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Auf, hinter mich!

Jesus beginnt sein Auftreten mit dem Ruf in seine Nachfolge und zwar nicht, weil er Jünger braucht, die ihm zuhören, die ganz auf seiner Seite stehen, die ihm jedes Wort gebannt von den Lippen ablesen, sondern weil er weiß: „Gottes Reich ist nahe!“ Und wenn wir ihn an diesem Sonntag im Evangelium rufen hören, dann duldet dieser Ruf kein: „Ich überlege es mir!“ oder gar die Nachfrage: „Was bietest du mir denn?“ oder ein zögerliches: „Frag doch in ein paar Wochen oder nächstes Jahr noch einmal nach!“

Wir hören (wörtlich): „Auf, hinter mich! Und mach werde, dass ihr werdet Fischer von Menschen.“ Und die Reaktion der Jünger ist sehr direkt: „Und sofort“, also auf der Stelle, das heißt auch, ohne eine Erklärung zu verlangen oder einen Einwand vorzubringen, lassen die Berufenen ihre Arbeit und ihre Familie hinter sich und ziehen mit Jesus auf einen Ihnen unbekannten Weg. Geht das auch heute noch? Kann der Ruf Jesu so direkt von uns beantwortet werden? Müssen Entscheidungen von solcher Tragweite nicht gut abgewogen und durchdacht werden? Oder wäre es nicht auch möglich, erstmal den Status eines Praktikanten, einer Praktikantin einzunehmen, um kennenzulernen, worauf ich mich da einlasse?

Wie auch immer die Berufung der ersten Jünger sich ereignet hat, Jesus etwas in diesen Menschen angerührt hat, dass er eine offene Stelle in ihrem Herzen erreicht hat, so dass sie sich aus ihrem Alltag, mitten aus der Arbeit zum Aufbruch und in die Nachfolge rufen ließen. Er hat diese Menschen in einer tiefen Sehnsucht getroffen, so dass ihr Hunger nach dem ganz Neuen stärker war, als in der Sicherheit des Bisherigen zu bleiben.

„Komm und folge mir nach! Ja, dich meine ich. Um dich geht es mir, und zwar so wie du bist, nicht wie

Tobias Dirksmeier, Pastor

Tobias Dirksmeier, Pastor

du sein könntest. Du bist mir wichtig. Ich brauche ich. Ich habe eine große Aufgabe für dich. Komm!“ Und die Antwort ist: ein Sich-verlassen auf ihn, der Leben, Zukunft und Sinn verheißt. Es ist und bleibt eine Antwort auf eine Verheißung. Es gibt keine Garantien. Es ist ein Wagnis. Mir Sicherheit schenkt er nicht, als sich gerufen und berufen zu wissen von einem, der von Gott kommt und der es ernst meint mit mir. Sein Ruf in Nachfolge ist nicht verstummt. Er ergeht heute an uns, denn wir alle sind berufen und gesandt, jede an ihrem Ort und jeder an seinem Platz.

„Gibt es nicht in uns allen eine Sehnsucht nach mehr, nach anderem, nach Geborgenheit in Gott, nach erfülltem Leben, nach intensivem Leben aus dem Glauben, in Jesu Spur und in seiner Sendung?“ (P. Kirchgessner OFMCap)

Ich wünsche Ihnen Mut auf den Ruf Jesu an diesem Sonntag in der kommenden Woche so konkret wie möglich, im alltäglichen Miteinander deutlich zu antworten!

Ihr Pastor Tobias Dirksmeier

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