesen. Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, den politischen Weg unseres Landes aktiv mitzugestalten. Der erste und wichtigste Schritt dazu ist, sich über die anstehenden Entscheidungen ein eigenes verantwortliches Urteil zu bilden und das Wahlrecht auszuüben.

Die Abgeordneten des Parlaments und die neue Bundesregierung werden vor großen Aufgaben stehen. Es gilt, Freiheit und Frieden, Wohlstand, Zusammenhalt und Vielfalt zu bewahren und gleichzeitig der weltweiten Verantwortung unseres Landes gerecht zu werden. Wirtschaftlich ist Deutschland sehr erfolgreich.

Viele Menschen kommen in unser Land, um Schutz vor Krieg und Verfolgung zu finden. Andere kommen auf der Suche nach Arbeit und einem gesicherten Leben. Dies macht unser Land bunter und vielfältiger, stellt uns aber auch vor Herausforderungen. Denn umso dringlicher stellt sich die Frage nach dem, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Die Demokratie braucht die lebendige Auseinandersetzung und sie bedarf der Verständigung über die gemeinsamen Grundlagen unseres Zusammenlebens.

Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger, in ihren Wahlentscheidungen zu bedenken, welche politischen Positionen und Kräfte unser Gemeinwesen stärken und unser Zusammenleben fördern. Wir möchten besonders auf drei politische Aufgaben hinweisen.

  1. Demokratische Streitkultur – Respektvolle Auseinandersetzung: Wir fordern alle, die sich an politischen Debatten beteiligen, dazu auf, dies hörbereit und respektvoll, friedlich und gewaltfrei zu tun.
  2. Keine Ausgrenzung: Den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken, bedeutet auch, niemanden wegen seines Glaubens, seiner Hautfarbe, seiner geschlechtlichen Orientierung oder wegen seiner Volkszugehörigkeit abzuwerten und auszugrenzen. UnserLand muss weltoffen bleiben und weiter Verantwortung übernehmen für die Schwächsten und Verwundbarsten.
  3. Den europäischen Zusammenhalt und eine internationale Friedensordnung stärken: Die europäische Einigung muss als kostbares Gut bewahrt und mit neuer Dynamik fortgeführt werden, anstatt in nationalen Egoismus zurückzufallen. Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, den Prozess der europäischen Einigung weiter zu unterstützen. Nur ein einiges Europa ist der Garant für Frieden und Freiheit auf unserem Kontinent und kann neue Impulse geben für eine internationale Friedensordnung sowie für eine ökologische und sozial gerechte Gestaltung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen.

Als Kirchen, als Christinnen und Christen vertrauen wir auf den Schutz und Beistand Gottes und stehen ein für den Dialog und das friedliche Zusammenleben von Menschen aller Religionen und Weltanschauungen. Darum bitten wir noch einmal, durch Teilnahme an den Bundestagswahlen die Demokratie in unserem Land zu stärken.“

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx

 

Vollständiger Text:

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